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Karfreitag für AlleKatzian: Mehrkosten sind "Märchenstunde der Wirtschaftskammer"

Die Gewerkschaft gehe davon aus, dass der Karfreitag ein Feiertag für alle werde, erklärte ÖGB-Chef Wolfgang Katzian im "Ö1-Morgenjournal". Die von der Wirtschaft bezifferten 600 Millionen Mehrkosten seien aus der Luft gegriffen.

19. OeGB - BUNDESKONGRESS: KATZIAN
© APA/HANS PUNZ
 

Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes sorgt seit Dienstag für Diskussion. Der EuGH urteilte, dass es eine Diskriminierung darstelle, wenn am Karfreitag nur Angehörigen von bestimmten Kirchen ein bezahlter Feiertag zugestanden wird. Die Bundesregierung wolle die Auswirkungen dieses Urteils nun "genau prüfen", mehr zur aktuellen Diskussion finden Sie hier. Viel Zeit bleibt ihr dafür nicht, bis 19. April (Karfreitag) muss es eine Regelung geben.

Für die Gewerkschaft ist die Folge dieses Urteils klar: "Dass der nächste Karfreitag ein Feiertag für alle ist." Das erklärte ÖGB-Chef Wolfgang Katzian im "Ö1-Morgenjournal".

Hintergrund

Bisher galt der Karfreitag für Angehörige der evangelisch-lutherischen, der evangelisch-reformierten, der evangelisch-methodistischen sowie der altkatholischen Kirche in Österreich als Feiertag. Gingen Angehörige dieser Glaubensrichtungen am Karfreitag dennoch zur Arbeit, stand ihnen Feiertagsentgelt zu. Betroffen sind von der Regelung rund 300.000 Personen.

Mit einer einfachen Mehrheit könnte die Regierung das Urteil mit einem entsprechendes Gesetz umsetzen. "Wir werden uns das ansehen und auch, ob man mit uns spricht oder nicht", erklärte Katzian. Ein neues Gesetz sei aber nicht im Interesse der Gewerkschaft. "Wir streben schon an, dass der Karfreitag für alle ein Feiertag ist."

"Märchenstunde der Wirtschaftskammer"

Dass der Wirtschaft dadurch Mehrkosten in Höhe von 600 Millionen Euro entstehen würde, wie diese aktuell beteuert, sei "wieder einmal eine Märchenstunde der Wirtschaftskammer", so Katzian. Viele Arbeitnehmer würden sich zudem ohnehin frei nehmen. Nach dem EuGH-Urteil wäre es "ein Schlag ins Gesicht der Arbeitnehmer, wenn sie jetzt nicht frei bekommen. "Wer behauptet, dass die Wirtschaft zu Grunde geht, nur wegen dem Karfreitag - der ist wirklich ein Märchenerzähler".

Ein Verzicht von Zuschlägen in manchen Branchen sei für die Gewerkschaft ebenso wenig eine Option wie ein Feiertagstausch. Sollte letzterer mit dem Pfingstmontag angedacht werden, "wünsche ich allen viel Spaß, wenn man dem heiligen Stuhl erklärt - wir hauen den Feiertag raus"

 

 

Kommentare (51)

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schteirischprovessa
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Die einzigen, bei denen es der Wirtschaft nichts kostet, sind die von

der Arbeit freigestellten Gewerkschafter und die Gewerkschafts- und AK-Bonzen. Ich zumindest habe Zeit meines Lebens nur in Unternehmen gearbeitet, die ihre Produkte oder Dienstleistungen verkauft haben. Nur in zusätzlich zu bezahlenden Feiertagen wir nichts produziert oder geleistet, das verkauft werden kann. Es glauben auch nur die Dümmsten, dass der Chef oder Eigentümer die Gehälter bezahlt, die zahlen die Kunden über die Umsätze und wenn die nicht entsprechen, gibt es Verluste und wenn die zu groß werden, geht das Unternehmen pleite. Dann sind halt die Arbeitsplätze weg, aber das kümmert ja keinen Gewerkschaftsboss, der bringt seine nicht so kleinen Schäfchen mit ein wenig mehr oder weniger Reden schon ins Trockene.

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kritiker47
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Gerechterweise

sollten nur Kirchenbeitragszahler an kirchlichen Feiertagen freihaben, alles andere ist genaugenommen Schmarotzertum. Nichts mit der Kirche zu tun haben wollen, aber deren Feiertage auszunutzen ist sehr anmaßend, wenngleich auch zur Zeit gültiges Recht. Vielleicht gibt es in Zukunft einen "heinzi Fischer" Tag, damit auch die Agnostiker zu einem Feiertag kommen. Dem Katzian wärs glaube ich recht, ansonsten könnte er ja mit dem verzockten Streikfonds die "kräftigen" Protestaktionen finanzieren. Bin neugierig, wer alles anderer Ansicht ist !

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SoundofThunder
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Ja! Genau

Und Lohnverhandlungen nur für Gewerkschaftsmitglieder. Die anderen zahlen nichts ein und profitieren trotzdem. Ist auch Schmarotzertum. Die sollen sich ihre Lohnerhöhung selber ausverhandeln😉.

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Balrog206
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Man

Sollte dem Ögb nicht noch diese paar std Arbeit im Jahr weg nehmen ! Sonst bleibt es nur beim Ausflug planen , oder neue Werbeartikel besorgen !

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SoundofThunder
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🤔

Zahlt der Balli Gewerkschaftsbeitrag? Wenn nicht,ja wohin wird der Ballrog gehen wenn der Chef den Lohn nicht zahlt? Der ÖGB hat mehr zu tun als Sie glauben.In ihrer Blürkisen Traumwelt ist ja alles eitel und Wonne! Jeder Arbeitgeber in Österreich zahlen Gehälter! Ist aber nicht so. Viele müssen daran "Erinnert" werden.

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Balrog206
0
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Sound

Wie du weißt bin ich AG und AN in einer Person 😉 ( Gesellschaft )

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GustavoGans
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So schlimm wird es für die Wirtschaft schon nicht sein

Die Wirtschaft muss keine Angst haben. Ich gebe mein Geld auch mit einen Feiertag mehr zu 100% aus. Na gut, jetzt vielleicht nicht mehr am Karfreitag sondern vielleicht erst am 7. Juni. Tatsache ist aber, dass mein Geld irgendwann mal wieder in der Wirtschaft landet. Über ein paar Umwege landet mein Geld für meinen Karfreitag irgendwann wieder mal bei meinem Arbeitgeber.

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schteirischprovessa
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Meinst, das kommt der österreichischen Wirtschaft zu Gute, wenn du die

Klamotten Made in Bangla Desh bei Amazon oder die Nudeln aus Italien kaufst?

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SeCCi
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geh bitte...

... kommt sich der nicht selber blöd vor

"Viele Arbeitnehmer würden sich zudem ohnehin frei nehmen."

ja, ohnehin frei - einen der bezahltungen (und kalkulierten) urlaubstage und nicht einfach einen ZUSÄTZLICHEN tag

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isogs
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7,8 Milliarden

Dies Kosten also die 13 Feiertag in Österreich. Dies glaubt wohl keiner.
An jedem Feiertag wird viel Geld ausgegeben. An Arbeitstagen viel weniger. Dies kommt auch der Wirtschaft zugute.
Zum Karfreitag: Viele Arbeitnehmer haben frei (Schulferien)und viele arbeiten nur bis Mittag. Ob dies alles bedacht wurde bei den 600 Millionen ?

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KleinerGrisu
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@isogs

siehe Rechnung unten

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vielseiter
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BRAVO KAZIAN!

Noch mehr Feiertage! - Bravo!
Und eine Erhöhung der Pendlerpauschale für die Arbeitsplätze in China und Indien.

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Eyeofthebeholder
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@vielseiter: Geh bitte, das alte Horrormärchen vom Verlust der Arbeitsplätze

glaubt Dir im 21. Jahrhundert niemand mehr.

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kritiker47
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Sind Sie

pragmatisiert oder Gewerkschafter?

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zyni
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Was war von

Katzian anderes zu erwarten?

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walterkaernten
19
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FEIERTAG und andere PRIVILEGIEN

Ich und viele ander wünschen sich, dass die AK und GEWERKSCHAFT sich auch so kraftvoll für die ABSCHAFFUNG ALLER privilegien der BEAMTEN, POLITIKER, STAASNAHEN betriebe einsetzen würden.

ASVG und sonst nichts.
Das wäre was .
Da könnte wirklcih viel eingespart werden.

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Eyeofthebeholder
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@walterkaernten: Wieso sollten sich ausgerechnet AK und Gewerkschaft

für schlechtere Bedingungen einsetzen? Dass diese beiden Organisationen FÜR die Arbeitnehmer da sind weißt Du aber schon? GEGEN die Arbeitnehmer arbeitet eh schon die Regierung.

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KleinerGrisu
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Privilegien

Welche Privilegien sind denn da jetzt gemeint?

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walterkaernten
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privilegien

1,
Sonderurlaube bei landesbediensteten und staatsnahen betrieben

2.
Sonderleistungen bei der beamtenkasse wie 2 mal jählich gratis zahnpflege, kuren und und und
3.
superpensionen: für ca 300 000 beamte zuschuss vom Steuerzahler ca 8 Milliarden jährlich. Fast gleich viel wie für 2 Millionen NICHT PRIVILEGIERTE
4
und noch vieles mehr. Das sprengt jetzt den rahmen.

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KleinerGrisu
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@walterkaernten

Ad 1: zusätzliche Sonderurlaube? Woher ist diese Information? Eigentlich fällt mit im Zusammenhang mit dem Dienstrecht Steiermark nur der Sonderurlaub ein zum Zwecke der Katastrophenhilfe bzw. für Aus-, Fort- und Weiterbildung bei gemeinnützigen Einrichtung

Ad 2: Hat es gegeben. Wurde von einer früheren Regierung während der fetten Jahre gewährt. Gibt es für die jüngeren Beamten und öffentlich Bediensteten schon nicht mehr. (Wurde also bereits abgeschafft) Und dann hat der BVA-Versicherte doch tatsächlich noch Selbstbehalt.

Ad 3: Pensionsreform hat eine Angleichung der öffentlich-rechtlichen Ruhegenüsse und der Pensionen nach ASVG im Ziel. Altpensionen, welche von einer früheren Regierung während der fetten Jahre gewährt wurden, können leider nicht angetastet werden.

Ad 4: Der Rahmen ist groß genug.

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lumpi50
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Zu Punkt 3

Zuerst korrekt recherieren, dann anprangern.
Warum sind die Zuschüsse für die Beamten so hoch?
Weil der Staat als Dienstgeber keine Beiträge einzahlt.
Vergleichen sie nicht immer Äpfel mit Birnen wenn sie den Unterschied nicht kennen.

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walterkaernten
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dienstgeberbeitrag

Genau das ist der punkt.
Der STAAT soll den dienstgeberbeitrag zahlen, denn dann wissen die Steuerzahler auch genau was die beamten jährlich kosten. So ist das jetzt sehr verschwommen.

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KleinerGrisu
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@walterkaernten

Gerade die Kosten für den öffentlichen Dienst sind sehr transparent.

Wenn der Dienstgeber jetzt noch Beiträge für den öffentlich Bediensteten zahlt, ist das reines Umschichten von öffentlichen Geldern. Bedeutet aber nicht, dass sie deswegen mehr wissen.

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Eyeofthebeholder
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@walterkaernten: Brillant, der Staat zahlt sich selber!

Hast noch mehr so gute Ideen?

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auer47
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Bericht

Ich bin 71, war zeitlebens Beamter, ich war bisher NIE auf Kur, die Zahlpflege habe ich IMMER selbst bezahlt, ich habe eine schöne Pension, ja, zahle aber auch brav meinen monatlichen Pensisonssicherungsbeitrag, zahle jedes Monat meinen BVA Selbstbehalt und habe NIE eine Abfertigung bekommen

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Mein Graz
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@walterkaernten

Deine Aufzählung klingt jetzt aber schon ein bisschen nach Neidgesellschaft.

Zu Pkt. 1 kann ich nichts sagen, da weiß ich nicht Bescheid.
Zu Pkt. 2 muss ich feststellen, dass die Beamten einen Selbstbehalt zwischen m.W. 10 und 20% haben - dafür gibt es auch Leistungen, die andere Kassen nicht bieten.
Zu Pkt. 3 halte ich fest, dass nicht alle im öffentlichen Dienst eine "Superpension" haben, ich kenne welche, die gerade an der untersten Grenze (Mindestpension!) liegen.

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