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12-Stunden-ArbeitstagÖGB-Chef Katzian kritisiert "Raubzug"

Scharfe Kritik an Regierungsplänen, mit dem Gesetzesentwurf für die Arbeitszeitflexibilisierung seien "rote Linien" überschritten worden.

19. OeGB - BUNDESKONGRESS:  KATZIAN
© APA/HANS PUNZ
 

Der neu gewählte ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian hat die Regierungspläne zur Arbeitszeitflexibilisierung am Donnerstagabend scharf kritisiert. Heute habe ein "Raubzug gegen die Gesundheit und Geldbörsen" der Arbeitnehmer begonnen, stellte Katzian in der "ZIB2" fest. Der ÖGB-Chef machte klar, dass die Regierung mit dem 12-Stunden-Tag eine rote Linie überschritten habe, Maßnahmen bis hin zum Streik sind daher möglich.

Der Gesetzesentwurf enthalte viele Punkte, die zunächst genau analysiert werden müssen.

Katzian kritisiert Regierung

  • Katzian kritisiert, dass die Zahl der möglichen Überstunden pro Woche von fünf auf zwölf erhöht wurde.
  • Der ÖGB-Chef stößt sich weiters am Durchrechnungszeitraum für Überstunden. Wenn aus Mehrstunden keine Überstunden würden, dann würden diese künftig auch nicht als solche bezahlt.
  • Dass Arbeitnehmer die elfte und zwölfte Stunde ablehnen können, bezeichnete er als "Fake", denn aus Angst vor einem Jobverlust würde dies kein Arbeitnehmer tun.
  • Moniert wurde auch, dass es keine Begutachtung im Parlament geben wird.

Katzian räumte ein, dass auch der "Plan A" von SPÖ-Chef Christian Kern Passagen zur Arbeitszeit enthalte. Dieser enthalte aber auch etwa die Forderung nach Selbstbestimmung beim Zeitausgleich.

Die Behauptung, dass sich die nun von ÖVP und FPÖ vorgelegten Bestimmungen an einer vorhandenen Sozialpartnereinigung orientiere, wies Katzian scharf zurück: "Das ist eine maximale Nebelgranate", denn diese Einigung habe es nicht gegeben. Es sei eine "Frechheit", das zu unterstellen: "Da werden wir noch viel Spaß miteinander haben in nächster Zeit."

"Es ist ihnen wurscht, was wir denken"

Im ÖGB will man nach einer ersten Analyse des Initiativantrages am Freitag über die weitere Vorgangsweise beraten. Am ÖGB-Kongress, der am Donnerstag zu Ende ging, habe man aber rote Linien beschlossen, und mit dem 12-Stunden-Tag seien diese ganz klar überschritten worden. Die Regierung habe mit dem Gewerkschaftsbund nicht einmal gesprochen, kritisierte Katzian weiter. "Es ist ihnen wuscht, was wir denken"

Katzian will nun sowohl mit der Regierung als auch mit der Wirtschaftskammer und den übrigen Sozialpartnern darüber sprechen. Sollten die Gespräche nicht fruchten, sei viel vorstellbar, meinte der ÖGB-Chef auf Streiks angesprochen. "Wer glaubt, irgendeine Gewerkschaft dieser Welt nimmt das einfach so zur Kenntnis, der ist am Holzweg."

Konkrete Pläne nannte er freilich nicht, die Aktionen sollen jedenfalls spürbar sein.

 

Kommentare (11)

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Mein Graz
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Tageseinteilung einer Familie.

Partner A: Aufstehen um 5:00, Arbeitszeit von 6 – 14:30. 15:00 Kinder aus dem KiGa holen, dann einkaufen, Haushalt, mit Kindern spielen, Abendessen kochen usw.
Partner B: Aufstehen 6:30, Kinder aufwecken, frühstücken, Kinder in den KiGa bringen. Pendler, Arbeitszeit von 8:30 – 17:30 Uhr. Zu Hause um 18:15.
Gemeinsames Abendessen.

Ein 12-Stunden-Tag ist für beide nicht möglich! Mit der Freiwilligkeit ist es so eine Sache: wenn du nicht kannst (=willst), muss ich mir wen anderen suchen.
Zeig mir DEN Chef, der ständige Ablehnungen „bei überwiegenden persönlichen Interessen“ toleriert. Dieses Ablehnungsrecht gilt für die 11. und 12. Stunde. Kann man die 9. und 10. Stunde nicht ablehnen, ist die verpflichtend?

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Mein Graz
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Die angeführten Beispiele sind ein Witz,

über den man allerdings als AN nicht lachen kann.

Gastronomie: der MA möchte mit seinen geleisteten Stunden ein verlängertes Wochenende, was niemals möglich sein wird, denn gerade zum Wochenende ist ja viel Betrieb. Er kann seine Tage einzeln und zwischendurch nehmen.

IT-Bereich: das ist eine Tätigkeit, die hohe Konzentration verlangt. Kein Mensch kann sich 12 Stunden so konzentrieren, dass ihm keine Fehler unterlaufen!

Industrie: wer wird wohl den „Urlaub“ einteilen? Richtig, der AN – nämlich dann, wenn wenig Arbeit ist, und nicht, wenn die Kinder Ferien haben oder der Partner Urlaub nehmen kann, da kann doch der Chef keine Rücksicht drauf nehmen. Und wie soll der AN einen Urlaub finanzieren, wenn er keine Überstunden ausbezahlt bekommt? Ach ja, er kann ja auf Balkonien urlauben.

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Mein Graz
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Mit dieser Regelung

wird der IV in den Arxxx gekrochen, der AN bleibt auf der Strecke, und es wird noch schlimmer kommen, denn ein Durchrechnungszeitraum von 2 Jahren stand ja schon im Raum.

Ein BK, der noch nie wirklich im harten Berufsleben gestanden ist, und ein VK, der seinen Betrieb in den Sand gesetzt hat, ermöglichen den AG die Ausbeutung von Menschen: die Gesundheit bleibt auf der Strecke, Geld gibt’s nicht mehr – es gibt halt ZA, und den gibt’s dann, wenn es der AG will.

Alles unter dem Deckmäntelchen der „Freiwilligkeit“.

Ich persönlich bin zum Glück davon nicht mehr betroffen: unsere Kinder werden uns diese Regierung aber nie verzeihen.

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earlofcarinthia
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Was machst du beruflich?

Ausser hier den ganzen tag Romane schreiben

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Mein Graz
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@earlofcarinthia

Inzwischen hast du mich davon überzeugt, dass du entweder nicht Sinn erfassend lesen kannst oder meine Postings gleich gar nicht liest sondern einfach nur aufs rote Knopferl druckst und dann noch Blödsinn drunter stellst.

Diese Frage habe ich schon x-mal beantwortet, und ich tus nicht noch einmal, ist mir einfach zu langweilig, doofe Fragen immer wieder durchzukauen.

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Lodengrün
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Mich betrifft es ja nicht

mehr aber was auf die arbeitende Bevölkerung zukommt wird viel verändern. Ein Herr Rosenkranz mit seiner flappigen Bemerkung hat gut reden denn seine Arbeit beschränkt sich auf das Sitzen im Parlament. Wie wir gehört haben kümmern Herrn Kurz Streiks wenig denn er hat ja ein Regierungsprogramm das zu erfüllen sei. Ich frage nur nach wem dieses Programm ausgerichtet ist wenn es sich zum Nachteil der Bevölkerung geht. Einen Vorteil wird er mir nicht einreden können.

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botschafter1
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Die

Großkonzerne und die Finanzindustrie
dürfen unter der türkis/blauen Regierung mit
Steuererleichterungen rechnen; den Arbeitnehmern droht Sozialabbau
(Erhöhung des Pensionsalters, Pensionskürzung, Hartz IV, 12-Stunden-Arbeitstag).

Wer auf sein Ablehnungs-Recht beim 12h Tag Gebrauch macht, ist sicher bei der nächsten Kündigungswelle dabei und dem droht dann Hartz IV.
So viel zur Freiwilligkeit...

Tagesablauf: 12h Arbeitszeit/2h Wegzeit/8h Schlafzeit/2h Sonstige Zeit.
Work-Life-Balance ist damit vorbei.
Freizeitaktivitäten oder Sport ist dann kaum noch möglich.
Beim Wirt Bier trinken oder Zigaretten pofeln wird dann auch nicht
mehr möglich sein.

Die "Soziale Heimatpartei" und "Partei des kleinen Mannes" FPÖ
nimmt den Arbeitnehmern damit eine wichtige soziale Errungenschaft.
Viele FPÖ-Wähler werden es wahrscheinlich aber erst merken, wenn
es sie selbst trifft.

Kurz hat in seinem Leben kaum gearbeitet (die Funktion als ÖVP-Politiker
sehe ich nicht als Arbeit), diktiert aber den 12h-Arbeitstag.
Das ist so, als ob ein Blinder über die Schönheit der Farben reden würde.
Aber typische ÖVP-Wähler (Lehrer, Beamte, Bauern,...) sind davon ja kaum betroffen.

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HarzMar
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Bin grundsätzlich deiner Meinung.

Aber die Bauern haben eine 7 Tage Woche und lachen wahrscheinlich über die Aufregung um den 12-Stunden-Tag.

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cockpit
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Die Bauern fangen zwar früh morgens an zu arbeiten,

aber haben untertags genug Möglichkeit, sich auszuruhen, was Arbeiter und Angestellte nicht haben!

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earlofcarinthia
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Kurz hat noch nie gearbeitet?

Dann empfiel ich dir seinen Arbeitsalltag anzusehen. Da kommen mehr wie 12 stunden zusammen.

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cockpit
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mehr als 12 Stunden

konzentrierte Arbeit, dass ich nicht lache! Ganz sicher arbeiten Politiker keine 12-Stunden am Tag produktiv! Diesen Arbeitsalltag möchte ich mal haben, dann wäre ich relaxt.

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