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SozialversicherungenLuxuspensionen, 160 Dienstautos: Regierung will Privilegien abbauen

Kassen als Privilegienstadl: Jährlich wenden die Sozialversicherungen 330 Millionen Euro für die Zusatzpensionen ihrer ehemaligen Mitarbeiter auf. Einer der Direktoren lässt sich täglich von Graz zur Arbeit nach Wien chauffieren.

WIENER GEBIETSKRANKENKASSE
WIENER GEBIETSKRANKENKASSE © APA
 

Die Regierung will die 21 Sozialversicherungen auf fünf reduzieren. Wie Bundeskanzler Sebastian Kurz und Vizekanzler Heinz-Christian Strache die breite Öffentlichkeit von der Notwendigkeit überzeugen und den Widerstand der Betroffenen brechen will? Die 21 Kassen sollen als sündteurer Privilegienstadt überführt werden, Unterlagen des Rechnungshofes und parlamentarische Anfragen liefern die notwendigen Daten und Fakten.

So sind laut Unterlagen der Bundesregierung, die der Kleinen Zeitung vorliegen, bei den Sozialversicherungen mit ihren 27.000 Mitarbeitern rund 1000 Funktionäre beschäftigt. In Summe sind 160 Dienstautos im Einsatz, einer der Direktoren lässt sich nahezu täglich von Graz nach Wien zur Arbeit chauffieren. Allein im Jahr 2016 wurden 330 Millionen Euro für Zusatzpensionen für mehr als 16.000 Pensionisten aufgewendet, 1280 Ex-Mitarbeiter beziehen sogar Luxuspensionen (mehr als 300 Prozent einer ASVG-Pension).

>>>Kommentar: Unreformierbare Republik?

Besser gestellt als jeder Beamter

Im Vergleich zu den Sozialversicherungen leben Beamte im Armenhaus. So hat der Rechnungshof vor ein paar Jahren errechnet, dass ein 1970 geborener Bediensteter der Sozialversicherung bei gleichem Karriere-Verlauf wie ein Bundesbeamter eine um gut 1200 Euro höhere Pension erwarten kann (3.860 zu 2.670). Fast 70 Prozent der männlichen und gut 73 Prozent der weiblichen Pensionisten, die in den Jahren 2009 und 2010 in den Ruhestand versetzt wurden, erhielten eine Gesamtpension von über 80 Prozent des Letztbezugs.

>>>Stimmen Sie ab! Sollen die Sozialversicherungsträger zusammengelegt werden?

Weiters wird in Regierungskreisen beklagt, dass die 21 Sozialversicherungen über die Jahre ein Reinvermögen von sechs Milliarden Euro angehäuft, aber nie die Beträge gesenkt haben. Und auch an den Börsen wird spekuliert. Rund 1,3 Milliarden (vor ein paar Jahren waren es noch 600 Millionen) sind in Aktien oder Wertpapieren angelegt. Verluste gab es bisher keine.

UMFRAGE

Sollen die Sozialversicherungsträger zusammengelegt werden?

Diese Umfrage ist seit Freitag, 27. April 2018 08:00 Uhr zu Ende!

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Danke für Ihr Verständnis.

ellukl
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Qualitätsjournalismus war einmal

Ich habe selten einen derart unreflektierten, hetzerischen Artikel gelesen, ist dem Niveau der KLZ absolut unwürdig!

wischi_waschi
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Kein Fan der KlZ

Herr Jungwirth gut gemacht!!!

X22
1
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Wischiwaschi,

Krone im Taschi,
Österreicher am Klo,
schon ist er froh.

cockpit
2
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Herr Jungwirth

bitte recherchieren, dann schreiben!

SoundofThunder
2
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Tja,Herr Strache

Wieviele Dienstautos (mit Chauffeur!!!) gibt es für Politiker? Als Sie noch in der Opposition waren haben Sie das Angeprangert! Über 300 an der Zahl? Und jetzt kommen noch Pferde dazu! Wie wollen Sie das dem Steuerzahler erklären?

UHBP
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@sound

Die Regierung steigt in Zukunft von Dienstwagen auf Esel um.
Würde irgendwie auch besser passen ;-)

voit60
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Es wäre angebracht Herr Jungwirth

Wenn sie diesen Blödsinn hier richtig stellen. Allein die Dienstwagengeschichte ist mehr als peinlich für die Regierungszwillinge als auch für den Redakteur.

mitti1
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Verschleierung von Tatsahen

… eigentlich traurig, dass ein Bundeskanzler und sein Vize, um ein dermaßen gut funktionierendes Gesundheitssystem zu zerstören, auf Verschleierungen von Tatsachen zurückgreifen müssen …

UHBP
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Regieren funktioniert nur dann wirklich einfach, wenn man die Medien "gleichschaltet"

Solange Aussagen von Politikern unreflektiert übernommen werden, lässt es sich gut regieren.
Mit Un- und Halbwahrheiten werden große Schlagzeilen produziert und die Richtigstellungen stehen, wenn überhaupt, in Fußnoten angebracht.
Ich frage mich, was bekommen die Medien dafür, dass sie der Regierung so in den Ar... kriechen?

keckemaus
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Auch die Kleine schreibt unreflektierte Artikel und Halbwahrheiten

Behauptung : Die Sozialversicherung spekuliert mit Beitragsgeldern an der Börse.
Fakt: Die Sozialversicherung ist gesetzlich dazu verpflichtet, ein Zwölftel ihres Jahresumsatzes als Rücklage für Epidemien auf der hohen Kante zu haben. Das Geld liegt natürlich nicht am Schreibtisch eines Angestellten, sondern ist entsprechend § 446 ASVG mündelsicher angelegt. (Dieses Gesetz wurde übrigens mit schwarz-türkiser Regierungsbeteiligung beschlossen).
Behauptung: In der Sozialversicherung gibt es immer noch Luxuspensionen.
Fakt: Das damalige System der Betriebspensionen wurde bereits 1996 abgeschafft bzw. reformiert.
Pensionsvergleiche zwischen Beamten und Sozialversicherungsangestellten sollten nicht Abteilungsleiter mit Postlern vergleichen, sondern Personen mit gleicher Stellung - dann würde der Vergleich anders aussehen. Im ASVG gibt es eine Höchstpension, bei den Beamten nicht. Übrigens auch Politiker gehören dazu und die bekommen um die 10.000 Euro Pension, bzw erhalten einen Pensionsanspruch bereits nach 5 Jahren Nichtstun im Nationalrat.
Behauptung: Die Sozialversicherung leistet sich 1000 hochbezahlte Funktionäre.
Fakt: Funktionär in der SV ist in der Regel ein Ehrenamt für das es lediglich eine Aufwandsentschädigung gibt, die im Schnitt rund 390 Euro pro Funktionär bzw. 42 Euro Sitzungsgeld beträgt. Der höchste Betrag für einen Spitzenfunktionär liegt bei 4.147 Euro pro Monat brutto (12 x jährl.). Zum Vergleich: Ein Nationalratsabgeordneter erhält 8.756 (14x jährl.)

X22
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In vielen anderen Tageszeitungen werden, die Behauptungen bereits zerlegt und so dargestellt wie

es der Wirklichkeit entspricht bzw. Entsprach, des weiteren ist es mir ein Rätsel, dass eine Regierung die sich als kompetent ausgibt, nicht einmal die gesetzlich verpflichtete Rücklagepflicht für Epidemien usw., kennt und es als Reinvermögen tituliert, auch die anderen Behauptungen sind logisch und leicht erklärt und widerlegen den orbanischen Regierungstil. Eine Schande für Österreich sind solche Politiker

voit60
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versteh ich auch nicht

mein Hinweis auf eine Seite wurde hier auch blockiert.

voit60
0
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kont rast.at

und Sa uerei wäre es auf jede Fall, wenn es stimmt. Vielleicht geht es so.

SoundofThunder
0
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😏

In Wahrheit will die Regierung an die 6 Milliarden Euro welche sich die SV erwirtschaftet hat.

schteirischprovessa
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Die haben sich die nicht erwirtschaftet,

die haben sie den Österreichern mit überhöhten Pflichtbeiträgen abgenommen. Dass so hohe Rücklagen trotz der Verschwendungssucht übrig geblieben sind, spricht für sich.

agility
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will???? soll....muß

Egal wer auch immer sogenannte Privilegien für sich nutzt, es gehört sich nicht. Und schon gar nicht dafür den "Kleinen" Mitmenschen belächeln. Die fleißigen Menschen an der Arbeitsfront schuften für Politiker, Manager und andere Führungskräfte oft für einen Hungerlohn. Ich frage mich regelmäßig, was macht jemand mit einem Monatsgehalt, das um vieles höher ist als das Durchschnittsjahreseinkommen der meisten Österreicher.

baldasar
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Ja

Sowas geht nur in geschützten Bereichen, gut für die dortigen Mitarbeiter schlecht für Zwangsversicherten,

Jeder soll sich die Versicherung aussuchen dürfen, dann wird man sehen ob diese Privilegien auch am Markt erwirtschaftet werden..

homerjsimpson
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Die Regierung schießt die "Privilegien-Granate" ab.

Sie sollen nur aufpassen, dass sie nicht bei ihnen als nächster einschlägt, Budget-Körberlgeld a la Kurz und Strache zB...

Reformen der Sozialversicherungen machen sicher Sinn. Dass aber gerade die aufgeblähten Landesstrukturen abgebaut werden, wenn die Landeshauptleute eh immer alles verhindern, das schaue ich mir gern an. Dann würde das Ganze auch Sinn machen, ohne die Versicherungsleistungen zu reduzieren. Bislang gibt's nur Geschenke an die Arbeitgeber, die derzeit die Arbeitnehmer zahlen werden müssen (durch höhere Beiträge oder geringe Leistungen) nach dem was am Tisch liegt.

eadepföbehm
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Dienstautos haben noch nichts mit einem Privilegienstadl zu tun

Die gibt's doch in fast jeder Firma.

SoundofThunder
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😏

Die Regierung schürt die Neiddebatte. Sollten ihre eigenen Privilegien durchforsten.

Armergehtum
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Es sollte das System der freien Verischerungswahl überlegt werden.

Versicherungspflicht - JA
Pflichtversicherung - NEIN
Warum sollte aus dem Überangebot von Krankenkassen nicht frei gewählt werden können, welche Versicherung ich nehme.
Da werden sich die besten der 35 derzeitigen Kassen durchsetzen und übrigbleiben. In der Wirtschaft ist es auch nichts anderes.

Peterbolika
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@Armergehtum

Gott sei Dank wissen schon fasst alle hier, dass dieses System der Versicherungspflicht viel, viel teurer ist als die Pflichtversicherung! (Siehe Deutschland)! Und wie schon geschrieben wurde blieben die Alten und Kranken auf der Strecke...
Und so nebenbei - welche 35 Kassen in Österreich meinen Sie?

mambo384
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Hurra, es lebe die Wirtschaft!

In der freien Wirtschaft wenden die Versicherungen 25% der Beiträge für Verwaltung auf. Die Gebietskrankenkassen hingegen gerade einmal 3%.
In der freien Wirtschaft darf sich eine jede Versicherung aussuchen, wen sie versichern will, und wen nicht. Versuchen sie einmal, einem chronisch Kranken oder einem 75-Jährigen eine Kranken-Zusatzversicherung zu organisieren. Die Anbieter solcher Versicherungen fragen Sie dann wahrscheinlich, ob sie plemplem sind und schicken Sie wieder weg. Dank der Pflichtversicherung ist die Krankenversicherung solcher Personen gewährleistet, und zwar für Beiträge, die niedriger sind, als selbst ein Mensch von durchschnittlich guter Gesundheit bei einer privaten Versicherung zahlen müsste (dank der fast nicht vorhandenen Verwaltungskosten und dank des Solidaritätsprinzips, das in der freien Wirtschaft ein Ding der Unmöglichkeit ist).
In der freien Wirtschaft zahlt man bei Abschluss einer privaten Pensionsvorsorge die ersten 2 Jahre einmal nur die Verwaltungskosten, ehe man dann langsam beginnt, ein Guthaben aufzubauen. Wenn man nicht mindestens 10 Jahre einzahlt, braucht man keine Illusionen zu haben, auch nur den einbezahlten Betrag wieder herauszubekommen, von Zinserträgen ist dann sowieso keine Rede.

Armergehtum
7
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@Peterbolika - sie haben Recht - eigentlich sind es 38 Kassen

GKK Wien
GKK Niederösterreich
GKK Burgenland
GKK Oberösterreich
GKK Steiermark
GKK Kärnten
GKK Salzburg
GKK Tirol
GKK Vorarlberg
BKK Wiener Verkehrsbetriebe
BKK Mondi
BKK voestalpine Bahnsysteme
BKK Zeltweg
BKK Kapfenberg
VA des österreichischen Bergbaues
VA der österreichischen Eisenbahnen
SVA der Bauern
VA öffentlich Bediensteter
SVA der gewerblichen Wirtschaft
Krankenfürsorgeanstalt der Bediensteten der Stadt Wien
Krankenfürsorge der Beamten der Stadtgemeinde Baden
Krankenfürsorge für die Beamten der Landeshauptstadt Linz
Krankenfürsorge für oberösterreichische Gemeindebeamte
Krankenfürsorge für oberösterreichische Landdesbbeamtte
Krankenfürsorgeanstalt für Beamte des Magistrates Steyr
Oberösterreichische Lehrer-, Kranken- und Unfallfürsorge
Krankenfürsorge für die Beamten der Stadt Wels
Krankenfürsorge für die Beamten der Landeshauptstadt Graz
Krankenfürsorge für die Beamten der Stadt Villach
Krankenfürsorgeanstalt d. Magistratsbeamten d. Landeshptst. Salzburg
Kranken- und Unfallfürsorge d. Beamten d. Landeshptst. Innsbruck
Kranken- und Unfallfürsorge der Tiroler Gemeindebeamten
Kranken- und Unfallfürsorge der Tiroler Landesbeamten
Kranken- und Unfallfürsorge der Tiroler Landeslehrer
Krankenfürsorgeanstalt der Beamten der Landeshptst. Bregenz

Dazu käemen eigentlich noch:
AUVA
PVA
Hauptverband der Sozialversicherungen

Viging1537
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etwas sorgfältiger recherchieren!

Wenn Sie schon so lustvoll das österreichische Sozialversicherungssystem anpatzen, sollten Sie etwas sorgfältiger recherchieren, bevor Sie solche Halbwahrheiten absondern: Die VA der österreichischen Eisenbahnen und die VA des Bergbaus sind längst nicht mehr zwei Träger. Der Hauptverband ist auch kein SV-Träger, sondern hat ganz andere Aufgaben. Und warum zählen Sie die AUVA und die PVA zu den Krankenversicherungsträgern, die Sie volkstümlich als Kassen bezeichnen?
Anderseits: Wenn Sie das schon tun, müssten Sie auch die VA der Notare nennen, denn das wäre auch noch ein PV-Träger.

Armergehtum
3
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Die Daumen nach unten find ich bei der Aufzälung der 38 Kassen spitze.

Meiner Meinung nach sind 38 wirklich zu viele.

 
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