PorträtFPÖ-Landbauer: Jetzt erst recht

Ein 31 Jahre alter Jungpolitiker, der richtig alt aussieht.

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Schon einmal daneben gegriffen: Die niederösterreichische FPÖ mit der Verunglimpfung von Landeshauptfrau Mikl-Leitner als "Moslem-Mama" © KK
 

Udo Landbauer hat sich das Finale seines Wahlkampfs in Niederösterreich anders vorgestellt: Schlank, fesch, in Schale geworfen tourt der Spitzenkandidat der FPÖ durch die Lande. Von einem Wirtschaftsbetrieb zum anderen ging es gestern im Waldviertel, bis in die entlegensten Gegenden. Nicht entlegen genug für die Presse: Seit Dienstagabend läutet ständig das Telefon: Wie er es denn genau halte, mit den Burschenschaften, mit den Nazis, mit der Wiederbetätigung.

FERNSEH-PRESSESTUNDE ORF: 'DISKUSSION DER SPITZENKANDIDATEN ZUR NIEDEROeSTERREICHISCHEN LANDTAGSWAHL': LANDBAUER
Udo Landbauer (FPÖ) Foto © APA/GEORG HOCHMUTH

Der 31 Jahre alte Stadtrat in Wiener Neustadt weiß nicht, wie ihm geschieht. Er ist Mitglied der Mittelschulverbindung Germania, „nur weil ich anderen Schülern helfen wollte“. Wenn er nach Bekanntwerden des „widerlichen und antisemitischen“ Liedgutes (O-Ton Strache) trotzig vermeint, „jetzt erst recht“ in die Landesregierung einziehen zu wollen, denn genauso wenig, wie er sich verbieten lasse, traditionelle Lieder wie „O Tannenbaum“ zu singen, lasse er sich von einer „linken Meinungsdiktatur“ vorschreiben, was rechts sei, lässt er erkennen, dass er selbst der Hilfe besonnener Altvorderer bedürfte.

Mit der Beschimpfung der Landeshauptfrau als „Moslem-Mama“ hat sich der RFJ-Bundesobmann, übrigens Österreicher mit persischen Wurzeln, schon einmal ins Abseits gestellt. Der ehemalige Skilehrer würde gerne Wohnbaulandesrat werden. Aber: Wenn ein schwarz-blauer Pakt für Niederösterreich geplant war, wird das mit Landbauer als Partner für Johanna Mikl-Leitner zunehmend schwierig. Für Bundespräsident Alexander Van der Bellen haben jedenfalls jene, die für das Liedgut mitverantwortlich sind, „in der Politik nichts zu suchen“.

Kommentare (8)
paulrandig
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Ich glaube ihm schon, dass er nur die besten Absichten hatte.

Dass er ganz lieb ist und immer nur allen helfen will und den Leuten vertraut, die ihm helfen wollen.
Dann muss er aber furchtbar naiv sein...

KarlZoech
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@ paulrandig: Stimmt! Ich glaube aber nicht an die Naivität

des Herrn Landbauer und diverser FPÖ-ler, welche die Grenzen zu braunem Gedankengut überschreiten.
Und wenn es nur Naivität gewesen wäre, so ist das eben zu viel Naivität für einen Mandatar.

buggi3
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Gehts noch?

Gehts noch schlimmer? Ein netter Verein!!!!!!!

Lodengrün
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Das darf man nicht so eng sehen Frau Gigler

Was hat Herr Strache Herrn Kurz alles geheißen und wem der am Schoss gesessen sei. Macht und Geld sieht über vieles hinweg.

hakre
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!

hat sich die FPÖ schon bei der lh miki leitner entschuldigt? wäre wohl zu erwarten!!!

satiricus
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@hakre:

Ich bin schon einige Jahrzehnte auf dieser Welt, aber ich kann mich nicht erinnern, dass sich ein Blauer jemals für irgendetwas entschuldigt hätte.
Die sehen sich doch alle nur als bedauernswerte "Opfa" einer linkslinken (Medien)Hetze......

SoundofThunder
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🤔

Das braucht er nicht mehr.Er hat ihr eh schon einen Bärendienst erwiesen.Die Mikl-Leitner kann jetzt sogar die Absolute holen.

ILTB7I1SRL8WSMXQ
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Wenn ihre Vermutung stimmt,

haben ihr genau jene die das gar nicht wollten dazu verholfen.