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Mario KunasekEin Stabsunteroffizier wird Verteidigungsminister

Mario Kunasek kehrt nach Wien zurück. Der frühere Wehrsprecher der Freiheitlichen übernimmt das Verteidigungsministerium, dürfte aber nebenbei das Ziel steirischer Landeshauptmann nicht ganz aus dem Auge verlieren.

Mario Kunasek, Verteidigungsminister
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Der 41-Jährige ist gelernter Kfz-Mechaniker, beim Heer brachte er es bis zum Stabsunteroffizier. Politisch kam er über den Ring Freiheitlicher Jugend nach oben. 2007 wurde er zum Landesparteisekretär der Freiheitlichen gewählt und auch gleich noch zum Obmann des Bezirks Graz-Umgebung. Im Jahr darauf begann seine rund siebenjährige Tätigkeit als Nationalratsabgeordneter, die ihm unter anderem den Vorsitz im Landesverteidigungsausschuss einbrachte.

Kunasek gilt eher als Rechtsausleger in der ohnehin nicht gerade linken FPÖ, wiewohl er nicht dem Burschenschafter-Flügel angehört. Dafür schrieb er etwa in der rechtsextremen "Aula". Den steirischen Wähler störte das nicht. Bei der letzten Landtagswahl rückten die Freiheitlichen nahe an SPÖ und Volkspartei heran, seither ist er Klubobmann. Für einen Regierungssitz reichte es nicht, da sich die ÖVP in letzter Konsequenz doch für die Fortsetzung der sogenannten "Reformpartnerschaft" mit den Sozialdemokraten entschied.

Konstruktiv mit rauen Tönen

Dass die FPÖ unter Kunasek in der Steiermark so erfolgreich ist, hängt durchaus auch mit dem Frontmann selbst zusammen. Kunasek geht gerne unter die Leute, hört zu, lächelt wenn möglich. Galt er im Nationalrat noch als konstruktiv, ist er als Landespolitiker mit rauen Tönen nicht sparsam, etwa wenn er unter dem Titel "Fremd im eigenen Land" kampagnisiert.

Privat sind keine größeren Hobbys von Kunasek bekannt. Was den Fußball angeht, drückt er dem aktuellen Tabellenführer Sturm Graz die Daumen. Sportlich ist er vor allem im Winter, sowohl als Skifahrer als auch als Langläufer. Kunaseks Wohnort ist Gössendorf. Dort lebt er mit seiner Verlobten und einer Katze.

Verteidigung als Herzensanliegen

Das Verteidigungsressort ist Kunasek sicher eine Herzensangelegenheit, war er doch Berufssoldat. Die Aufgabe ist allerdings keine kleine. Sein baldiger Vorgänger Hans Peter Doskozil (SPÖ) hat gegenüber den Eurofighter-Anbietern das Kriegsbeil ausgegraben. Ob Kunasek diesen Kurs hält, ist fraglich. Eher könnte es sein, dass sogar noch mehr Eurofighter einfliegen, nämlich als Nachfolger der vor der Pensionierung stehenden Saab. Sollte es so kommen, wird Kunasek einen guten Preis aushandeln müssen. Denn schon einmal hatten sich die Flieger für die FPÖ zum Desaster entwickelt.

Zur Person: Mario Kunasek, geboren am 29. Juni 1976 in Graz, verlobt, keine Kinder. Ausbildung zum Kfz-Mechaniker, Stabsunteroffizier des Bundesheers. Ab 2007 Landesparteisekretär der steirischen FPÖ. Ab Herbst 2008 bis 2015 Nationalratsabgeordneter, dabei unter anderem Vorsitzender des Landesverteidigungsausschusses. Spitzenkandidat der steirischen FPÖ bei der Landtagswahl 2015, nach dieser Klubobmann der Freiheitlichen im Landtag.

Kommentare (2)

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Lodengrün
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Wie soll er

das können? Er merkte sich nicht einmal das er dem Wahlausschuss angehörte und dort hätte erscheinen müssen. Ein Vergehen das nie geahndet wurde aber für die Wiederholung der BP Wahl auch maßgeblich beitrug.

b6f59ac9dcde3ccfd1b2869f43b2477
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4
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Endlich

Endlich strahlt die blaue Sonne der Steiermark über ganz Österreich!
Hoffentlich ist er derjenige, der die Anzahl der Generäle im österreichischen Bundesheer auf ein vernünftiges Maß reduzieren kann, derzeit haben wir ja fast so viele im Generalsrang wie die deutsche Bundeswehr, vorausgestzt natürlich, das sind keine fake-news, denen ich da aufgesessen bin.