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Umstrittenes Treffen

Protestmarsch von 500 Bilderberg-Gegnern in Telfs

Im Ortszentrum von Telfs rief die Plattform "Bilderbergproteste 2015" gegen das Treffen der 140 "Mächtigen" aus Politik, Wirtschaft und Medien. Bilderbergkonferenz tagte im nahegelegenen "Interalpen-Hotel Tyrol" unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

© APA
 

Die Demonstration gegen die 63. Bilderbergkonferenz hat am Samstag zwar nicht wie ursprünglich angenommen bis zu 3.000 Teilnehmer mobilisiert, letztendlich zogen nach Angaben der Polizei rund 500 friedlich durch Telfs. Laut Veranstalter waren es etwa 800. Einige der Bilderberger waren rund um Innsbruck zum Sightseeing unterwegs und fielen durch Polizeieskorten etwa auf Schloss Ambras auf.

Die Kundgebungsteilnehmer hatten sich gegen 14.00 Uhr bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen in der Untermarktstraße vor dem Rathaus im Zentrum von Telfs versammelt. Nach einer Aufwärmphase mit musikalischen Protestbeiträgen und dem Skandieren der zentralen Botschaften setzte sich der Protestzug in Bewegung. Unter anderem kritisierten die Teilnehmer die angeblich mangelnde demokratische Legitimation der Konferenz.

"Klassenkampf statt Weltverschwörung"

Auf großteils selbstgemalten Plakaten waren Slogans wie "Bilderberger - Nix wie Ärger", "Klassenkampf statt Weltverschwörung", "NWO - New World Orders - No thanks!" und "Geld regiert die Welt - Wer regiert das Geld?" zu lesen. An die zahlreich anwesende Polizei adressierten die Teilnehmer: "Polizei gehört auch zum Volk - Wir kämpfen für Euch!". Am Protestzug nahmen auch Eltern mit ihren Kindern teil. Die lokale Bevölkerung verfolgte das Geschehen in beträchtlicher Zahl. Teilnehmende Politiker waren Mangelware. Gesichtet wurde lediglich der Landessprecher der Tiroler Grünen, Abg. Georg Willi.

Einer der führenden Proponenten der Anti-Bilderbergplattform, der Innsbrucker Gemeinderat Mesut Onay (Grüne) zeigte sich gegenüber der APA erfreut über die zahlreiche Teilnahme: "Wir haben in jeder Hinsicht gewonnen. Das Treffen war mehrere Wochen Thema in der Öffentlichkeit. Und das ist, was die Bilderberger am wenigsten wollen". Laut Onay kamen rund 90 Prozent der Demonstranten aus Tirol. Onay sprach der Polizei ein Lob für die "gute Kooperation" aus. Es habe keinen Zwischenfall gegeben. Dies bestätigte auch der stellvertretende Leiter des Tiroler Landeskriminalamtes, Christoph Hundertpfund: "Es gab keine besonderen Vorkommnisse". Dessen Beamte waren in großer Stärke zugegen, hielten sich aber im Hintergrund.

Der Anti-Bilderberg-Plattform, die die Demonstration organisiert hatte, gehören unter anderem Attac Tirol, KPÖ, Grüne, die Piraten sowie das Friedensforum Innsbruck an. Die Plattform veranstaltete zudem während der Bilderberg-Tage eine Alternativkonferenz in Innsbruck.

Spektakulärer Zwischenfall mit Hubschrauber

Wie am Samstag bekannt wurde, hatte sich am Flughafen Innsbruck ein spektakulärer Zwischenfall beim Beladen eines Polizeihubschraubers ereignet. Aus dem Sturmgewehr eines Kobra-Beamten löste sich ein Schuss und durchschlug die hintere Seitentüre des Helikopters. Der Hubschrauber sei nicht in Betrieb gewesen. Die Beamten wollten zu einem Sicherheitseinsatz rund um das Bilderberg-Treffen in Buchen bei Telfs. Verletzt worden sei niemand. Auch der Hubschrauber sei mittlerweile repariert und stehe wieder im Einsatz, hieß es.

Zum Bilderberg-Treffen waren rund 140 Politiker, Firmenchefs und Experten aus 22 Ländern geladen. Bis Sonntag werden sie hinter verschlossenen Türen in dem auf einem Hochplateau gelegenen "Interalpen-Hotel Tyrol" in Telf-Buchen unter anderem über Wirtschaftsfragen, Terror, Griechenland und Russland debattieren.

Kommentare (3)

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9ff004470dc2addd28096a2df823ca3e
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Die sogenannte Hochfinanz beratet in einem Luxushotel, wie sie uns noch mehr Ausnehmen können, und lassen sich dabei auf Steuerzahlerkosten auch noch bewachen, da kann einen nur mehr schlecht werden.

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Warum werden diese Treffen unter Ausschluss der Öffentlichkeit veranstaltet?

Würde hier etwas zum Wohle der Bürger dieser Welt beschlossen, gäbe es eine Propaganda über alle Medien dieser Welt. Daher muss und WIRD es wohl in die gegenteilige Richtung laufen und das alles muss auch noch von uns bezahlt werden! Wie lange werdet Ihr Euch das noch gefallen lassen?

energy007
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Ob die Republik Österreich die Kosten für die Sicherung der privaten Veranstaltung ersetzt bekommt?

Wenn nicht, dann kann es nur zwei Gründe geben.
Der erste ist, dass sich HARTZ IV bereits in die Bilderbergergruppe hineingefressen hat oder der zweite, dass wir von Wanderheuschrecken mit goldenen Flügeln heimgesucht wurden.