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Offener Brief

"Vielleicht dem Lindwurm Brüste umhängen"

In einem Offenen Brief macht Andreas Gabalier seinem Ärger über die Bundeshymnen-Debatte Luft und verteidigt die Interpretation der alten Version beim Grand Prix in Spielberg. Beim Thema Frauenrechte sehe der Sänger andere Möglichkeiten, als sich "im österreichischen Volksliedgut zu vergreifen".

© APA/Techt
 

Nach teilweise heftiger Kritik an Andreas Gabalier, der beim Grand Prix von Spielberg bei einer Interpretation der österreichischen Bundeshymne auf die alte Version zurückgegriffen und die in den Text integrierten "Töchter" ausgelassen hatte, nimmt der selbst ernannte "Volks-Rock'n-Roller" in einem Offenen Brief Stellung.

Gabalier habe sich "für eine große verstorbene Dichterin und deren literarisches Werk stark gemacht". Der steirische Sänger bezieht sich dabei auf die Verfasserin des Textes der österreichischen Bundeshymne, Paula Preradovic. Deren Erbin, Koschka Hetzer-Molden, zeigte sich erfreut darüber, dass Gabalier den ursprünglichen Text der Hymne verwendete: "Die 'neue' Bundeshymne ist ein Eingriff in ein Stück Literatur. Das ist unzulässig", äußerte sich Hetzer-Molden in einem Leserbrief in einer Ausgabe der Wochenzeitschrift "Falter" (siehe rechts).

"Da fragt man sich wer hier Gesetze mit Füßen tritt?!"

In dem Brief verweist der Sänger auf das Urheberrecht, "welches dem Schutz dieser Werke dient" und bezeichnet die Änderung des Ursprungstextes laut Gesetzesbeschluss im Jahr 2012 als "mehr als fragwürdig, da der Gesetzgeber dem Urhebergesetz anscheinend nicht Folge zu leisten hat."

Gabalier rechtfertigt die Interpretation der Hymne damit, dass es laut dem Beschluss keinem Musiker gestattet sei, auf einer Privatveranstaltung einen abgeänderten Text der Originalfassung zu singen: Demzufolge wurde es "ausschließlich der Republik Österreich gestattet [...] den 'neuen' Text auf Veranstaltungen der Republik Österreich zu singen." Und weiter: "Da fragt man sich, wer hier Gesetze mit Füßen tritt?!"

"Im österreichischen Volksliedgut vergreifen"

Zum Thema Frauenrechte sieht der Schlagersänger andere Möglichkeiten, als sich "im österreichischen Volksliedgut zu vergreifen". Gabalier verstehe auch nicht, wieso sich "Redakteurinnen" über den Text des "kabarettistisch gemeinten" Songs Sweet Little Rehlein echauffieren. Diesen Leuten könne er keine Aufmerksamkeit schenken, "weil sie damit allen Ernstes Wildtiere mit Frauen vergleichen!"

Dass Medien den "Volks-Rock'n-Roller" aufgrund seiner Einstellung ins rechte Eck schieben wollen, bezeichnet dieser als rufschädigend: "Das hat nichts mehr mit Pressefreiheit, sondern mit massiver Rufschädigung zu tun, und davon distanziere ich mich auch ganz klar und deutlich!!!"

Stephanien Dom und Mozarts Haare schneiden

Zum Schluss der Stellungnahme zieht Gabalier die Debatte ins Ironische: "Zeitgemäß sollten wir uns vielleicht auch überlegen den Stephans Dom in Wien in den Stephanien Dom umzutaufen, Mozart auf seinen Bildern die Haare zu schneiden, weil seine Frisur veraltet ist und dem Lindwurm in Klagenfurt Brüste umzuhängen, weil unsere Geschichte nicht mehr in diesen verkrampften Gender Wahnsinn hineinpasst!"

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