Die Ankündigungen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) haben dieser Tage bereits für Schlagzeilen gesorgt. Dahinter steckt die Notwendigkeit, die stark wachsenden Ausgaben im Gesundheitssystem einzudämmen. 900 Millionen Euro beträgt das Defizit der ÖGK, als einen Kostentreiber vermutet sie die Verschreibepraxis vieler niedergelassener Ärzte: Tatsächlich belegt die OECD-Studie „Health at a Glance 2023“, dass Österreich bei der Zahl der CT-Untersuchungen pro 1000 Einwohner auf Rang 5 von 33 Staaten liegt und bei MRTs sogar auf Platz eins.
Diese Untersuchungen sind besonders kostspielig. Hinzu kommt, dass es in diesem Bereich ein bemerkenswertes Gefälle zwischen Ost und West gibt, ohne dass sich dies durch unterschiedliche Patientenbedürfnisse erklären ließe.
Starker Anstieg bei CT- und MRT-Untersuchungen
Das zeigt nun auch eine brandaktuelle parlamentarische Anfrage der Neos-Abgeordneten Fiona Fiedler an Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ). Demnach gab es im Jahr 2023 insgesamt rund 460.000 CT-Untersuchungen und rund 970.000 MR-Untersuchungen bei niedergelassenen Ärzten und Ambulatorien. Zwischen 2016 und 2023 stiegen die Untersuchungen bei CT demnach um erstaunliche 80,1 Prozent und jene bei MR immer noch um 68,7 Prozent.
Doch dieser massive Anstieg zieht sich nicht durch die ganze Republik, vielmehr zeigen die Angaben des Gesundheitsministeriums teils erhebliche Unterschiede zwischen den neun Bundesländern. So liegen die durchschnittlichen Kontakte je CT-Gerät 2023 in Wien mit 7538 fast um das Dreifache über jenen Vorarlbergs mit 2823. Noch dazu sanken diese im Ländle im Vergleich zu 2021 um 241 Kontakte, während sie in Wien um 1318 stiegen. In der Steiermark lag die Zahl der Untersuchungen je CT-Gerät 2023 bei 6472 (plus 1281) österreichweit auf Platz zwei, in Kärnten bei 5559 (plus 970) auf Rang 5.
Teils erhebliche Wartezeiten
Bei MRT Untersuchungen liegt Wien ebenfalls an der Spitze mit 14.718 (plus 1515 im Vergleich zu 2021) Untersuchungen je Gerät, auf die wenigsten kommt hier das Burgenland mit 7322 – das sind sogar um 600 weniger als noch 2021. Oberösterreich liegt hier mit 14.548 Untersuchungen auf Platz zwei. Die Steiermark kommt auf 11.503 Untersuchungen (Platz 5) und ein Plus von 684, Kärnten auf 10.942 und ein Plus von 938.
Die längsten Wartezeiten bei MRT haben Vorarlberg mit 40 und das Burgenland mit 34 Tagen. Kärnten kommt hier auf eine Wartefrist von 25 und die Steiermark auf 18 Tage. Im österreichweiten Durchschnitt liegt diese bei knapp 23 Tagen. Bei CT-Untersuchungen geht es deutlich schneller, der Durchschnitt liegt hier bei rund 9 Tagen, Steirerinnen und Steirer müssen hier 7,3, Kärntnerinnen und Kärntner knapp 12 Tage warten.
Neos fordern mehr Kontrolle durch ÖGK und kein Hickhack
„Die Zahlen zeigen ganz deutlich, dass die Häufigkeit dieser Untersuchungen sehr unterschiedlich zwischen den Bundesländern verteilt ist“, sagt dazu Neos-Gesundheitssprecherin Fiona Fiedler zur Kleinen Zeitung. „Die Aufgabe der ÖGK ist es, zu analysieren, warum das so ist – damit wir endlich eine gezielte und sinnvolle Patientensteuerung etablieren können, die unnötige teure Untersuchungen verhindert. Dass die Gesundheitskasse und die Ärztekammer stattdessen ihren Dauerstreit auf dem Rücken der Patientinnen und Patienten austragen und ihnen abwechselnd Angst machen, dass sie künftig wichtige Untersuchungen nicht mehr bekommen könnten, ist verantwortungslos und löst das Problem sicher nicht.“