Karl Kraus, der ein mindestens so beißender Satiriker wie scharfsinniger Beobachter war, hat Österreich als Bühne für den Weltuntergang bezeichnet. Das war in der Zwischenkriegszeit des 20. Jahrhunderts und trotzdem eine Selbstüberschätzung der Alpenrepublik. Das gilt auch jetzt, nachdem alle Versuche, eine wackelige Brandmauer um die FPÖ von Herbert Kickl zu bauen, so krachend wie patschert gescheitert sind, die ÖVP einen Nachfolger für Karl Nehammer sucht und sehr viel auf eine künftige blau-türkise Koalition hinausläuft.
Kickls Helfer ins Kanzleramt
Statt tatkräftiger Erneuerer nur talentierte Redner – und am Schluss nicht einmal mehr das
Analyse.
Jetzt ist mit einem Kanzler Kickl plötzlich jene Variante am wahrscheinlichsten, die zuvor alle verhindern wollten. Wie es zu dieser Entwicklung kommen konnte.
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