Der stellvertretende „Bild“-Chefredakteur und Kurz-Biograf Paul Ronzheimer witterte schon am Freitag in Österreich eine „Polit-Sensation“ und ein „Polit-Beben“ und griff dabei tief in die Kiste der Superlative: Nach dem Scheitern der Pläne für eine Dreierkoalition zwischen ÖVP, SPÖ und Neos könnte laut bild.de eine Neuwahl im Raum stehen - Sebastian Kurz wäre für Ronzheimer der logische Spitzenkandidat der ÖVP. Doch nun hat Ronzheimer, nachdem es zu immer mehr Spekulationen rund um eine Kurz-Rückkehr gekommen ist, erneut in der „Bild“ publiziert: Sebastian Kurz will nicht in die ÖVP zurück, obwohl die Partei um ihn geworben haben soll. Damit soll es kein Comeback geben. Bereits gestern machte das Gerücht die Runde, dass Kurz bei der heutigen ÖVP-Vorstandssitzung dabei sein soll, dies wurde aber bereits seitens der Partei dementiert.

Kurz-Biograf outet sich als echter Fan des Ex-Kanzlers

Kurz-Biograf Paul Ronzheimer konnte sich einen Rückzug vom Rücktritt von ÖVP-Obmann und Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz durchaus vorstellen. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass er in ein paar Jahren ein Comeback planen könnte“, sagte Ronzheimer schon im Jahr 2021 der APA. „Ich glaube, dafür ist Sebastian Kurz zu sehr ‚political animal‘, als dass er jetzt sagt, er wird das nie wieder versuchen.“

Angesprochen auf die internationale Rolle nannte Ronzheimer Kurz einen „absoluten Vorzeigepolitiker für viele konservative Parteien in Europa, insbesondere in Deutschland“. „In Deutschland haben sich viele, die in der CDU/CSU Karriere machen wollten, an ihm orientiert. Das hat sich natürlich durch den Rückzug als Kanzler schon ein bisschen verändert.“ Kurz sei in seinem Auftreten ein „absoluter Ausnahmepolitiker“ - dadurch, dass er so jung ins Amt gekommen und „rhetorisch so talentiert“ sei sowie auch den Mut gezeigt habe, sich als Politiker eines kleinen Landes gegen die deutsche Kanzlerin Angela Merkel zu positionieren, was „in konservativen Kreisen durchaus für Respekt gesorgt hat“.

„Beispielhaft“

„So einen brauchen wir auch“, hatte die „Bild“-Zeitung einst getitelt. Ronzheimer erklärte, dass sich diese Schlagzeile auf die Debatte rund um den ersten Lockdown im Frühjahr 2020 bezog, „wo es um die Entschiedenheit ging“. Er würde nicht sagen, dass die Coronapolitik von Kurz ausschließlich erfolgreich war. Aber am Anfang habe Kurz schnell einen „entschiedenen Lockdown hinbekommen und dann auch wieder geöffnet“. Das habe die Zeitung zu diesem Zeitpunkt als „beispielhaft“ gesehen.