Sollte Reinhold Lopatka am Montag vom ÖVP-Vorstand als Spitzenkandidat für die EU-Wahl eingesetzt werden, wovon auszugehen ist, würde sich für den 62-jährigen Oststeirer ein Kreis schließen. Geprägt von der Teilung Europas, knüpfte er schon als Student Kontakte zu den Dissidenten hinter dem Eisernen Vorhang. Gemeinsam mit dem späteren ÖVP-Chef Erhard Busek nahm er an den ersten, noch geheimen Sitzungen der Solidarnosc in Polen teil. Knapp vor dem Kollaps des Ostblocks wanderte Lopatka 1989 in Rumänien hinter Gitter, 1990 saß er in Lettland fest. „Das freie Europa war mir immer ein Herzensanliegen“, sagte er einmal in einem Gespräch.