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Keine EU-Kandidatur"Mein Bedarf an Klein-Klein ist gedeckt": Kern schmeißt die Berufspolitik hin

Ex-Kanzler sagt nun auch die Spitzenkandidatur bei der EU-Wahl ab und zieht sich aus allen Parteifunktionen zurück. Als sein Nachfolger soll Andreas Schieder als Spitzenkandidat fix sein.

ERKLAeRUNG EX SPOe-CHEF CHRISTIAN KERN
© APA/HANS PUNZ
 

Ausgerechnet an dem Tag, an die SPÖ ursprünglich ihren Bundesparteitag abhalten und ihn als Parteichef bestätigen hätte wollen, hat Ex-Kanzler und Ex-SPÖ-Chef Christian Kern erklärt, nun doch nicht bei der EU-Wahl kandidieren zu wollen. Es ist ein vorläufiger Schlusspunkt in der chaotischen Serie von Ereignissen rund um Kerns Rückzug.

Der Grund sei, so Kern in seiner Abschiedserklärung am Samstagmittag, dass er gemerkt habe, dass er als Ex-Kanzler "dem innenpolitischen Klein-Klein" nicht entkommen könne. Außerdem hätte er versucht, über die Grenzen der Sozialdemokraten hinaus eine europäische Allianz gegen Rechtspopulisten und -extremisten zu schmieden, etwa mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Griechenlands Premier Alexis Tsipras, sei damit aber an der Partei gescheitert.

Kern schmeißt hin

Sein Verdienst, so Kern, bleibe es, für die SPÖ langfristige Personalpolitik gemacht zu haben. Sowohl seine Nachfolgerin an der Parteispitze, Pamela Rendi-Wagner, als auch den neuen Geschäftsführer Thomas Drozda hatte ja er vor eineinhalb Jahren in die Regierung geholt. "Es ist kein Zufall, dass Rendi-Wagner bei der Nationalratswahl auf Platz 2 der Liste gestanden ist."

Was seine persönliche Zukunft angeht, liebäugelte Kern mit einer Unternehmensgründung. Details nannte er aber nicht. Er habe immer gesagt, kein Berufspolitiker sein zu wollen, so Kern. "Ich freue mich, mein Leben zurückzubekommen und den Weg in Wirtschaft und Unternehmertum zurückzugehen."

Schieder zieht in die Parlamentswahl

An seiner statt soll Ex-Klubobmann Andreas Schieder die Sozialdemokratie in die Europaparlamentswahl Ende Mai 2019 führen, wie parteiinterne Quellen der Kleinen Zeitung bestätigen. Die Kandidatur soll morgen, Sonntag, bei der Parteiklausur am Wiener Kahlenberg fixiert werden.

Kern hatte am 18. September seinen Rücktritt als SPÖ-Chef angekündigt, nach einer mehrstündigen Schrecksekunde für die Partei aber angefügt, dass er bei der EU-Wahl als Spitzenkandidat für die SPÖ antreten werde und darüber hinaus auch eine europaweite Spitzenkandidatur für die Sozialdemokraten anstrebe. Die SPÖ-Parteigremien hatten Kern darauf hin bereits als Spitzenkandidat abgesegnet.

Noch vor zwei Wochen hatte Kern auf Facebook gepostet: "Ich darf euch versichern, dass ich nun mit ganzer Energie und größter Leidenschaft dafür kämpfen werde, dass die SPÖ bei der kommenden Europawahl Erster und die Sozialdemokratie in Europa gestärkt wird."

Auch Rendi-Wagner mit Rückzug überrumpelt

Nachdem Pamela Rendi-Wagner in der vergangenen Woche die Führung der Partei übernommen hat, wurden SPÖ-intern aber Rufe lauter, die sich wegen des chaotischen Abgang Kerns gegen dessen Spitzenkandidatur aussprachen.

Rendi-Wagner selbst soll erst heute Vormittag, kurz bevor die Information öffentlich verbreitet wurde, von Kern verständigt worden sein. Bereits in den vergangenen Tagen war aber zunehmend Distanz zwischen Rendi-Wagner und Kern spürbar geworden. Hintergrund ist die für Kern ungünstige Stimmung innerhalb der Partei. Die kritischen Stimmen mehrten sich: jene, die sich fragten, ob die Performance rund um seinen Abgang und den Umstand, dass er sich tatsächlich als „Prinzessin mit Glaskinn“ erwiesen hat förderlich für einen solchen Wahlkampf sind, heißt es aus der Partei. Die weitere Vorgangsweise wird zentrales Thema der morgigen Klausur sein.

Weitere Kandidaten für das Spitzenfeld der SPÖ-EU-Liste sind der steirische Ex-Infrastrukturminister Jörg Leichtfried, der schon 2014 in EU-Parlament eingezogen war sowie die derzeitige Fraktionsführerin Evelyn Regner, die auf dem Ticket der Gewerkschaft sitzt.

 

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Danke für Ihr Verständnis.

Sam125
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Zum Thema Kern!

Alle, die jetzt nur schlecht über Kern sprechen, sei gesagt, dass er der einige war, der in Bezug und die Masse, von ins Land geströmten Migranten meinte, dass die die jetzt hier im Land sind bestimmt nicht mehr freiwillig zurück in ihre Heimat gehen, aber wir nun versuchen müssen aus dieser Situation, das Beste zu machen!(Das war vor der Wahl! Wie Recht er doch hatte! Aber er hat die Wahl ja auch verloren, weil das niemand hören wollte!) Daran happert es leider auch bei der jetzigen Regierung! Und ja, er ist nun einmal kein verl......ner Politiker gewesen, sondern ein Manager der Politik machen wollte und das ging gehörig daneben!Alles Gute für Ihre Zukunft Herr Kern!

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rochuskobler
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Wer hat ihn erfunden?

Der Herr Kern kann einem Leid tun. Aber jetzt hat er’s endlich kapiert, dass er nicht in die Politik und schon gar nicht zu den Roten passt. Da hat die Frau Bures schon recht gehabt mit ihrem politischen Urinstinkt. Aber was ist mit dem Erfinder des Herrn Kern? Das war doch ein gewisser Herr Voves, seines Zeichens Landeshauptmann der Steirer. Culpa in elegendo nennt man das. Dieser Herr hat nicht nur den Landeshauptmannposten an die Schwarzen verschenkt sondern auch einen Riesenschaden an der Sozialdemokratie angerichtet. Ich bin für seinen sofortigen Parteiausschluss.

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plolin
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Kern

ist so was von unglaubwürdig geworden. Heute so - morgen das Gegenteil davon.
Lächerlich, dieser Mensch.

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zyni
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Der Ausstieg aus der Politik

war schon lange zu erwarten. Kern ist Manager und kein Arbeiterführer.
Wird als Unternehmer bald das Gegenteil von dem machen, was er bisher verbreitet hat. Frau Wagner wird in dieser Partei auch nicht alt. Sie ist noch smarter als Kern und für diesen Job überqualifiziert.

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UHBP
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@zyni

Da haben die Türkisen und Blauen mit ihren Maturanten und Berufsschüler aber Glück.

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Miraculix11
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Ja, die haben Glück

Die Türkisen haben einen Maturanten der etwas kann dass der Manager Kern nicht konnte: Eine Partei führen.

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tomtitan
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Kern ist nicht einmal ein Manager -

Als fähiger Manager hätte er die Partei besser im Griff gehabt...

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4047690schl
16
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Erste u einzige richtige Entscheidung

Die erste und einzige richtige Entscheidung vom Pizzaboy, Mr Vollholler & Obermumpitz CK!
Plan A-usstieg ist voll aufgegangen!

So, und jetzt verheizen wir die Joy!

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panoptikum
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Ich finde es auch nicht gut.... jedoch

ist Politik wohl ein ganz anderes Metier als normale Wirtschaft. Wenn ich das jetzt etwas zynisch formulieren darf...
Welcher vernünftige Mensch der im Beruf erfolgreich ist, tut sich denn Politk an? Wer hat denn Zeit dafür? Meistens sind es Menschen die es sonst nirgendwo geschafft haben, oder per Zufall gleich Berufspolitiker werden. Die entscheiden dann über das Land. Ich würde mir das nie im Leben antun, habe kein Interesse daran dass ich aus Eitelkeit auf den roten Teppich aus bis. Da sich das wirklich keiner antut, der in seinem Beruf erfolgreich ist, bleibt halt nur der Rest über. Politiker. Traurig, aber ich habe leider auch keine Lösung dafür. Ich arbeite viel lieber um vieeel weniger Geld als permanent heisse Luft zu verbreiten. :-))

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ww100
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Bei allem Respekt für ihren Kommentar

aber ich glaube der Grat zwischen Manager bei der ÖBB und Berufspolitiker ist ein sehr sehr schmaler.

In so einem Betrieb wie der ÖBB erreichen Sie so einen Posten vermutlich nur als Politiker.

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top8
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Den abgang

hätte er besser planen sollen, er hat recht wenn er in die privatwirtschaft geht! Gegen die wiener boulevardblätter ists schwer! Das wird pamela rendi Wagner denke ich besser machen!

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tomtitan
16
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Die Ratten verlassen das sinkende Schiff...

Trotzdem sehe ich noch 4 rote Hoffnungsträger:
Doskozil, Kaiser, Ludwig und Lercher.

Schade dass Kern der Sozialdemokratie einen derartigen Schaden zugefügt hat - und es wird noch ärger werden, falls der Schieder - Wehsely - Clan irgendetwas zu sagen hat ...

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Lamax2
4
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ad "Rote Hoffnungsträger

Meine Version: Kaiser, Doskozil und Frau Rendy Wagner. Lercher ist schon Geschichte und Ludwig wird in Wien abstürzen.

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Gedankenspiele
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Anscheinend ist es einen Konzern zu führen einfacher als eine Partei.

Trotzdem finde ich es schade dass Kern abtritt, vor allem die Art wie das gemacht wurde (damit meine ich ihn selbst und vor allem alle in der Partei, die an seinem Sessel gesägt haben!).

Abgesehen vom SPÖ-Programm, das mir näher ist als das der ÖVP, war mir ein Kern, der wenig machttaktisch agiert, aber sozial für die Schwächeren eintritt 1000 Mal lieber als dieser machtbesessene und mit Rechtspolitik kokettierende Kurz.

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xanadu
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Bin

ganz bei ihnen. Auch wenn ich es bedauere, dass er abtritt, ist es ein ehrlicher und auch verständlicher Rücktritt. Die Ära der echten Politiker ist zu Ende. Es agieren hauptsächlich Personen, die ihr eigenes Fortkommen und Bestehen im Auge haben, und nicht das der Menschen, die sie "regieren", ohne Rücksicht auf Verschlechterungen per Abbau der sozialen Errungenschaften. Danke Kurz, danke FPÖ... wer Wind sät, wird Sturm ernten!

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picciona1
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es gibt viele gründe die spö nicht zu wählen. zb

einen hab ich noch vergessen:
salzburg finanzskandal-burgstaller rücktritt- posten bei AK.

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aral66
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Und viele viele mehr...

Die schwarz blauen abzuwählen !!!

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Patriot
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Mit dem Herrn Schieder wird die SPÖ nichts reißen!

Warum ist den Bonzen ihre Klientel wichtiger als die Wähler? Werd's wieder dumm auf der Wäsch' schauen!

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RobinHood
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Privatwirtschaft

Wenn der Verbund und die ÖBB privat sind, dann ist ja alles privat. Herr Kern hat wirklich noch viel zu lernen.

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ugglan
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Warum

soll man so jemandem noch zuhören?

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baltzbalzberg
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Bitte nicht...

Bitte nicht den Schieder,bitte......

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Sportmaster
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Er wird jetzt also Unternehmer

Das nenne ich mal Ironie vom Feinsten

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zooboo
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Aber...

Er wäre nicht der erste Rote mit so einem Abgang.

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SoundofThunder
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🤔

Was war der Strache? Das nenne ich Ironie. Und dein KurzIV hat ÖVP studiert. Man lächelt süffisant 😏

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Sportmaster
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Sie machen sich wieder einmal lächerlich

Whataboutism inkl. persönlicher Unterstellungen, aber was anderes ist man von Ihnen eh nicht gewohnt

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mansoon
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Irgendwie verfestigt sich in mir der Eindruck, ....

.... dass sich die Bundes-SPÖ so manches von der Genossen in der Landeshauptstadt abgeschaut hat....!

Kleine Randbemerkung:
Im Grazer Rathaus ist die SPÖ mittlerweile zur Randerscheinung verkommen und firmiert seit der letzten Wahl auf Position 5.... dahinter kommen nur noch die NEOS.

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