DeutschlandSPD und CDU erstmals seit 2017 in Umfrage gleichauf

Die Sozialdemokraten um Spitzenkandidat Olaf Scholz haben die Union eingeholt. Nach 16 Jahren geht die Ära Merkel zu Ende, der Wahlkampf wird noch einmal spannend.

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Olalf Scholz (rechts) und Armin Laschet beim Besuch der vom Hochwasser betroffenen Regionen Anfang August © AFP
 

Fünf Wochen vor der deutschen Bundestagswahl haben die Sozialdemokraten um Spitzenkandidat Olaf Scholz die Union aus CDU und CSU in einer Umfrage eingeholt. Im wöchentlichen Sonntagstrend des Meinungsforschungsinstituts Insa für "Bild am Sonntag" sackt die Union mit Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) um drei Prozentpunkte auf 22 Prozent ab. Die SPD um Scholz klettert um zwei Punkte auch auf 22 Prozent. Damit liegen Union und SPD erstmals seit 2017 in einer Umfrage gleichauf.

Damals hatten die Sozialdemokraten unter dem damaligen Kanzlerkandidaten Martin Schulz ein Umfragehoch erlebt, das dann fünf Monate vor der damaligen Bundestagswahl dahinzuschmelzen begann. Am 26. September wird in Deutschland ein neues Parlament gewählt. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) tritt nach fast 16 Amtsjahren als Regierungschefin nicht mehr an. Die Union und die SPD regieren derzeit gemeinsam in einer großen Koalition.

Merkel warb für Laschet

Zum Wahlkampfauftakt am Samstag hatte die Unionsspitze noch Kampfeswille und Geschlossenheit demonstriert, auch Merkel warb deutlich für Laschet. Diese jüngste Umfrage war zu dem Zeitpunkt noch nicht veröffentlicht. Wenige Tage vor dem Auftakt hatten einige Unionspolitiker gefordert, statt Laschet CSU-Chef Markus Söder ins Rennen zu schicken, der sich auch um die Position als gemeinsamer Spitzenkandidat von CDU und der bayerischen Schwesterpartei CSU beworben hatte.

Grüne verlieren

Die deutschen Grünen mit Spitzenkandidatin Annalena Baerbock verlieren in der Insa-Umfrage einen Punkt und kommen auf 17 Prozent. Die FDP steigt um einen Punkt auf 13 Prozent, die AfD um einen Punkt auf 12 Prozent. Die Linke bleibt stabil bei 7 Prozent. Wahlumfragen sind allerdings generell mit Unsicherheiten behaftet und spiegeln nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider. Anders als andere Institute hatte Allensbach am Donnerstag für die Union 27,5 und für die SPD 19,5 Prozent veröffentlicht.

Scholz würden laut Insa 34 Prozent der Befragten nach eigenen Angaben direkt zum Kanzler wählen, wenn dies möglich wäre. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als vor einer Woche. Unionskandidat Laschet fällt um drei Punkte auf 12 Prozent und liegt damit noch hinter Grünen-Kandidatin Baerbock, die unverändert auf 13 Prozent kommt. Die Parteiwerte wurden von Montag bis Freitag ermittelt, die Zahlen zu den Kandidaten am Freitag. Am Samstag läuteten CDU und CSU mit einer Kampfansage an SPD und Grüne und der Warnung vor einem Linksruck die heiße Wahlkampfphase ein.

Kommentare (18)
2ae0034172a8647356c2ff760ba3b141
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Der Deutschgen Wähler mit eklatanter Sehschwäche

kann nicht erkennen dass Scholz nur das realpolitische Feigenblatt einer inzwischen linksextremen Partei ist.

smithers
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Ich freue mich bereits auf diese Wahl, sie wird die Wohl interessanteste Bundestagswahl der letzten 30 werden.

Man muss sich nur einmal vorstellen, hätten die Grünen ganz einfach Robert Habeck aufgestellt, hätten sie wohl mit einem gigantischen Vorsprung das Rennen für sich entschieden.

So musste er zurückstecken und sich hinten anstellen, weil er eben keine Frau ist.

Anhand dieses Beispiels sieht man auch sehr gut wieviel die Grünen als Partei noch lernen müssen.

Amadeus005
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Hoffe auf Rot-Grün

Die könnten viel Umweltpolitik einleiten.
In 5 Jahren hat dann Söder die absolute Mehrheit und kann es dann umsetzen.

SoundofThunder
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Der Kanzlerbonus ist halt weg

Vielleicht hätte Laschet eine neue Liste präsentieren sollen? Neue CDU mit einer anderen Farbe? Oder Team Laschet? Neue Liste Laschet? Bei uns hat die Täuschung funktioniert.

75b4c938b8a63533cf6c6ffe692b67f5
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Wegen Frau Merkel😧

Kommt das von ihr angerichtete Chaos, sie hat niemand neben sich geduldet und somit Zahlen die übriggebliebenen die Rechnung😰
Lauter alte Knacker aus dem politischen Geschehen von vorgestern, kein frischer Wind nur Dampfplauderei so will man das Land die EU führen, na gute Nacht👣🎪

Hildegard11
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Merkel

Der frische Wind wäre in Österreich gekommen und - nur neue Korruptionisten und Machtgier. Sobotka, Blumen, Nehammer, Kurz, Hanger: eine Schande.

BernddasBrot
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Einer besser als der (die ) andere.....

( Satire off ).......

neuernickname
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Ganz offen - Laschet ist ein Typ wie Mitterlehner

Man muss die Partei wohl wirklich sehr lieben um Laschet zu wählen. Ich kann die Deutschen verstehen, die lieber Scholz die Stimme geben. Laschet ist ein bissi ein "netter Onkel" der nicht gar viel Durchsetzungsvermögen hat und den eine Kanzlerschaft wohl massiv überfordern würde.

Laschet wird die CDU ins politische Nirgendwo führen.

Ab Herbst 21 wird die Linkskoalition aus Sozialdemokraten, Grünen und Kommunisten Deutschland führen - vielleicht mit FDP Duldung.
Ich finde das gut, dass dieses Experiment mal angegangen wird. Es wird für Europa sehr lehrreich sein viele Milliarden kosten und am Ende mit hoher Wahrscheinlichkeit komplett scheitern.

Aber Laschet? Wär ich Deutscher, würde ich jeden anderen lieber wählen, als diesen farblosen Politiker mit der Aura eines Gemeindesekretärs.

Patriot
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@neuer...: Von wegen!

Schauen Sie sich die Türkisen an! Noch nie hat eine Partie am Ruder so mit dem Geld der Steuerzahler*innen herumgeschmissen, wie die Türkisen! Und kommen'S bitte nicht mit dem Kreisky! Die Schulden, die er gemacht hat, waren ausschließlich dazu da, den Menschen zu helfen und nicht nur ein paar Freunderln der Familie!

neuernickname
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@Patriot Das Milliardengrab Verstaatlichte laste ich Kreisky gar nicht an.

Das ist die logische Folgen von sozialdemokratischer Wirtschaftspolitik.

Verstaatlichungen enden immer im Desaster - logischerweise, weil am Ende die Hofschranzen des jeweiligen SPÖ-Chefs oder in Österreich halt des noch mächtigeren ÖGB Chefs dort das Sagen haben.

Diese Art der "gesetzeskonformen" Korruption geht nie gut.

kukuro05
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Das ist inkorrekt!

Laschet mit Herrn Mitterlehner gleich zu setzten ist mehr als kühn!!!
Herr Mitterlehner ist ein Ehrenmann!

neuernickname
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@kuku Fragens den Spindelegger ob er das auch so sieht.

Ich halt nix von den Treuekundgebungen von SPÖ-Parteifans für den ÖVPler Mitterlehner.

Gar nix. Ist ja klar, ein Schwächling ist den SPÖ-Fans lieber bei der ÖVP, wenn man selber, nur Schwachmaten aufzubieten hat.

Hausschuh
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Es wird kosten

Unsummen und vor allem die europäische Identität in Deutschland. Um mit dem von mir gar nicht geschätzten Sarazin zu sprechen: Deutschland wird sich abschaffen und die Grenzen weit oeffnen fuer alle, die kommen wollen. Was sonst kann man von einer linkslinken Regierung erwarten?

neuernickname
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@Hausschuh mit den Kommunisten in der Regierung wird einmal zuerst die große rote Party gefeiert

Da werdens verstaatlichen anfangen wollen, das ist ja klar, dass die Nachfolgepartei der SED die Marktwirtschaft abschaffen will.

Wie weit die SPD da dagegenhalten kann, werden wir sehen - die Grünen haben einen harten Kern Öko-Kommunisten (siehe den Herrn Hofreiter - der den Leuten schon die Wohnfläche in m2 vorschreiben will). Na ja Plattenbauwohnkasernen werdens nicht einführen, eher Enteignungen von Wohnungen und dann halt solange den Mietzins senken, bis die Wohnung mit der Abrißbirne wegrei´ßen müssen, weil sie sich - wie in DDR Zeiten - das Renovieren simpel nicht mehr leisten können.

Aber dazu müsste die ehemalige SED lange an der Macht sein - das wird wohl nicht passiern.
Rot-Rot-Rot geb ich nur zwei bis drei Jahre in Deutschland.

hbratschi
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mitterlehner...

...als laschet abzuqualifizieren, finde ich nicht in ordnung. mitterlehner gehörte noch zur mittlerweile ausgestorbenen gattung der ehrlichen politiker. heutzutage zählt beim wähler offensichtlich nur mehr billigster populismus. je mehr märchen einer erzählt, desto begeisterter wird ihm hinterhergerannt. hatten wir schon, bräuchten wir eigentlich nicht mehr, aber das gedächtnis der menschen ist ein kurzes. ups, das war ja fast ein wortspiel...😉😁

Nixalsverdruss
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Die Einschätzung kann ich teilen ...

... allerdings quasi der Aufruf die CDU nicht zu wählen und es als lehrreiches Experiment zu sehen, das Milliarden kosten ist wohl mehr als nur naiv.
Es ist eher dumm, ignorant und zeigt von wenig wirtschaftlichem Verständnis.
Sie sind ein sonderbarer Zeitgenosse!

neuernickname
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@verdruss Ja, ich bin ein sonderbarer Zeitgenosse, das kann ich nicht bestreiten, dumm - kann sein, das merkt man selber ja nicht

Ich bleibe dabei, eine Koalition mit Kommunisten wird Milliarden kosten.

Die Morgengaben die die Sozialdemokraten da leisten werden müssen, werden sehr viel Geld kosten.

SoundofThunder
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Morgengaben?

HartzIV war auch so eine Morgengabe vom Schröder. Deswegen wurde er auch abgewählt.