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ABC-InterviewBiden hält Putin für einen "Mörder": Moskau ruft Botschafter zurück

Erst am Dienstag hatten die US-Behörden einen neuen Bericht veröffentlicht, demzufolge sich Russland in die US-Präsidentschaftswahl 2020 eingemischt hat.

Archivbild, März 2011: Der damalige Vize-Präsident Joe Biden mit Premierminister Wladimir Putin in Moskau
Archivbild, März 2011: Der damalige Vize-Präsident Joe Biden mit Premierminister Wladimir Putin in Moskau © AP
 

US-Präsident Joe Biden hält Russlands Staatschef Wladimir Putin für einen "Mörder". In dem Interview mit dem Sender ABC News war Biden gefragt worden, ob er der Ansicht sei, dass Putin "ein Mörder ist". Biden antwortete: "Das tue ich." Russland beorderte daraufhin seinen Botschafter in Washington zu Beratungen zurück nach Moskau. Gemeinsam mit Anatoli Antonow sollten die Beziehungen zwischen beiden Ländern erörtert werden, teilte das russische Außenministerium mit.

Die neue US-Regierung sei bereits seit fast zwei Monaten im Amt - "und dies ist ein guter Grund, um zu beurteilen, was dem Biden-Team gelingt und was nicht". Es gehe bei dem Gespräch darum, wie die Beziehungen, die sich in einer "Sackgasse" befänden, korrigiert werden könnten. "Wir sind daran interessiert, eine irreversible Verschlechterung zu verhindern", hieß es am Mittwochabend.

Biden hatte in dem Interview aber nicht deutlich gemacht, ob er sich damit auf die versuchte Vergiftung des Kreml-Kritikers Alexander Nawalny bezog. Biden sagte auch, Putin werde dafür "bezahlen", dass er seine Präsidentschaftskandidatur 2020 zu untergraben versucht habe.

Moskau reagierte sofort und scharf auf Bidens Aussagen. "Putin ist unser Präsident und ein Angriff auf ihn ist ein Angriff auf unser Land", schrieb der Präsident des russischen Unterhauses, Wjatscheslaw Wolodin, im Online-Dienst Telegram. Der einflussreiche Putin-Vertraute fügte mit Blick auf die Biden-Äußerungen hinzu: "Das ist Hysterie aufgrund von Machtlosigkeit."

Deutlich härtere Haltung gegenüber Putin

Erst am Dienstag hatten die US-Behörden einen neuen Bericht veröffentlicht, demzufolge sich Russland in die US-Präsidentschaftswahl 2020 eingemischt hat - und nicht nur in die Wahl 2016 zugunsten des inzwischen abgewählten Präsidenten Donald Trump. Biden nimmt seit seinem Amtsantritt im Jänner eine deutlich härtere Haltung gegenüber Moskau ein als sein Vorgänger, dem eine übergroße Nähe zum Kreml-Chef vorgeworfen wird.

Biden sagte nun, er habe sich kurz nach seinem Amtsantritt im Jänner mit Putin unterhalten. "Zu Beginn des Gesprächs sagte ich zu ihm: 'Ich kenne Sie und Sie kennen mich. Wenn ich zu dem Schluss komme, dass das passiert ist, dann machen Sie sich auf etwas gefasst'." Biden ging nicht näher darauf ein, ob er damit die Wahleinmischung meinte oder andere russische Vorgehensweisen, darunter den Fall Nawalny. Der US-Präsident bekräftigte jedoch, dass er mit Moskau "arbeiten" wolle, "wenn es in unserem gemeinsamen Interesse ist".

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow wies den Bericht zur US-Wahl am Mittwoch als "völlig gegenstandslos und unbegründet" zurück. "Wir betrachten diesen Bericht als falsch", sagte Peskow. Der Kreml bedauere die Veröffentlichung des Berichts, dieser solle als "Entschuldigung" für mögliche neue Sanktionen gegen Moskau gelten.

"Wahl-Infrastruktur angegriffen"

Die US-Ministerien für Heimatschutz und Justiz hatten zuvor mitgeteilt, Russland und der Iran hätten nach Erkenntnissen der US-Behörden die Wahl-Infrastruktur der US-Präsidentschaftswahl am 3. November angegriffen. Dabei sei es den Angreifern gelungen, die "Sicherheit mehrerer Netzwerke zu beeinträchtigen, die einige Wahlfunktionen verwalteten". Den ausländischen Akteuren sei es aber nicht gelungen, das Wahlergebnis zu beeinflussen.

Der russische Vize-Außenminister Sergej Riabkow bezeichnete den US-Bericht ebenfalls als "unbegründet". Er sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Ria Nowosti, "feindliche Schritte gegen Russland" seien in Washington "Normalität" geworden.

Beziehungen auf neuem Tiefpunkt

Moskau wird vorgeworfen, sich in die US-Wahl 2016 eingemischt zu haben, um Donald Trump zum Sieg zu verhelfen. Nach dem Wahlsieg Bidens gratulierte Putin ihm als einer der letzten Staats- und Regierungschefs.

Die Beziehungen zwischen den USA und Russland befinden sich auf einem Tiefpunkt seit dem Ende des Kalten Kriegs, unter anderem wegen des Falls Nawalny. Der Kreml-Kritiker war im August in Russland Opfer eines Giftanschlags geworden und in der Folge in Deutschland im Krankenhaus behandelt worden. Unmittelbar nach seiner Rückkehr nach Russland im Jänner wurde er festgenommen und kurz darauf wegen angeblicher Verstöße gegen seine Bewährungsauflagen zu einer Haftstrafe verurteilt. Anfang März verhängten die USA wegen des Falls Nawalny Sanktionen gegen den Chef des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, Alexander Bortniko, und mehrere Putin-Vertraute.

Kommentare (22)
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sheena2
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Entbehrlich

Solange die Vereinigten Staaten von Amerika ein Straflager wie das in Guantanamo (seit 2002 als Gefangenenlager erweitert!) betreiben, in dem nachweislich auf jegliche Menschenrechte gesch... wird, ist es mehr als entbehrlich, dass sich ein US-Präsident als Moralapostel aufspielt.
Zur Erinnerung - Herr Obama hatte bereits während seiner 1. Kandidatur angekündigt, dieses Lager "als eine seiner ersten Amtshandlungen" zu schließen, in dem Menschen auf Verdacht, ohne jegliche gerichtliche Verurteilung gefangen gehalten und gefoltert werden/wurden. Und was ist passiert? Es wird weiter gefoltert... Ein Hoch auf die "greatest nation" auf diesem versch... Planeten!

hbratschi
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was hätte obama...

...machen sollen, wenn die reps seine vorhaben immer blockiert haben? aber ist eh bei uns auch nicht viel anders...

Hako2020
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Warum

soll Putin Leute mit einem Gift töten lassen,deren Spur
sofort auf Russland hinweist?
Einen Kritiker auf so umständliche weise los werden,tut sich
Russland nicht an.

hbratschi
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auch putins schergen...

...sind glücklicherweise nicht perfekt, hako...

Arthurd63
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Inzwischen tägliche Routine:

Sobald Artikel über Putin oder Russland´s Diktatur erscheinen, fluten Putin-Trolle das Netz mit (tw. wirren) Gegenbehauptungen - auch hier im Forum.

Dabei geht Quantität vor Qualität.

wischi_waschi
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Sympathisch

Also mir ist der Putin weit aus mehr sympathisch als der Biden!

komi50
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endlich ist es heraussen

Suprematie und Arroganz vom Feinsten

...armes Amerika...und wir mit dabei... Gott schütze uns

hbratschi
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na sowas, komi,...

...unterm donald war demnach für dich anscheinend noch alles in ordnung...🙈

komi50
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NEIN! ganz und gar nicht

nur hatte ich gedacht , dass der Biden ein anderes Kaliber ist....er ist aber offensichtlich der gleiche amerikanische Suprematie-Narziss wie sein Vorgänger...solche Leute halte ich immer für gefährlich...

hbratschi
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"beeindruckend"...

...wie viele offensichtliche trump fans es noch gibt. wenn ich die wahl zwischen zwei übeln habe, dann entscheide ich mich für das kleinere. scheint aber (auch hier im forum) nicht die gängige meinung zu sein. lässt sich auch ganz gut auf österreichische verhältnisse umlegen...😉

Expat
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Trump war schon grenzwertig

aber der Biden ist noch der größere Dodl.

landbader
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Schurkenstaat

Wie soll man den Präsidenten von einem Land dass eigene Staatsbürger im in und Ausland vergiftet, dass ein Passagierflugzeug über einem fremden Staat abschließt, in Syrien Krieg führt etc anders nennen als Mörder. Ein Ex Kanzler Österreichs als Aufsichtsrat bei der russischen Bahn und eine Ex Außenministerin arbeiten für den Schurken. Sind die aus ihren Parteien ausgeschlossen worden ?

Shiba1
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Die ersten,

Die in Syrien Krieg begonnen haben, waren allerdings die Amis, das wissens aber schon, oder?
Und was die Meuchelmorde von unliebsamen Personen angeht, brauchen sich beide Länder gegenseitig nix vorwerfen. Da sind beide gleichauf.

Seppkeindepp
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das Reich des Bösen

solange Putin regiert!

Arthurd63
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Biden hat nur ausgesprochen, was alle wissen.

Der ehemalige KGB´ler Putin ist ein vielfacher Mörder.

Auch Nawalny hat den von Putin angeordneten Giftanschlag nur mit viel Glück überlebt.

..und Putin Trolle versuchen, auch in unseren Medien diese Tatsachen abzuschwächen und zu verwässern.

ikennminetguataus
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Wenn es eh alle wissen ...

... warum richtet er es Putin dann über die Medien aus? Ein Akt hoher Diplomatie kann es wohl nicht sein.

griesbocha
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Er wurde im Interview gefragt,

er hat geantwortet.
Vieleicht abgesprochen, vielleicht nicht.

SoundofThunder
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Es gibt eine lange Liste von:

Menschenrechtsaktivisten,Reportern,Journalisten ,Oppositionellen die auf Putins Kerbholz stehen. Ist in Russland Tradition.😏Wo er recht hat hat er recht. Ist ja nichts neues.

untermBaum
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Der nächste US-Demokrat

der "Friedensnobelpreisträger" mit den meisten geführten Kriegen werden möchte.?
Der Böse Russe......
Der böse Iraner
Das Imperium USA wackelt massiv.......doch China ist das LAnd das fleissig am Stuhl sägt.....
Da wundert es dass die USA sie alte Feindschaft zu Russland beschwören.....

Soll wohl Zuhause Punkte bringen......

Hapi67
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Starke Worte

von Biden gegenüber Russland, China, Nordkorea, Saudi-Arabien Syrien, etc, die ihm seine Berater da eingefüstert haben.

Folgende Taten bis auf Nadelstiche sollte man eher nicht erwarten, hat er sich doch bereits in Kurzzeit Problemstellen wie die unkontrollierte Migrationsbewegung vor der Haustüre und eine schöne BIP-Verschuldung produziert-demnächst weitere 4 Billionen mit einer schönen Steuererhöhung.

Viele Baustellen auf einmal, zumindestens die Kollateralschäden im Nahen Osten wird er selbstlos der EU überlassen.

Aber Biden kann derzeit zumindestens auf die anstehende und völlig unkritische Heiligsprechung der europäischen Eliten und Medien bauen.

Vielen Dank

Nixalsverdruss
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Wenn du möchtest, dann ...

... wandere doch einfach aus nach Russland!
Ich glaube aber eher, dass du ein braver Parteisoldat, ein treuer Diener Deiner Blauen Herren bist, der alles naiv nachplappert, was dir aus dem Umfeld von Kickl vorgesagt wird.
Die Russlandhörigkeit der FPÖ scheint ein gefährliches Ausmaß anzunehmen ...

mtttt
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ohne Alternativen

Biden war bekannt, im Alter ändert man sich nicht mehr. Aber immer noch besser als der völlig unberechenbare Trump. Leider !