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Weltweite Bestürzung "Schande für unsere Nation" - "Das ist nicht Amerika"

Politiker aus der ganzen Welt haben sich geschockt über den Sturm von Trump-Anhängern auf das Kapitol in Washington gezeigt. Viele sehen einen Angriff auf die Demokratie. Ein Überblick:

 

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat die eskalierten Proteste am US-Kapitol als "Moment großer Ehrlosigkeit" und "Schande für unsere Nation" verurteilt. Er machte den abgewählten Präsidenten Donald Trump dafür verantwortlich, dem er Anstiftung zur Gewalt vorwarf. Ein amtierender Präsident, der grundlos Lügen über das Ergebnis einer rechtmäßigen Wahl verbreite, habe die Gewalt angezettelt, erklärte Obama am Mittwoch (Ortszeit) ohne Trump direkt beim Namen zu nennen.

Der ehemalige US-Präsident George W. Bush hat dem Sturm von Trump-Anhängern auf das Kapitol in Washington verurteilt. "So werden Wahlergebnisse in einer Bananenrepublik angefochten - nicht in unserer demokratischen Republik", betonte Bush am Mittwoch (Ortszeit).

Auch die Spitzen der Europäischen Union reagierten schockiert auf die Erstürmung des US-Kongresses durch Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump. "In den Augen der Welt scheint es, als stünde die amerikanische Demokratie heute Abend unter Belagerung", schrieb der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Mittwoch im Onlinedienst Twitter. "Dies ist ein beispielloser Angriff auf die US-Demokratie, ihre Institutionen und den Rechtsstaat." Entsetzt zeigten sich auch die Regierungen in London und Paris. Der französische Präsident Emmanuel Macron schreibt nach der Erstürmung des Kapitols am Donnerstag auf Twitter, er vertraue auf die Stärke der Demokratie in den USA. "Was in Washington passiert ist, ist nicht amerikanisch."

In Österreich verurteilte Bundespräsident Alexander Van der Bellen den "demokratieverachtenden Angriff" auf das Kapitol. "Es ist das Fundament einer Demokratie, das Ergebnis von freien Wahlen zu respektieren", so Van der Bellen auf Twitter. Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz schrieb auf Twitter, er sei "tief beunruhigt über den Angriff auf die Demokratie".

Hier ein weiterer Überblick über die Reaktionen von Politikern und Politikerinnen:

"Ich bin wirklich schockiert und traurig, dass unsere Nation - so lange Leuchtfeuer und Hoffnung für Demokratie - an so einem dunklen Moment angekommen ist."

(Gewählter US-Präsident Joe Biden)

"Der US-Kongress ist ein Tempel der Demokratie. Die Szenen von heute Nacht in Washington, D.C. zu beobachten, ist ein Schock."

(EU-Ratschef Charles Michel)

"Ich beobachte mit tiefer Sorge den populistisch angestachelten, demokratieverachtenden Angriff auf das Kapitol in Washington, das Herz der US-Demokratie."

(Bundespräsident Alexander Van der Bellen)

"Schockiert von den Szenen in Washington D.C. Das ist ein inakzeptabler Angriff auf die Demokratie. Eine friedliche und geordnete Machtübergabe muss sichergestellt werden."

(Bundeskanzler Sebastian Kurz)

"Das ist ein bedrohlicher Angriff auf Demokratie und Rechtsstaat, den wir gerade in Washington DC erleben. Freie Wahlen, die friedliche und respektvolle Übergabe von Regierungsmacht und der Schutz unserer politischen Institutionen sind Kern unsere Demokratien."

(Vizekanzler Werner Kogler)

"Das Kapitol ist ein Symbol der amerikanischen Demokratie und es ist inakzeptabel, dass es von solcher Gewalt, Hass und Chaos völlig missachtet wird."

(Außenminister Alexander Schallenberg)

"Die Feinde der Demokratie werden sich über diese unfassbaren Bilder aus Washington, D.C. freuen. Aus aufrührerischen Worten werden gewaltsame Taten - auf den Stufen des Reichstages, und jetzt im Kapitol. (...) Trump und seine Unterstützer sollten endlich die Entscheidung der amerikanischen Wähler*Innen akzeptieren und aufhören, die Demokratie mit Füßen zu treten."

(Der deutsche Außenminister Heiko Maas, SPD)

"Das ist ein unerträglicher Anschlag auf die Demokratie. Präsident Trump hat das Land tief gespalten - nun zeigt sich, wie sehr."

(Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz, SPD)

"Die Demokratie ist stärker! Und wichtiger als jeder einzelne, auch wenn er Präsident ist!"

(Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier, CDU)

"Ich glaube an die Stärke der US-Institutionen und -Demokratie."

(EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen)

"Die Vereinigten Staaten stehen in aller Welt für Demokratie, und nun ist entscheidend, dass es zu einer friedlichen und geordneten Machtübertragung kommt."

(Großbritanniens Regierungschef Boris Johnson)

"Tief beunruhigende Szenen vom US-Kapitol heute Abend."

(Europaparlamentspräsident David Sassoli)

"Das ist nicht Amerika."

(EU-Außenbeauftragter Josep Borrell)

"Schockierende Szenen in Washington, D.C. Das Ergebnis dieser demokratischen Wahl muss respektiert werden."

(NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg)

"Die Gewalttätigkeiten gegen die amerikanischen Institutionen sind ein schwerer Angriff auf die Demokratie."

(Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian)

"Gewalt ist mit der Ausübung politischer Rechte und demokratischer Freiheiten unvereinbar."

(Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte)

"Die amerikanische Demokratie ist widerstandsfähig, hat tiefe Wurzeln und wird diese Krise überwinden."

(Griechenlands Regierungschef Kyriakos Mitsotakis)

"Wir müssen dies als das bezeichnen, was es ist: ein absichtlicher Angriff eines amtierenden Präsidenten und seiner Anhänger auf die Demokratie, die versuchen, eine freie und faire Wahl zu stürzen!"

(Irlands Außenminister Simon Coveney)

"Das ist ein völlig inakzeptabler Angriff auf die Demokratie."

(Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg)

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Stadtkauz
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Es schauderte mich

Als ich letzte Nacht die diesbezüglichen Berichte auf CNN sah. Und immer wieder fielen mir dabei die Corona-Demos, Neonazis und Kickl ein.

Stadtkauz
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Die sind auch nicht Österreich

Und dennoch gibt es sie hier.

SoundofThunder
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David Bowie

This is Not Amerika

MuskeTiere4
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Kurz wurde 2020 nur durch den Ausbruch

der Corona-Pandemie daran gehindert binnen kürzester Zeit seinen zweiten medialen Handshake-Besuch bei D. Trump zu absolvieren.
Deswegen wirken Kurz’ Worte der Verurteilung der Stürmung des Capitols jetzt so halbherzig!
Zum Zeitpunkt der Aufwiegelung von Trumps treuesten „proud boys and girls“ war seine Abwahl gute zwei Monate her und der Verlust der beiden Senatoren-Sitze im US-Senat gerade zum Greifen nahe geworden.
Sein Versuch die Bad Boys und Girls am Tag der Bestätigung von J. Biden Wahlsieg in den beiden Regierungskammern ist sein indirektes Eingeständnis, dass er die gefürchtete Niederlage so (weit) verstanden hat, dass er andere anstiftet für ihn die Drecksarbeit zu erledigen. Trump aber will seine Hände sicher in Unschuld waschen! Denn die Hygiene-Maßnahmen wegen der ausufernden Covid-Pandemie in seiner Bevölkerung sind ihm sehr wurscht!

wjs13
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Man kann es auch positiv sehen

Das die amerikanische Demokratie 4 Jahre mit einem geistig abnormen Rechtsbrecher, mit für uns unbegreiflichen Machtbefugnissen, an der Spitze überleben konnte, ist doch ein gutes Zeichen.
Mich stimmt allerdings nachdenklich , dass Trump-Anhänger, diese überwiegend fettleibigen Proleten und Waffennarren, fast 50% der Amis ausmachen.
Man kann nur hoffen, dass die Republikaner wieder Ordnung im eigenen Haus schaffen.

klaus59
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Verwunderung?

`Wie kannst über Amerika verwundert sein. Was glaubst woher der Kurz auf einmal seine Stimmen hat. Die Hälfte davon von jenen, die früher die blauen gewählt haben. Und die sind sicherlich die geistigen Kanonen der Gesellschaft.

Balrog206
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Aso

Und wo sind diese angeblich blauen vorher gewesen ? Vom Himmel sind sie nicht gefallen !

jg4186
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"beunruhigt über den Angriff auf die Demokratie"

Trump selbst hat damit angefangen. Die Angriff auf die Demokratie durch Trump laufen schon lange. Da hätte alle aufrechten und ehrlichen Demokraten der Welt schon reagieren müssen. Seinen Worten sind seine Anhänger jetzt mit Taten gefolgt. Demokratie ist nie eine Selbstverständlichkeit, steht immer auf wackeligen Beinen. Wehret den Anfängen, kann mann nur immer wieder wiederholen.

lombok
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Würde man Trump seines Amtes entheben,,

hätte es wohl den noch größeren Nutzen, dass er wohl in 4 Jahren nicht mehr erneut antreten dürfte.