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Buntes KabinettBiden setzt auf Erfahrung und Vielfalt

Bei seiner Regierungsmannschaft setzt der US-Demokrat auf Vertraute, erfahrene Mitarbeiter aus seiner Zeit als Vizepräsident von Barack Obama und auf Vielfalt.

Bidens Kabinett nimmt immer mehr Konturen an © AP
 

Der gewählte US-Präsident Joe Biden stellt vor seinem Amtsantritt am 20. Jänner weiter sein künftiges Kabinett zusammen. Bei seiner Regierungsmannschaft setzt der US-Demokrat auf Vertraute, erfahrene Mitarbeiter aus seiner Zeit als Vizepräsident von Barack Obama - und auf Vielfalt. Ein Überblick:

MINISTERIEN

- Außenministerium

Mit dem früheren stellvertretenden Außenminister Antony Blinken wird Biden einen langjährigen Vertrauten zum Chef des "State Department" machen. Der 58-Jährige gilt als pro-europäisch und ist ein entschiedener Befürworter des Multilateralismus. So war er einer der Architekten des internationalen Atomabkommens mit dem Iran, das Trump im Mai 2018 aufkündigte.

- Verteidigungsministerium

Der pensionierte Vier-Sterne-General Lloyd Austin soll als erster Schwarzer in der US-Geschichte Verteidigungsminister werden. Allerdings gibt es Kritik an der Nominierung des 67-Jährigen: Der frühere Kommandant des US-Militärkommandos Centcom schied erst 2016 aus den Streitkräften aus. Eigentlich dürfen frühere Offiziere frühestens sieben Jahre nach ihrer Pensionierung die Pentagon-Spitze übernehmen können. Damit soll eine zivile Führung des Verteidigungsministeriums sichergestellt werden.

- Finanzministerium

Als erste Frau der US-Geschichte soll die frühere Notenbankchefin Janet Yellen die Spitze des mächtigen Finanzministeriums übernehmen. Die 74-Jährige hatte schon 2014 Geschichte geschrieben, als sie als erste Frau die Leitung der Notenbank Fed übernahm. Sie trat dort für eine lockere Geldpolitik ein, um Wirtschaftswachstum und Beschäftigung zu fördern. Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie wird sie alle Hände voll zu tun haben.

- Heimatschutzministerium

Mit dem in Kuba geborenen Alejandro Mayorkas soll künftig erstmals ein Latino das Heimatschutzministerium leiten, das unter anderem für Einwanderung zuständig ist. Unter Obama war der 61-Jährige bereits Vize-Heimatschutzminister. Zuvor hatte er die Einwanderungsbehörde USCIS geleitet.

- Gesundheitsministerium

Auch der designierte Gesundheitsminister Xavier Becerra ist ein Latino. Der derzeitige Generalstaatsanwalt des bevölkerungsreichsten Bundesstaates Kalifornien wird als Gesundheitsminister eine Schlüsselrolle im Kampf gegen die Corona-Pandemie einnehmen. Der 62-Jährige war über die Jahre ein wichtiger Verteidiger von Obamas Gesundheitsreform.

- Verkehrsministerium

Im Vorwahlkampf der Demokraten sorgte der bis dahin weitgehend unbekannte Pete Buttigieg für Furore - und war ein Rivale Bidens. Jetzt soll der erst 38-Jährige das Verkehrsministerium leiten. Der frühere Bürgermeister der Stadt South Bend im Bundesstaat Indiana, eine der großen Nachwuchshoffnungen der Demokratischen Partei, wäre der erste offen homosexuelle Minister der US-Geschichte.

WEITERE SPITZENPOSTEN

- Stabschef im Weißen Haus

Schon Mitte November ernannte Biden seinen langjährigen Vertrauten Ron Klain zum Stabschef im Weißen Haus - vergleichbar etwa mit dem Kanzleramtschef in Deutschland. Der 59-jährige Jurist arbeitete bereits in den 1980er Jahren für den Demokraten und wurde 2009 Stabschef des damaligen Vizepräsidenten Biden.

Foto © AP

- Nationaler Sicherheitsberater

Der 44-jährige Jake Sullivan soll Bidens Nationaler Sicherheitsberater werden und damit einen der wichtigsten Posten im Weißen Haus übernehmen. Sullivan war bereits Bidens Sicherheitsberater in dessen Zeit als Vizepräsident. Später arbeitete er unter Außenministerin Hillary Clinton.

- Geheimdienstkoordinatorin

Die frühere Vizechefin des Auslandsgeheimdienstes CIA, Avril Haines, soll als erste Frau der US-Geschichte Geheimdienstdirektorin werden. Die 51-Jährige würde damit die Arbeit aller US-Geheimdienste koordinieren.

- Botschafterin bei den Vereinten Nationen

Mit Linda Thomas-Greenfield soll eine erfahrene Diplomatin Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen werden. Die 68-jährige Afroamerikanerin war in ihrer langen Karriere unter anderem unter Obama Staatssekretärin für Afrika-Angelegenheiten.

- Klimaschutz-Beauftragter

Der frühere Außenminister John Kerry wird Sonderbeauftragter des Präsidenten für den Klimaschutz - und als solcher Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats. Der 77-Jährige war zwischen 2013 und 2017 Obamas Außenminister und damit auch US-Chefdiplomat bei der Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens Ende 2015.

- Rat der Wirtschaftsberater

Die Ökonomin Cecilia Rouse soll das wichtige Beratergremium für den Präsidenten leiten - als erste Afroamerikanerin und erst vierte Frau in der US-Geschichte. Die 56-jährige Arbeitsmarktexpertin, derzeit Dekanin an der Elite-Hochschule Princeton, gehörte dem Rat schon während der Obama-Biden-Regierung an.

- Rat für Innenpolitik

Die frühere UN-Botschafterin und Nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice soll die Leitung des Rats für Innenpolitik übernehmen und damit eine der wichtigsten innenpolitischen Beraterinnen werden. Die 56-Jährige hatte eigentlich als aussichtsreiche Kandidatin auf das Amt der Außenministerin gegolten.

Kommentare (3)
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Gonzaga
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Ach ...

Von der nicht-amerikanischen Presse würde ich mir mehr Objektivität erwarten, als bloß die Pressemeldungen der amerikanischen Mainstream-Outlets zu übersetzen und wiederzukäuen. Was hilft all die Vielfalt, wenn das Kabinett trotzdem vorwiegend aus Mitgliedern besteht, die finanziell von den amerikanischen Großkonzernen abhängig sind. Und das ihre ganze Karriere lang - das ist wohl das, was in diesem Artikel als "Erfahrung" bezeichnet wird. Aber es geht auch ohne Erfahrung. Wenn man Bürgermeister einer amerikanischen Kleinstadt ist, und sich zum genau richtigen Zeitpunkt aus der Wahl zurückzieht, bekommt man Monate später ebenso einen Kabinettposten. Überraschung.

Gonzaga
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1
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Ach...

... Leserschaft. Und das ist wahrscheinlich schon ein nicht verdientes Kompliment.

future4you
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5
Lesenswert?

Ach

Hr. Biden wird sich aber ärgern über Ihren Diskussionsbeitrag.