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Pulverfass LibanonBrief eines österreichischen Doktoranden an sein Beirut

Beirut war das Paris den Nahen Ostens, doch die Gier der alten Herren ließ viele zurück. Dann kam das Virus, und der Protest wurde verschoben. Und jetzt muss Beirut wieder Asche schmecken. Brief eines österreichischen Doktoranden an sein Beirut, wo er ein Jahr studiert und geforscht hat.

Tausende Menschen protestierten am Samstag in Beirut gegen die Regierung - nach der Explosionskatastrophe vom Dienstag gab es erneut Dutzende Verletzte, die in den überfüllten Spitälern Hilfe suchten © AP
 

Seit ich dich kenne war dein Antlitz gezeichnet von den Geistern einer blutigen Vergangenheit, die es um jeden Preis zu vergessen galt. Deine alten Fassaden, vernarbt von Kugeln und Granatsplittern, verschwinden hinter bunten Schildern und Reklamen. Ruinen, die ihre Ruhe in Jasmin- und Orangenbäumen gefunden haben, die wie grüne Adern durch Risse im Gemäuer das Sonnenlicht suchen, spiegeln sich in Glaspalästen, als würden sie nur darauf warten, von ebensolchen ersetzt zu werden.

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