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Am schlimmsten betroffenJohnson aus der Klinik entlassen - aber mit Horrorprognose für das Königreich

Der britische Premier ist nicht mehr im Spital. Das ist die gute Nachricht für die Briten am Ostersonntag. Doch die Prognosen für das Land sind düster. Auch das wurde am Sonntag bekannt.

Johnson mit seiner Verlobten auf einem Archivbild Anfang März
Johnson mit seiner Verlobten auf einem Archivbild Anfang März © APA/AFP/Tolga Akmen
 

Der britische Premier Boris Johnson ist am Ostersonntag aus dem Spital  entlassen worden. Er werde auf Anraten der Ärzte aber nicht sofort wieder mit seiner Arbeit beginnen, teilte ein Regierungssprecher mit. Johnson wolle allen im St. Thomas' Hospital für die "brillante Pflege" danken, die er erhalten habe, so der Sprecher. Der 55-Jährige werde sich auf dem offiziellen Landsitz des Premiers, Chequers in der Nähe von London, erholen.

Schon am Vortag hatte sich Johnson bei den Mitarbeitern bedankt. "Ich kann ihnen nicht genug danken. Ich verdanke ihnen mein Leben", sagte der Premier. Wie die Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, erhielt Johnson im Krankenhaus Briefe und Baby-Ultraschallbilder von seiner schwangeren Verlobten Carrie Symonds sowie Tausende Karten mit Genesungswünschen. Zudem habe er sich unter anderem mit Filmen die Zeit vertrieben.

Raab vertritt weiterhin Johnson

Der Politiker war am vergangenen Sonntag ins Krankenhaus gebracht worden. Er verbrachte zwischenzeitlich drei Tage auf der Intensivstation der Klinik, nachdem sich sein Gesundheitszustand deutlich verschlechtert hatte. Am Donnerstag war er wieder auf eine normale Station verlegt worden. Johnson wird derzeit von Außenminister Dominic Raab vertreten. Die Befugnisse eines Regierungschefs hat Raab aber nicht. Die ungeschriebene Verfassung der Briten sieht keine klare Regelung für den Fall vor, dass der Regierungschef ausfällt. Es wird damit gerechnet, dass Johnson noch mehrere Wochen fehlen könnte.

Horrorprognose für die Briten

Doch bei aller Freude über die Genesung von Johnson ereilte die Briten am Ostersonntag auch eine schlechte Nachricht. Großbritannien könnte nach Einschätzung der Wellcome-Stiftung in der Bilanz das am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffene Land in Europa werden. Im Vereinigten Königreich werde die Todesrate möglicherweise die höchste sein, sagte Stiftungsdirektor Jeremy Farrar der BBC. Zweifellos müsse man aus der derzeitigen Lage Lehren ziehen, betonte er. Massentests könnten noch helfen, Zeit zu gewinnen, um das Gesundheitswesen aufzurüsten.

Nach dem jetzigen Ausbruch rechnet der Experte, der auch die britische Regierung berät, mit einer zweiten und dritten Welle. Er hoffe auf einen Impfstoff bis Herbst, dann müsse noch die Produktion für die Impfung vieler Millionen Menschen hochgefahren werden. "Ich würde hoffen, dass wir das in zwölf Monaten schaffen, aber das ist an sich schon ein beispielloser Ehrgeiz", so Farrar.

Todeszahl steigt über magische Schwelle

Die Zahl der in den britischen Statistiken erfassten Todesfälle bei mit dem Coronavirus infizierten Menschen drohten noch am Sonntag die 10.000er-Marke zu überschreiten. Experten gehen aber davon aus, dass die tatsächliche Zahl weitaus höher liegen dürfte, vor allem weil viele Opfer in Altersheimen noch nicht eingerechnet worden sind.

Großbritannien hat den Höhepunkt der Pandemie noch nicht erreicht. Es wird daher vermutet, dass die Ausgangsbeschränkungen verlängert werden. Im Land mangelt es vor allem an Tests, Schutzausrüstung und Beatmungsgeräten. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) ist chronisch unterfinanziert und marode. Die in London ansässige Wellcome-Stiftung setzt sich für die Verbesserung der weltweiten Gesundheit ein.

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ichbindermeinung
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Zahlen auf 1.0 Mio. Einwohner

Karte zum Coronavirus (bzw. zu COVID-19) auf google da werden die Fälle auf 1.0 Mio. EW gerechnet...z.B. GB 1.268 Fälle auf 1.0 Mio. EW - Österr. 1.572 auf 1.0 Mio. EW - Polen: 173 Kroatien: 404 Griechenland: 197 Türkei: 684 BRD: 1.537 Ungarn: 149 China: 58

Ragnar Lodbrok
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Hoffentlich eine Lehre, daß gewisse Bereiche

NIE privatisiert werden dürfen!!!

Peter81
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Das NHS ist gerade genau das Gegenteil von einer Privatisierung

Aber dieses System eines aus Steuergeld finanzierten Gesundheitssystem hat halt andere Probleme, vor allem dann wenn kein Geld dafür zur Verfügung gestellt wird.

antipasti
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Die anglo-amerikanischen Zwillinge sollten zugeben,


dass sie sich mit ihren Einschätzungen sprichwörtlich "tödlich verspekuliert" haben!

Aber das können die Gottgleichen nicht: Der Eine hat die Schuld schon bei den Demokraten (NY) verortet, der Andere ringt noch darum, wen er für seinen eigenen Fehler verantwortlich machen könnte.

kaagee44
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Wie üblich

werden auch in GB alle Todesfälle Corona zugerechnet. Kann ja niemand mehr überprüfen

Ragnar Lodbrok
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...und die Erde ist

ja doch eine Scheibe...🙈

erstdenkendannsprechen
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nein. nur die, die getestet wurden.

alle anderen nicht - offiziell.
aber wenn es sie beruhigt, es gibt auch noch andere zahlen, an denen man ablesen kann, wie sich die ausbreitung des virus ungefähr auswirkt:
new york hat diese woche - und allen prognosen nach wird es anhalten bzw. sich noch verschärfen: doppelt so viele toten wie sonst. in bergamo und anderen teilen der lombardei gab es im märz eine fünfach so hohe sterberate wie in den vergleichszeiträumen - nur ein teil davon offiziell covid-todesfälle.
für die vergangene woche konnte man für italien, spanien, frankreich, gb, belgien eine stark erhöhte todesrate feststellen (quelle: euromomo).
fühlen sie sich nun besser?

dude
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Ja, ja...

... und Boris Johnson hat wahrscheinlich gar nicht Corona gehabt. War wahrscheinliche eine harmlose Grippe...
# Satire off!

Ich halte diese Bagatellisierer, diese Verharmloser, diese Grippe-Vergleicher, diese Todeszahlzweifler, diese Notstandsleugner nicht mehr aus! Es ist zum speiben!

Sehnen Sie sich vielleicht nach Zuständen wie in England, wie in NY, wie in Bergamo, wie in der Türkei, oder in Frankreich oder Teheran???

Ihrer Meinung nach ist es ja wahrscheinlich dort auch gar nicht so schlimm! Sie glauben sicher, das von den Medien hochgespielt wird!

Isidor9
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Netanjahu

Man mag den Überbringer schlechter Nachrichten bekanntlich nicht, aber derzeit wird das besonders deutlich. Begonnen hat das alles mit dem Anruf des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu ,der, weil er unseren Kanzler Kurz schätzt ,angerufen hat und ihn dankenswerterweise gewarnt hat. Wie haben da dann die Relativierer hasserfüllt (oft antisemitisch konnotiert) gegeifert und Gift gespritzt. Weiters wurden anschließend jene Wissenschafter delegitimiert, die die möglichen schlimmen Szenarien ,die ja tatsächlich existieren, aufzeigen. Und jetzt getrauen sich schon viele nur mehr andeutungsweise auf die Möglichkeiten einer zweiten und dritten Welle hinzuweisen,weil sie sofort als Panikmacher und Verunsicherer denunziert werden . Was dabei auf der Strecke bleibt ist die Wahrheit.