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BrexitSassoli: Kein Abschied, sondern ein "Auf Wiedersehen"

Das Europaparlament soll am Abend über das Austrittsabkommen Großbritanniens abstimmen.

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David Sassoli © (c) APA/AFP/KENZO TRIBOUILLARD
 

Für EU-Parlamentspräsident David Sassoli bedeutet der Brexit keinen Abschied von den britischen Labour-Europaabgeordneten, sondern ein "Auf Wiedersehen". Dies erklärte Sassoli bei der Ehrung der scheidenden EU-Parlamentarier durch die sozialdemokratische Fraktion S&D am Mittwoch in Brüssel. Das Europaparlament soll am Abend über das Austrittsabkommen Großbritanniens abstimmen.

"Ein trauriger Tag" sei dies nicht nur für das Parlament und die sozialdemokratische Parteienfamilie, sondern auch für seine Generation, "die Mauern niedergerissen" habe, sagte der Parlamentspräsident unter Verweis auf die Berliner Mauer. "Wir sind die Generation, die weiter Mauern einreißen will", so der italienische Sozialdemokrat und forderte dazu auf, das Versprechen, weiterzumachen, zu erneuern, weil "andere Mauern hochziehen".

Gezweifelt bis zuletzt

EU-Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans gestand am Mittwoch
im Europaparlament ein, stets geglaubt zu haben, dass es nicht zu einem Austritt Großbritannien kommen würde, da "das Land, das den gesunden Menschenverstand erfunden hat", diesen wiederfinden würde. Der niederländische Sozialdemokrat kündigte an, "in gutem Glauben" über ein Folgeabkommen verhandeln zu wollen, das die Interessen der Bürger des Vereinigten Königreichs und der EU berücksichtigt. Laut EU-Chefverhandler Michel Barnier sollen die Gespräche Ende Februar
oder Anfang März starten.

Die Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten (S&D) Iraxte Garcia Perez sprach den scheidenden Abgeordneten sichtlich gerührt ihren Dank aus für "viele Jahre unermüdlicher Arbeit, um ein besseres Europa zu schaffen". Auch für sie ist es kein "Adieu". "Wir brauchen ein Vereinigtes Königreich, dass die Werte, die wir teilen, verteidigt", so die Spanierin. Es gelte, das Feld nicht den Neoliberalen und den Nationalisten zu überlassen.

Für immer verbunden

Die Labour-Abgeordnete Theresa Griffin versprach, die politische Verbindung zur sozialdemokratischen Fraktion aufrechtzuerhalten, obwohl dies der Verlust der regulären Präsenz in der Europäischen Union erschwere. Ihr Delegationsleiter Richard Corbett lobte den Beitrag der Sozialdemokraten zur Demokratisierung der Europäischen Union. "Wir haben das Parlament handlungsfähig gemacht", sagte er und zeigte sich stolz, der erste britische Praktikant in der S&D-Fraktion gewesen zu sein.

Griffin und Corbett hielten zum Abschluss der S&D-Veranstaltung Schals mit der Flagge der Europäischen Union, dem britischen Union Jack sowie der Aufschrift "Always united" (zu Deutsch: Für immer verbunden) in die Höhe, während die Europahymne gespielt wurde. Am Freitag wird Großbritannien nach 45 Jahren EU-Mitgliedschaft aus der Union austreten.

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