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Interview„Das 21. Jahrhundert wird weiblich sein“

Die Briten wollen aus der EU, die USA wählen einen Präsidenten und die CDU sucht einen Kanzlerkandidaten – ein Blick auf das Jahr 2020 mit dem Politikwissenschaftler Herfried Münkler.

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Der Politologe Herfried Münkler blickt für die Kleine Zeitung auf das kommende Jahr
Der Politologe Herfried Münkler blickt für die Kleine Zeitung auf das kommende Jahr © (c) ullstein bild via Getty Images (ullstein bild)
 

Herr Münkler, im Jänner kommt voraussichtlich der britische Abschied von der EU. Ist der Brexit Anfang einer Zerfallserscheinung der EU?
HERFRIED MÜNKLER: Die Schwierigkeiten, in die sich die Briten selbst gebracht haben, sprich die innere Spaltung des Landes, bleibt auch nach dem Brexit bestehen. Das dürfte weitere Kandidaten davon abhalten, die EU zu verlassen. Aber mit Großbritannien verliert die EU auch an Handlungsfähigkeit, nicht nur militärisch. Besonders Deutschland wird dies noch zu spüren kommen. Nicht allein wegen der engen Wirtschaftsverbindungen zu Großbritannien. In der steten EU-Debatte zwischen französischem Staatsdirigismus und britischem Wirtschaftsliberalismus konnten Länder wie Deutschland und Österreich eine bequeme Vermittlerrolle einnehmen. Diese komfortable Mittellage ist überholt. Noch eine Folge zeichnet sich ab: Die verbleibende EU wird sehr viel kontinentaleuropäischer geprägt sein, die transatlantische Position wird schwächer.

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