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EU-Resolution angenommenEuropa ist nun auch offiziell im "Klimanotstand"

Damit soll die Dringlichkeit des Klimawandels unterstrichen werden. Tatsächlich hat die Ausrufung des "Klimanotstandes" durch das EU-Parlament aber keine direkten Konsequenzen, es handelt sich um einen symbolischen Akt.

© (c) APA/dpa/Christian Charisius
 

Das EU-Parlament hat am Donnerstag in Straßburg mit großer Mehrheit eine Resolution zur Erklärung eines "Klimanotstandes" angenommen. Diese unterstreicht die Dringlichkeit des Klimawandels und fordert konkrete Maßnahmen von EU-Kommission, Mitgliedsländern und globalen Akteuren. Die Debatte über den Titel der Resolution hatte in den letzten Tagen die mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

Nicht der einzige Antrag

Damit lenkte die vor einer Woche eingebrachte Resolution zum Klima- und Umweltnotstand auf Initiative der liberalen Fraktion von einem weiteren Entschließungsantrag im Vorfeld der UNO-Klimakonferenz ab (COP 25), über den monatelang verhandelt worden war, und der am Donnerstag von den EU-Mandataren ebenfalls angenommen wurde. Dieser wiederholt die Forderung des EU-Parlaments von Klimaneutralität bis 2050 und verlangt eine Reduktion der EU-weiten Treibhausgasemissionen der gesamten Wirtschaft bis 2030 um 55 Prozent.

Derzeit sind 40 Prozent vorgesehen, im Verhältnis zu dem Niveau von 1990. Die künftige EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen sprach sich am Mittwoch für mindestens 50 Prozent aus und zeigte sich bereit, bis 55 Prozent zu gehen, wenn andere Kontinente auch mitmachten. Laut der Umweltorganisation Greenpeace wäre eine Reduktion der Emissionen von 65 Prozent notwendig, um eine Klimakatastrophe zu verhindern.

Die Debatte über die Bezeichnung "Klimanotstand" aufgrund der Übersetzungsmöglichkeiten in den verschiedenen EU-Sprachen und der hervorgerufenen Assoziationen sowie über die Prozente lenkt laut Parlamentskreisen über das eigentliche Thema ab: die Durchführungsgesetze auf EU- und nationaler Ebene, die notwendig sind, um die Klimaziele zu erreichen. Um die Reduktion tatsächlich zu erreichen, müsse "an vielen Schrauben gedreht" werden, hieß es.

Ein symbolischer Akt

"Die eigentliche Frage ist, wie wir Emissionen reduzieren und nicht, was wir in die Überschrift schreiben", sagte auch ein Sprecher der Europäischen Volkspartei (EVP) am Donnerstag zur APA. Tatsächlich hat die Ausrufung des "Klimanotstandes" durch das EU-Parlament keine direkten Konsequenzen, es handelt sich um einen symbolischen Akt.

Greenpeace kritisierte am Donnerstag den "Mangel an Substanz" der Resolution des Europaparlaments. Sebastian Mang, Klimaexperte der Umweltorganisation, empfiehlt, Konzerne, die mit fossilen Energieträgern Geschäfte machen, zur Verantwortung zu ziehen, in den öffentlichen Verkehr und erneuerbare Energien zu investieren, Pestizide zu verbannen und die Förderungen für die industrielle Landwirtschaft zu streichen.

Kommentare (14)

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homerjsimpson
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Wenn jeder anfängt mal nur das unnötige wegzulassen, dann

... ist ein erster Schritt getan und viele weitere müssen folgen. Wenn endlich einmal viele Menschen sehen: Hoppala, das muss ja wirklich nicht sein, dann wird sich auch das Wahlverhalten ändern und der Druck auf die Politik ein ganz anderer sein. Und dann kann sich etwas bewegen, auch global.

50m Einkaufsweg muss man nicht mit dem Auto machen. 5 Mal im Jahr auf Urlaub fliegen muss das sein? Kleidung kaufen und kaum tragen oder ungebraucht wegschmeißen. Mit dem Auto Strecken fahren, die mit Zug und von mir aus Bus gut erschlossen sind, warum? In der Stadt munter rumstauen mit den anderen, warum? Und vieles mehr....

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compositore
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@homer - nur das unnötige wegzulassen ...

... sagt dasselbe EU-Parlament, das 12mal im Jahr zwischen Brüssel und Strassburg pendelt und dabei mehr als 100 Mio € verbrät und Zitat: "Unterlagen, die gebraucht werden packen wir in große Kisten und dann wird alles per LKW von Brüssel nach Straßburg gefahren."
Als Gegenleistung verzichte ich dann auf meinen Urlaubsflug, beim Autofahren schränke ich mich ein, beim Fleischkonsum ..

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dude
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Sie haben uneingeschränkt recht, compositore!

Aber haben Sie eine Lösung?
Streichen wir Brüssel als Parlamentssitz oder Strassbourgh?
Die Aufteilung auf zwei Standorte geht auf historische Entwicklungen zurück und ist heute definitiv nicht mehr zeitgemäß und auch nicht sehr ökologisch, wie Sie richtig schreiben! Aber mir fällt keine tragbare Lösung ein, mit der alle halbwegs zufrieden sind!

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hfg
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Klimanotstand ausrufen

Damit ist dann der erhöhte EU Beitrag leichter zu argumentieren. Wer zahlt wie immer das Volk. Auch für die neue Kommission sind sparen, Effizienz usw. Fremdwörter. Die EU wird verkleinert der Beamtenapparat, die Spesen und Ausgaben steigen. Das ständige Wachstum und immer mehr und mehr von allem bewirkt Schlußendlich den Klimawandel. Nur das will und kann man halt nicht verstehen bzw. akzeptieren. Die Menschheit sägt an dem Ast auf dem sie sitzt.

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ES52
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Die hysterische Lizitation geht munter weiter

35 %, 40,50,60%, wer bietet mehr in Westeuropa?
x % von was?
Von welchen absoluten Zahlen wird hier gesprochen?
Zuerst lassen sich die Regierungen bei den Verpflichtungen beim Einsparungsziel hinauftreiben, es werden ohne berechenbare Maßnahmen
riesige Beträge als Pönalezahlungen eingegangen, alles was vorgeschlagen wird ist zu wenig, und dann schreien dieselben NGOs und Grüninnen, wir müssen handeln, weil sonst drohen Milliarden Strafzahlungen.

Welche konkreten Maßnahmen sollen ergriffen werden? Und welche Auswirkungen haben diese Maßnahmen auf Erderwärmung?
Und welche Kosten kommen auf den einzelnen Staat, den einzelnen Bürger aus diesen Maßnahmen zu?

Hier hört man nur eine Aneinanderreihung von losen Vorschlägen, die man als vernünftiger Mensch zu tun hat.

Zum xten Mal : wir haben mit unserem Minianteil genau Null Einfluss auf die Erderwärmung! Allein der jährliche Bevölkerungszuwachs von rd. 80 Mio Menschen verschlingt unsere lächerlichen Pseudo Einsparungen.

Die Wichtigmacherei der selbsternannten Klimaerlöser v. a. in Deutschland, Skandinavien, Österreich feiert weiterhin fröhliche Urständ...

Ich jedenfalls mache weiter wie bisher: kaufe regional und saisonal, fahre kurze Strecken bei Schönwetter mit dem Rad, spare Strom mit PV samt Speicher und fahre auf Urlaub nur in Europa

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dude
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Ihr letzter Absatz ist großartig, ES52!

Wenn Ihnen viele weitere Menschen folgen, kann durchaus was bewegt werden. Unterschätzen Sie das nicht! Und dass viele weitere Menschen sich auch so verhalten, dazu muß der Gesetzgeber (der Staat bzw. die EU) steuernd eingreifen! Das von Ihnen beschriebene Verhalten muss gefördert und das Gegenteil davon muss verteuert werden. Und sehr, sehr viele werden motiviert sein, sich so zu verhalten wie Sie!

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homerjsimpson
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Jeder einzelne kann nicht genug machen, also tun wir am besten alle nichts.

Diese Ihre Idee ist großartig und wird sicher zum Erfolg führen. Bravo!

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Horstilein
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Klimanotstand

Ich bin auch dafür, dass die ganze Welt etwas für das Klima tun muss, aber hat irgendwer eine Ahnung wie es auf der restlichen Welt zugeht? Indien, China, Amerika, Afrika ... dass sind nur die schlimmsten Umweltsünder - sogar in Europa kümmern sich die wenigsten Länder wirklich um die Umwelt!!! Solange sich nicht alle Länder einig sind, die Welt zu retten, werden die Bemühungen von einigen Ländern nichts helfen!!! Was kommen wird, sind Steuern für den Klimaschutz und das wird wieder auf das Volk abgewälzt!!!

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homerjsimpson
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Afrika ist vom Volumen der geringste Umweltsünder, weit hinter Europa.

Sicher muss jeder einen Beitrag leisten, aber derzeit warten alle auf die anderen und das geht immer schief. Im Kleinen wie im Großen. Jeder kann etwas beitragen, durch eigenes Verhalten, durch Wahlverhalten und durch informieren andere die es vlt noch nicht so gut wissen. Denn es wird derzeit so viel sinnlos verschwendet, das schon allein der Anteil viel bringen würde, wenn man den vermeiden würde, da muss noch keiner auf was verzichten.

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heku49
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Nur ein symbolischer Akt?

Geht es noch. Fakten liegen auf dem Tisch....symbolische Taten sind viel zu wenig. Endlich Nägel mit Köpfen machen. Denkt eigentlich irgend jemand an kommende Generationen?

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Miraculix11
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Die Fakten liegen auf dem Tisch

Zu Christi Geburt gab es 200 Millionen Menschen auf der Erde, ca. um 16oo waren wir 1 Milliarde, 1950 erst 2,5 Milliarden und derzeit sind wir bereits bei 7 Milliarden. Wir müssen das Klima retten damit in 500 Jahren, wenn die Überbevölkerung die Erde unbewohnbar gemacht hat eine schönere Erde zurückbleibt.

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Horstilein
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Ich habe auch Kinder und Enkelkinder,

aber was können eine paar Länder schon ausrichten, wenn viele europäische Länder große Umweltsünder sind.
Schauen Sie in die Müllkübel hinein, nicht einmal in Österreich wird der Mühl richtig getrennt und das bei Menschen die oftmals eine mittlere Schulbildung haben. Es wird auch in der Bildung viel zu wenig darüber gelernt.

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Butterkeks
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...

Und welche Nägel mit Köpfen schweben Ihnen da so vor?

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dude
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Das sind ja vielversprechende Signale aus Europa!

Die Wahrheit ist den Wählern zumutbar!
Ich hoffe sehr, dass möglichst rasch verbindliche Maßnahmen und Gesetze folgen, sowohl von europäischer Seite, als auch von den nationalen Parlamenten!

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