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Wahl in der SchweizHistorischer Durchbruch für Grüne - Verluste für SVP

Hochrechnung: Rechtspopulisten bleiben stärkste Kraft, sacken aber um 3,1 Punkte ab - Grüne überholen mitregierende CVP und bringen sich für Regierung in Stellung.

Grüner Jubel in der Schweiz
Grüner Jubel in der Schweiz © APA/AFP/FABRICE COFFRINI
 

Die rechtspopulistische Schweizerische Volkspartei (SVP) hat bei der Nationalratswahl am Sonntag deutliche Verluste verbuchen müssen, während die Grünen einen historischen Durchbruch schafften. Dies zeigt eine erste Hochrechnung des Schweizer Fernsehens. Demnach erreichte die SVP 26,3 Prozent (-3,1 Punkte). Die Grünen rückten mit 12,7 Prozent (+5,6 Punkte) auf den vierten Platz vor.

Einbußen

Damit gelang es den Grünen, knapp die Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) zu überholen, die auf zwölf Prozent (+0,4 Prozent) kam. Erstmals seit Jahrzehnten wurde damit eine der vier Regierungsparteien von einer Oppositionskraft überholt. Neben der SVP mussten auch die beiden restlichen Regierungsparteien Einbußen verbuchen. Die Sozialdemokraten verloren um 2,4 Punkte auf 16,5 Prozent, die FDP um 1,2 Punkte auf 15,2 Prozent. Bei Schweizer Parlamentswahlen sind große Verschiebungen selten, die Regierungszusammensetzung ist überhaupt seit sechs Jahrzehnten praktisch unverändert. SVP, SP, FDP und CVP teilen sich die sieben Sitze im Bundesrat (Regierung).

Ins Wanken geraten

Diese "Zauberformel" dürfte durch den Wahlerfolg der Grünen gehörig ins Wanken geraten, insbesondere wenn diese mit der zweiten Grün-Partei an einem Strang ziehen sollten. Die bürgerliche Grünliberale Partei (GLP) konnte nämlich ebenfalls deutlich zulegen (plus 2,9 Punkte auf 7,6 Prozent). Damit haben die beiden Ökoparteien künftig ein Fünftel der Sitze im 200-köpfigen Nationalrat und können bei der Regierungsbildung wohl nur schwer umgangen werden. Kleinere bürgerliche Parteien kamen bei dem Urnengang massiv unter die Räder.

Kommentare (4)

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Hansmann88
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Fast vierzig Jahre

Das Wissen um die Notwendigkeit einer Politik, die der Umwelt und einer ökologischen Wirtschaft gerecht wird, ist im Grunde schon über 40 Jahre alt* und erst jetzt langsam merken die Menschen, dass es Zeit wird für eine Neuausrichtung. Für eine vernünftige Wirtschaftspolitik, die dem Wahnsinn der Vernichtung unseres Planeten ein Ende setzt. Diese momentane Stimmung ist leider noch immer erst ein Anfang, aber doch ein Zeichen der Hoffnung.

*Zum Beispiel hier nachzulesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Global_2000_(Studie)

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ralfg
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Wer glaubt das die grünen für bessere Umweltpolitik stehen ist leider dumm.
Das ist nur ein kleiner Teil der grünen Politik mit dem sie halt aktuell gut Stimmen ziehen.
Was auch grünen Politik ist ist Umgestalltung der Sprache, Umgestalltung des Familienbildes, absolute individualisierung für jeden (Alle Drogen frei...), Abschaffen von Grenzen, Heimatkultur und christlicher Kirche, Sonderbehandlung für extra geschaffene Minderheiten, ....

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selbstdenker70
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Da erwartest du dir aber vom Wähler etwas zuviel. Die Grünen surfen derzeit nur auf der "Hitzewelle" herum. Bei Schlagwörtern wie Klimanotstand, Klimakrise usw wird der Mensch ängstlich, und hofft jetzt darauf, die Grünen werden es richten, was ja nicht stimmt, weil sie zwar Antworten haben, die aber nur regional bzw bundesweit , und das nur ansatzweise, umsetzbar sind. Damit verändert man aber nicht das Weltklima. Die großen Player dieser Welt, die wirklich etwas bewegen könnten, sind aber reine Wirtschaftsmächte. UND, die grüne Ader der Wähler ist schnell versiegt, wenn es um Abstriche im Alltag geht...

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paulrandig
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selbstdenker70

Das ist sicher ein Hemmschuh, da gebe ich Ihnen Recht.
Trotzdem ist es mir lieber, es wird mit der berechtigten Angst vor realen Gefahren gearbeitet als mit aufgebauschten Angsmachereien und Hassbotschaften die Angst vor Mitmenschen geschürt und mit dieser künstlichen Angst Stimmen gefangen.
Das große Bild kann man nur im Großen verändern, auch da bin ich bei Ihnen. Trotzdem; Es sind mehrere Schritte dorthin: Erst einmal bei jedem von uns beginnen, das tun schon viele. Dann in Kommunen handeln, erst in kleinen, dann in größeren, auch das passiert bereits immer öfter. Irgendwann beginnen diese wachsenden Fleckchen auf der Landkarte zusammenzufließen. Dann werden allmählich ganze Staaten eingefärbt. Und man darf eines nicht vergessen: Jede merkliche Bewegung oder Ideologie wird schnell entdeckt und wirtschaftlich gemolken. Der Markt stellt sich darauf ein und bietet entsprechende Produkte und Dienstleistungen an. Fortschrittliches wird zum Must-Have und steckt auch Leute in rückständigen Ländern an, die sich fragen: "Warum nicht auch hier?"
Es ist kein perfektes System, das gibt es nicht. Ich begrüße jede Bewegung in die richtige Richtung ohne mir Illusionen zu machen.

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