Spaltung EuropasWas der Kanzler alles machen hätte können

Die Strahlkraft von Sebastian Kurz reicht weit über Österreichs Grenzen hinaus. Bisher hat er noch nichts aus diesem Potenzial gemacht. Ein Kommentar von Claudia Gigler.

BELGIUM-AUSTRIA-EU-DIPLOMACY
© APA/AFP/JOHN THYS
 

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz und seine Adlaten aus den Reihen der FPÖ werden nicht müde einander auf die Schulter zu klopfen, was ihre "Erfolge" in Sachen Asylpolitik betrifft.

Der begnadete Redner Matthias Strolz von den Neos brachte diese ""Erfolge" im Parlament gnadenlos auf den Punkt:

  • Eine österreichische Wahl wurde gewonnen.
  • Europa wurde entzweit
  • Die deutsche Bundesregierung mit Kanzlerin Angela Merkel ist an die Wand gefahren. Mit tätiger Mithilfe von Kanzler Kurz.
  • Achsen zu Helfern und Helfershelfern zu schmieden, mag dem Karrieristen nützen, hauche der "europäischen Seele" aber kein Leben ein.

Klubobmann Matthias Strolz

Kurz ist Kanzler, und die Macht ist mit ihm. Es ist unendlich schade, dass er den Weg aus dem Wahlkampfmodus in Richtung verantwortungsvoller Tätigkeit als Regierungsschef noch nicht gefunden hat.

Deutschland mag Kurz und Kurz mag den Westbalkan. Wie schön wäre es gewesen, hätte er es gschafft, die unterschiedlichen Spieler Europas an einen Tisch zu bringen. Stattdessen treibt er weiter einen Keil in die EU.

Außengrenzen schützen ist nicht Kür sondern Pflicht. Wie schön wäre es gewesen, hätte Kurz das Vorspiel zur Ratspräsidentschaft zum Anlass genommen, ein echtes Ziel auf seine Fahnen zu heften,  nämlich das Bekenntnis zu einer gemeinsamen Asylpolitik zu erreichen.

Eine "Insel" außerhalb Europas, auf die alle Unerwünschten, die Asylwerber nämlich, verbannt werden, ist nur kurzfristig die Befreiung von etwas, das wir nicht sehen möchten. Wie schön wäre es gewesen, hätte Kurz sich und allen anderen eingestanden, dass diese Insel keine End- sondern nur eine Zwischenstation sein kann, und dass ein Bekenntnis zur Verteilung Voraussetzung für das Etablieren einer solche Zwischenstation ist.

Österreich ist auf dem besten Wege, am 1. Juli nicht nur einen Scherbenhaufen vorzufinden sondern den Scherbenberg noch zu erhöhen:

Wenn die Regierung Merkel zerfällt, bricht ein Fels in der Brandung.

Wenn nicht alle EU-Staaten anerkennen, dass EU-Recht für alle gilt, zerfällt der Kitt der Union.

Wenn die Menschen bei ihren Emotionen abgeholt, aber nicht im Gefühl der Sicherheit bestärkt werden, gewinnen die Fliehkräfte, von denen sogar der Kanzler selbst spricht, Überhand.

Wer in Zeiten von Wahlen alles dem Ziel unterordnet, Stimmen und Macht zu maximieren, mag als in höchstem Maße professionell durchgehen, wie es sogar Strolz dem ÖVP-Chef konzediert hat.

Wer diese Macht nicht nützt, um Ziele zu erreichen, wer es nicht einmal schafft, solche Ziele zu definieren, der missversteht seine Verantwortung als Regierungschef.

Zwischen 22 Uhr und 8 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

cleverstmk
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Bravo

Auf den Punkt gebracht - leider wird man ihren Artikel bei den Beifall klatschenden Bierzeltgrölern nicht verstehen.
Eine Regierung ohne irgendeine Vision, einzig in Geiselhaft von Ha Tasche und Burschis mit ihrem rechten Weltbild

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Klatzerh
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Liebe Claudia Gigler...

... mit diesem Kommentar erscheinen Sie mir als eine Kombination aus Naivmensch und Gutmensch. Beides bringt uns nicht weiter. Jetzt sind Taten gefragt!

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peterkoch63
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Na toll, Frau Gigler

falls Sie glauben dies sei eine SPÖ Parteizeitung muss ich Sie leider enttäuschen. Laut Impressum ist die Kleine Zeitung unabhängig, Sie aber sicher nicht. Was ist so schwer an dieser Regierung auch was Positives zu sehen? Oder ist das einfach die Gewohnheit bei Ihnen?

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voit60
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Hofberichterstatter ist eh der Jungwirth

Da tut ein kritischer Regierungsbericht richtig gut

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Lodengrün
8
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Sie vertragen

wohl auch nicht das das Traumpaar Kurz/Strache kritisiert wird. Machen alles richtig beginnend beim Rauchverbot. Diese Herren haben nur eines, - eine gut geschmierte PR Abteilung. Aber die hatte auch schon ein anderer von deren Erkenntnissen die Werbung heute noch profitiert.

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BernddasBrot
4
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Koalition der Willigen

Achse des Bösen...
ist übrigens eine Diktion von George W. Bush....die er sich da bedient der Basti....

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wollanig
21
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Diesem Artikel fehlt

wohl jegliches Maß an Objektivität und Qualität, welches man in einer solchen Zeitung erwartet. Journalistisches Niveau schaut anders aus.

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dude
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Gratulation Frau Gigler!

Ein großartiger Artikel, dem nichts hinzuzufügen ist!

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earlofcarinthia
24
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Das eine gemeinsame asylpolitik

Scheitert dass weis doch jedes Kind.
Sorry aber so einen Schmarrn hab ich achon lange
nicht mehr gelesen.

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Mr.T
28
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Respekt

Das nenne ich mal einen Artikel der die Sache auf den Punkt bringt!!!

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Lodengrün
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Man staunt und gratuliert

Frau Gigler für diesen auf den Punkt gebrachten Artikel. Schade das ein Herr Kurz das nicht liest, und sollte er es, dann fliesst das Geschriebene bei der Selbstüberschätzung die er hat nie und nimmer in seine Überlegungen ein.

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Lodengrün
9
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Der Kanzler

macht eben das was der Herr Strache will. Die EU zerstören.

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RMK
23
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Spaltung Europas

Dafür ist Merkel verantwortlich! Zusammen mit der "Achsenmacht" Frankreich hat Deutschland maßgebend den Wirtschaftskrieg gegen Russland befeuert und die Hilfe für die korrupte Ukraine forciert.
Es wäre höchste Zeit, dass Merkel so wie seinerzeit die "Eiserne Lady" von den eigenen Leuten abgesetzt wird.

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voit60
19
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höchstes Kompliment Frau Gigler für diesen ehrlichen und mutigen Artikel

bin gespannt, wie die übrige Reaktion in ihrer Redaktion darauf sein wird. Diesen Artikel könnte sich der Kollege Jungwirth auch ein wenig zu Herzen nehmen. Es reicht eh, wenn die Krone zum Hofberichterstatter vom jungen Mann geworden ist.

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SoundofThunder
12
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🤔

Das Bild mit Kanzler KurzIV und darunter steht : Spaltung Europas. Wer hätte es gedacht dass es die ÖVP sein wird welche die EU spaltet. Sogar Schüssel hatte seine Grenzen aber dieser IV - hörige Populist und Chauvinist nicht. Und der Verfasser dieser Reportage hat es sogar konziliant vermieden die letzte Konsequenz daraus anzudeuten.Ich wäre es nicht und mir steht das auch nicht zu.

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scionescio
19
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Liebe Frau Gigler, man kann es kaum besser formulieren - Vielen Dank!

Noch ein paar solche Kommentare und ich gründe persönlich einen Fanklub ;-)

Schade ist nur, dass anscheinend Anständigkeit, Intellekt, Courage und Objektivität nicht ansteckend sind - zumindest hätte ich bei manchen ihrer Kollegen in dieser Richtung noch keine Anzeichen davon gesehen ...

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BernddasBrot
14
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im Kurier

erschien jüngst ein Artikel , Politik ohne Inhalte.
Marketing-Gags etwa wie Subsidaritätsprinzip , Sparen im System beherrschen das Sprachbild .
Nach Strolz ging der junge Kanzler ans Pult , ging inhaltlich nicht auf die Kritik ein und setze mit seinen Stehsätzen fort.
Da erinnere ich mich an Augustinus , der einst schrieb, List kann nur durch List enttarnt werden. Nur , diesen hat die SPÖ nicht und Pilz ist politisch zu schwach, im Moment schafft er es nur die FPÖ zu ärgern. Die aber dafür gewaltig......

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