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Russische UrlaubsshowPutin? "Ein toller Hecht"

Wie kaum ein anderes Staatsoberhaupt liebt der 64-jährige Putin die medienwirksame Inszenierung seines Körpers und seiner Männlichkeit. Unvergessen sind seine Fotos als Reiter mit freiem Oberkörper.

Putin beim Sonnenbaden
Putin beim Sonnenbaden © (c) APA/AFP
 

Da ist er wieder, der nackte Oberkörper des russischen Präsidenten. Mit ausgebreiteten Armen steht Wladimir Putin auf einem Floß in der Sommersonne im tiefsten Sibirien, einen dicken Fisch in der linken Hand. "Seht her, was für ein toller Hecht!", scheint die Pose beim Angeln in der Republik Tuwa zu sagen.

Wie kaum ein anderes Staatsoberhaupt liebt der 64-jährige Putin die medienwirksame Inszenierung seines Körpers und seiner Männlichkeit. Unvergessen sind seine Fotos als Reiter mit freiem Oberkörper, sein Auftritt als Biker in Lederkluft oder als Taucher, der antike Tongefäße aus den Tiefen des Gewässers fischt. Auch als knallharter Eishockey-Spieler und als Judoka setzt sich der etwa 1,72 Meter große Kremlchef und Träger eines Schwarzen Judo-Gürtels gern in Szene.

Dieses Jahr also zwei Tage Kurzurlaub im Süden Sibiriens. In vergnüglicher Runde mit Verteidigungsminister Sergej Schoigu und zwei Gouverneuren lässt sich Putin buchstäblich die Sonne auf den Pelz scheinen. Ein wenig schüchtern sitzt der ebenfalls obenrum entblößte Minister neben ihm, während Putin seinen muskulösen Torso bräunt und mit ausgestreckten Armen die Sonne grüßt.

Putins Leidenschaften: Der Kreml-Chef - fast privat

Putin fischt

Der Kreml hat im August Aufnahmen vom Kurzurlaub von Putin beim Angeln an einem Bergsee in der sibirischen Region Tuwa veröffentlicht. Während sich US-Präsident Donald Trump damals  für 17 Tage in den Golfurlaub verabschiedete, zeigte sich Russlands Präsident Wladimir Putin einmal mehr mit freiem Oberkörper beim Fischen. Die Botschaft: Golfen ist etwas für Weicheier.

(c) APA/AFP/SPUTNIK

Nach der Tauchtour

Der Kreml-Chef hält Barsche in die Kamera, die er offenbar bei einem Tauchgang in dem Gewässer gefangen hat.

(c) AP (Alexei Nikolsky)

Der Jäger

Putin bereitet sich vor auf fette Beute - im See und vermutlich auch mit der Aussicht auf die positive Wirkung der Bilder auf seine Landsleute.

(c) AP (Alexei Nikolsky)

Die Chefverteidiger

Putin neben seinem Verteidigungsminister Sergej Schoigu beim Sonnenbaden. Bei all dem Posing darf man nicht vergessen: Der russische Staatschef war zu diesem Zeitpunkt schon bald 65 Jahre alt.

(c) APA/AFP/SPUTNIK

Der Wassermann

Während Trump in einem Luxusresort in New Jersey Abschläge übt, gibt sich Putin topfit als Schwimmer.

(c) AP (Alexei Nikolsky)

Der Kapitän

Putin ließ sich auch am Steuer eines Bootes und im tarnfarbenen Taucheranzug ablichten. Ganz der Kapitän eben.

(c) AP (Alexei Nikolsky)

Der Seehecht

Putin hat sich schon in früheren Jahren bei sportlichen Aktivitäten in Szene setzten lassen, um zu zeigen, wie fit er ist. Immerhin wurde von ihm, dem ehemaligen KGB-Mann, außerordentliche Fitness verlangt.

(c) AP (Alexei Druzhinin)

Der Cowboy

Aber nicht nur zu Wasser, sondern auch auf dem Land, will der Kreml-Chef eine gute Figur machen. Die Inszenierung als Sportler und Naturbursche ist typisch für ihn. Er ist ja auch wirklich so etwas wie der größte Athlet aller Zeiten - irgendwie jedenfalls.

(c) AP (Alexei Druzhinin)

Der Judoka

Nicht nur im Judo hat er so manchen Gegner aufs Kreuz gelegt. Immerhin hat er dort den schwarzen Gürtel. Selbstverteidigung war als Geheimdienst-Agent natürlich Pflicht.

(c) AP (Alexei Nikolsky)

Der Eismann

An seinem 63. Geburtstag machte er bei einem Eishockey-Spiel sieben Tore. Da kann der US-Präsident mit seinem Handicap natürlich locker einpacken.

(c) AP (Alexei Nikolsky)
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"Das war ein sehr kurzer aber reichhaltiger Urlaub", erzählt Kremlsprecher Dmitri Peskow Agenturen über den Ausflug von Anfang August. Putin sei unter anderem im See geschwommen, Motorboot und Quad gefahren, eine Art vierrädriges Geländemotorrad.

Zwei Stunden habe Putin im Taucheranzug mit einer Harpune einen Hecht gejagt. "Zwei Mal habe ich auf ihn geschossen, beim ersten Mal hat es nicht gereicht", sagt Putin der "Komsomolskaja Prawda" zufolge.

Nach einem Angelausflug 2013 mit Schoigu und Regierungschef Dmitri Medwedew hatte der Kreml Bilder von einem stolzen Putin gezeigt, der einen 21 Kilogramm schweren Hecht aus dem Wasser gezogen hat. Ob er den Rekord diesmal eingestellt hat, war sich Peskow nicht sicher.

Putin inszeniert sich immer wieder als Naturfreund und zeigt sich zur Erholung beim Angeln, gern auch mit prominenten Gästen. 2007 Fischte er in Tuwa zusammen mit Fürst Albert II. von Monaco, 2001 vertrieb er sich mit dem damaligen französischen Präsidenten Jacques Chirac in St. Petersburg die Zeit. Selbst mit den früheren US-Präsidenten George W. Bush und dessen Vater schwang er 2007 bei einem USA-Besuch die Angelroute - zu einer Zeit, als das Verhältnis zu Washington noch deutlich besser war als heute.

Dass Putin und US-Präsident Donald Trump oder die deutsche Kanzlerin Angela Merkel zusammen in Sibirien auf Fischfang gehen könnten, scheint seit dem Beginn der Ukraine-Krise 2014 unwahrscheinlicher denn je. Die Beziehung zu Washington ist wegen Vorwürfen einer russischen Wahleinmischung und Sanktionen zerrüttet wie nie seit dem Kalten Krieg. Während sich Trump im Urlaub beim Golfen ablichten lässt und es von Merkel eher brave Bilder beim Wandern gibt, geriert sich Putin mit Oben-ohne-Auftritten wie ein Rockstar unter den Staatsmännern.

Gerade vor der nahenden Präsidentenwahl dürften solche Bilder auch der Image-Pflege dienen. Zwar hat Putin noch immer nicht gesagt, ob er im März 2018 für eine weitere sechsjährige Amtszeit kandidiert. Doch alles andere wäre für Moskauer Experten eine Überraschung.

Innenpolitisch sitzt Putin fest im Sattel, weit über 80 Prozent liegen seine Umfragewerte. Die Wirtschaftskrise nähert sich der Regierung zufolge dem Ende, Russlands im Westen kritisierter Militäreinsatz in Syrien wird in der Heimat kaum hinterfragt. Tassen und T-Shirts mit Putins Konterfei auf Moskauer Märkten befördern den Hype um den starken Mann im Kreml, der im Oktober 65 wird.

Dabei spielt durchaus mit rein, dass Kritik an Putin im staatlich kontrollierten Fernsehen nicht vorkommt und auch der Opposition kaum Sendezeit gewidmet wird. Umso mehr dürften die Angelbilder von Putin einschlagen. Putin habe beim Tauchen eine GoPro, eine wasserdichte Videokamera, am Kopf getragen. "Es gibt einzigartige Bilder von der Jagd auf den Hecht", sagt Peskow. Das Material solle in Kürze dem Fernsehen zur Verfügung gestellt werden - ohne Zensur, sagt er.

Kommentare (9)

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SoundofThunder
0
1
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😏

A Hendlbrust sagt man dazu.

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mapem
3
7
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Wow! ...

ein echt riesiger und schöner Barsch!
Und beim anderen könntma sich glatt das B schenken ...

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schadstoffarm
3
5
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dem Zarewitsch gehts gut !

ich möchte auch ein Russland haben. Am besten eine ohne Wahlen oder wenigstens geschobenen Wahlen.

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paulrandig
1
8
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Der Typ ist...

...toptrainiert, hat eine sehr, sehr umfangreiche Kampfausbildung und inszeniert seinen gesunden Körper. Warum nicht? Es gibt wohl wesentlich schlimmere Botschaften, die man als Vorbild weitergeben kann.
Wenn man sieht, wie silikongespritzte Sternchen in Videos herumhüpfen oder sich Bundeskanzler in sündteuren Designerklamotten präsentieren, ist mir ein ehrlicher, fitter 64-jähriger Körper lieber - auch wenn ich mit dessen Träger in so gut wie nichts einer Meinung bin.

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scionescio
5
3
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Schon vergessen, wie seinerzeit ähnliche Fotos retouchiert wurden?

Bei dem Typ stimmt gar nichts und man kann getrost bei so ziemlich allem was er tut, mit einer großen Wahrscheinlichkeit von einer Lüge, Hinterlist oder Fälscchung ausgehen ...

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schadstoffarm
5
2
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ehrlich ?

hast ein Beispiel parat um uns zu überraschen ? Und die Inszenierungen sind auch für Russen großteils zu absurd.

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paulrandig
2
3
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schadstoffarm

Zustimmung. Inszenierungen, besonders politische oder religiöse, sind meistens absurd. Wenn wir aber die Inszenierung wegkürzen, ist mir ein fitter Körper, der ja integraler Bestandteil seines Trägers ist, lieber als irgendein Kunstprodukt, das sich, Geld vorausgesetzt, jeder kaufen kann und das oft nur Ablenkung oder ein Substitut für was-auch-immer ist.

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schadstoffarm
5
2
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OK er hat keine Silititten

du bist leicht zufriedenzustellen.

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Irgendeiner
3
7
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Naja, warum sollen sich die Russen weniger von Unwesentlichem

beeindrucken lassen,Strache stolpert ja auch mehr über seine Brille als das was er sagt, mich interessieren Halbnacktphotos einigermaßen gut erhaltener älterer Herren irgendwie nicht.Aber die Idee daß Trump auf den Zug aufspringt macht mir Angst.

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