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DeutschlandFlüchtlinge zu Kurzbesuch in ihrer Heimat

Die deutsche Behörden erfahren immer öfters von Reisen von Flüchtlinge in ihre Herkunftsländer. Normalerweise erlischt dann das Recht auf Asyl.

IRAKISCHE BINNENFL�CHTLINGE
IRAKISCHE BINNENFL�CHTLINGE © (c) AUSSENMINISTERIUM/DRAGAN TATIC (DRAGAN TATIC)
 

Das deutsche Amt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erfährt immer öfter von Reisen von Flüchtlingen in ihre Herkunftsländer. Die Zahl könnten aber weder das BAMF noch die Bundespolizei beziffern, hieß es am Donnerstag. Eine Reise ins Land, aus dem die Menschen geflohen sind, führt nicht automatisch zur Aberkennung des Schutzstatus. Vieles hängt - wie oft im Asylverfahren - vom Einzelfall ab.

Für einen vorübergehenden Aufenthalt in der Heimat gibt es laut BAMF durchaus nachvollziehbare Gründe - etwa eine schwere Erkrankung eines nahen Angehörigen. Doch der Flüchtlingsstatus kann durchaus auf dem Spiel stehen: "Handelt es sich (...) um Reisen zu Urlaubszwecken, kann dies ein Indiz dafür sein, dass bei dem Flüchtling keine Furcht vor Verfolgung vorliegt", heißt es beim BAMF weiter.

Als Grund für die zunehmenden Informationen über solche Reisen nannte eine Sprechern des BAMF, dass andere Stellen wie die Bundespolizei, die Ausländerbehörden oder die Bundesagentur für Arbeit mittlerweile für das Thema stärker sensibilisiert seien. Zudem gebe es inzwischen einen "funktionierenden Kommunikationsweg" zwischen den Behörden, der nun noch verbessert werden solle. Deutschland hatte allein nach der großen Flüchtlingsbewegung 2015 fast eine Million Asylsuchende aufgenommen.

Im Herbst 2016 hatten die Berliner Arbeitsagenturen von einigen anerkanntem Asylberechtigten erfahren, die besuchsweise ins Herkunftsland zurückgekehrt waren. Die Arbeitsagenturen sind beteiligt, weil Asylberechtigte dort Hartz-IV-Leistungen beziehen. Künftig solle genau vorgegeben werden, in welchen Fällen die Bundesagentur für Arbeit die Ausländerbehörden informieren werde, sagte eine Sprecherin.

"Der häufigste Grund ist, dass jemand schauen will, ob sein Haus, seine Werkstatt oder sein Geschäft noch existiert", sagt Usahma Felix Darrah vom Büro der oppositionellen Syrischen Nationalen Koalition in Berlin. Karim al-Wasiti vom Flüchtlingsrat Niedersachsen erklärt, es könne auch vorkommen, dass ein Iraker, der an seinem Herkunftsort gefährdet sei, nach Jahren der Abwesenheit in das sicherere Kurdengebiet reise, um dort Verwandte zu treffen.

Menschen, deren Asylverfahren in Deutschland aktuell noch läuft, können laut BAMF jederzeit ausreisen. Wenn sie in ihr Herkunftsland zurückkehren, erlischt allerdings ihre Aufenthaltsgestattung in Deutschland, die sie während ihres Asylverfahrens haben. Auch ihr Antrag als Asylbewerber gilt damit als zurückgenommen. Für Geduldete sind Reisen ins Ausland auch nicht ohne weiteres möglich: Die Duldung erlischt mit der Ausreise aus dem Bundesgebiet. Damit wird die Wiedereinreise nach Deutschland schwierig bis unmöglich.

Kommentare (8)

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UHBP
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Mich würde wundern, wenn es Österreich darüber überhaupt Daten gibt.

Unser Innenminister muss wahrscheinlich erst den Sebastian fragen ob er das erheben darf.
Und dann machen wir es wie die Deutschen. Immer zwei Schritte hinterher.

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Cirdan
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Ich bin wirklich solidarisch

jedem "echten" Kriegsflüchtling gegenüber, der wegen Gefahr auf Leib und Leben flüchtet,
ABER
solche Kurzurlaube um einmal so zu schauen, wie die wirtschafliche Sachlage ausschaut, sind ein Schlag ins Gesicht!

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iwasasbessa
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Wie schon fast immer.

Auch hier bereits im ersten Absatz. Der "Einzelfall".

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tomtitan
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wenn mir wirklich die kugeln um die ohren pfeifen,

würd' ich nicht zurückfahren...

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mapem
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1… Tja – nicht schlecht …

die Asylsuchenden machen eine Stippvisite bzw. einen Kurzurlaub just dort, woher sie wegen Lebensgefahr kamen?!
Hui – das wäre dann ja in der Tat die Persiflierung all dessen, was wir hier als humanistische Grundlage all unseres Helfens täglich diskutieren – oder?
Anders gesagt könnte man auch sagen, dass man uns hier kräftig auf den Kopf scheixt …?
Da muss ich mal mit meinem Freund, der leidenschaftlicher NGOler ist, diskutieren – vielleicht versteh ich da was nicht?!
Denn, dass man aus wirtschaftlichen Gründen ins soziale Europa geht, stimmt ja auch nicht – das haben ja unzählige politische Protagonisten stets bekräftigt … und das wird ja wohl stimmen, denn Terroristen haben sich ja auch nie über die Flüchtlingsrouten eingeschleust – was ja von denselben Leuten auch immer wieder bestätigt wurde – gell?!

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mapem
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2… Na ja, böse Zungen behaupten ja,

dass wir uns das alles gar nicht mehr leisten können – einerseits wird der Mittelstand zum ständigen Aderlass gebeten, wo er schön langsam ausblutet, weil, dass die Gestopften da mal ordentlich antreten geht ja gar nicht, die haben am Papier ja gar nix … nur protektionistische Gesetze, ausgezeichnete Steuerberater – und neuerdings jetzt die junge Generation im Geilomobil.

Man munkelt ja, dass es die Umverteilung gar nicht mehr geben soll – stimmt nicht, sag ich – denn die Kohle wird grad ordentlich umverteilt: zur Polizei, ins Bundesheer, in den Überwachungs- und Sicherheitsapparat, in fruchtbare Integrationsmaßnahmen, die NGO´s brauchen ja auch immer wieder Support für´s implantiert Philanthrope usw..
Das hat natürlich auf unsere liebgewordenen Lebensgewohnheiten in unserem sozial engagierten Gesellschaftsgebilde wohl keine Auswirkungen – oder?
Na ja, 2-Klassen-Medizin und –Bildung soll neuerdings immer stärker wahrnehmbar sein – und die Geldsäcke sollen nach wie vor geschont bleiben … so Schlagwörter eben. Dabei stimmt das alles ja gar nicht – für meine dringend nötige Star-Operation muss ich nur 15 Monate warten (na ja, man hat mir ja nahegelegt, dass ich mal schnell 2-3tausend Euronen auslegen könnte, dann wär es in 3 Wochen möglich – selber schuld …)

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mapem
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3… Tja, wir sind ja irgendwie wie seinerzeit die edlen Ritter –

und die haben ja diesen „hohen Muot“, dieses edelmütige Streben nach wahrer menschlicher Größe und hehren Idealen – dieses „Wir schaffen das“ und das „Welcome“ … dieses „es wird schon irgendwie gehen.“ Na ja – begrifflich wurde dieses Phänomen ja immer wieder auch als dekadente Flucht in eine schöne fiktive Welt definiert – quasi als Kontrapunkt zur grauslichen Realität rundum … ein Schelm, wer hier Parallelen in die Gegenwart zieht – oder?

Zugegeben – da gibt´s allerdings auch die andere Version – dass Hochmut vor dem Fall kommt – oder - Ökonomen kommen mit der These daher, dass 1+1 nicht 3 ist - aber, wird schon nicht so arg sein – gell.
Wir sollten diese gediegenen Heimat-Kurzurlaube nun eben mit einem gewissen Wohlwollen und Hochmut betrachten … immerhin werden gewisse kommunikative und familiäre Bedürfnisse armer Menschen doch befriedigt, denn nur ständig übers Handy mit der Mizi-Tant in der Heimat zu SMS-eln grenzt – wenn man´s mit Hochmut betrachtet – ja schon an Zumutung …

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StockBoss
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Es ist zumindest hinterfragenswert

wenn jemand der auf Grund von Fluchtgründen einen Asylstatus bekommt, einfach so einmal in seinem ehemaligen Zuhause vorbei schaut.

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