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GroßbritannienTories diskutieren schon über die Absetzung von Theresa May

Das Vertrauen in Premierministerin Theresa May ist stark erschüttert. Mit ihrer Ablöse würde sich allerdings ein Vakuum auftun. Die Medien spekulieren über ihre Ablöse - die meisten gehen allerdings noch von einer längeren Übergangszeit aus. Ihr Stabschef Nick Timothy trat bereits zurück.

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Theresa May: Ihr Stabschef wurde schon abgesetzt © APA/AFP/JUSTIN TALLIS
 

Nach dem Verlust der absoluten Mehrheit bei der Parlamentswahl ist die politische Zukunft von Premierministerin Theresa May ungewiss. Nach einem Bericht des "Telegraph" (Samstagausgabe) eruieren Parteimitglieder wie Außenminister Boris Johnson, Innenministerin Amber Rudd und Brexit-Minister David Davis, ob sie als Regierungschefin ersetzt werden sollte. Johnson war selbst bereits als Nachfolger im Gespräch.

Der "Sun" zufolge wollen hochrangige Mitglieder zwar definitiv einen anderen Premier. Ein Sturz der Regierungschefin solle jedoch erst frühestens in sechs Monaten herbeigeführt werden, da sonst Labour-Chef Jeremy Corbyn an die Macht kommen könnte. May hatte schon deshalb so schnell die allianz mit der nordirischen DUP gesucht, damit die Königin nicht auf die Idee kommt, Corbyn mit einer Regierungsbildung zu betrauen.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte aus Tory-Kreisen erfahren, May werde vorerst ihren Posten behalten. Mays Stabschef Nick Timothy trat als Folge des Wahldebakels bereits zurück. Wie ein Sprecher der Partei mitteilte, trat auch Co-Stabschefin Fiona Hill zurück. Seit der Wahl, in der die Konservativen ihre Regierungsmehrheit im Unterhaus verloren, hatten viele Tories die beiden heftig kritisiert und ihren Rücktritt gefordert. Insbesondere Timothy gilt als verantwortlich für einen der größten Missgriffe im Wahlkampf: Den Plan für eine Reform der Pflege-Finanzierung, die als "Demenzsteuer" gebrandmarkt wurde und die Premierministerin zu einer politischen Kehrtwende mitten im Wahlkampf zwang. 

Die letzte Reserve der Tories

Führende konservative Politiker wollten sich öffentlich nicht auf die Zukunft Mays festlegen lassen. Es sei unmöglich zu sagen, ob sie Ende des Jahres noch Regierungschefin sein werde, sagte etwa der Abgeordnete David Jones der BBC. "Theresa May ist sicherlich die stärkster Anführerin, die wir im Moment haben." Anders formuliert: Es gibt derzeit niemanden außer ihr, oder, wie es Politologin Ulrike Guerot im Gespräch mit der Kleinen Zeitung sagte: "Sie war ja schon die letzte Reserve der Tories."

Jones' Kollege Owen Paterson erklärte, man "muss sehen, wie es läuft". Er wies darauf hin, dass die Gespräche über den geplanten EU-Austritt Großbritanniens in wenigen Tagen beginnen sollen. Die "Times" schrieb, May stehe "vor dem Abgrund". Das Land sei "faktisch führungslos" und "so gut wie unregierbar".

May wollte sich durch die vorgezogene Wahl ein noch stärkeres Mandat für die EU-Gespräche einholen. Stattdessen verloren ihre Konservativen die absolute Mehrheit im Unterhaus und sind nun auf die Zusammenarbeit mit einer kleineren Partei angewiesen. Großbritannien dürfte damit geschwächt in die Brexit-Verhandlungen gehen.

Kommentare (9)

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BigBang12
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Wahlen zu mißbrauchen

sollte ein Straftatbestand werden. Cameron und May haben nicht nur fahrlässig, sondern kriminell gehandelt. Wie sollen die Bürger durch Wahlen das reparieren was die Gewählten angerichtet haben? Ist ja vollkommen widersinnig als Gewählter von sich aus Wahlen anzuzetteln. Würde ein Student nach bestandener Prüfung gleich nochmals dieselbe Prüfung verlangen, er würde zu einer Untersuchung seines Geisteszustandes gebeten werden.! Für Herrn Kurz kommt meine Warnung allerdings zu spät!!

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UHBP
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Da gibt es viele Parallelen zu Kurz

1) ein Stimmungshoch und schon Neuwahlen anstatt zu arbeiten
2) sowie May war auch Kurz die letzte Reserve der Partei
3) auch kurz wird seine Umfragewerte nicht halten können, weil irgendwann muss mehr als heisse Luft kommen.

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Für die Steiermark
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Genial Fr. May !

Hochmut kommt vor dem Fall ! Ein klassischer Rohrkrepierer, wie es auch Hr. Kurz ergehen wird, Danke :):):)

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Quagga
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May hat übrigens dazugewonnen

2015 hatten die Tories 36,9% der Stimmen, 2017 waren es 42,4%.
Durch das bizarre Wahlsystem in UK bekommen sie allerdings weniger Mandate.
Aber liest man die österreichischen Medien, dann wird auch das Bild vermittelt, dass sie Stimmen verloren hätte.

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57f225744571b3158bc19c84f82cc103
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Die Clinton hatte um zwei Millionen stimmen mehr.

Trotzdem gewann der trump

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Planck
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Seltsame Medien lesen Sie *g*

Wieso das britische Wahlsystem "bizarr" sein soll, erschließt sich mir auch nicht wirklich. Es ist halt Mehrheitswahlrecht.
Labour hat übrigens 40 Prozent der Stimmen, aber 56 Sitze weniger.
So isses halt, völlig normal.
Nicht normal ist, wie es bei den Torie zugeht. Cameron hat gepokert und verloren, jetzt hat Mayhem gepokert und verloren.
Wie im Casino ... ;-)

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Lodengrün
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Die Herrschaften sind unertraeglich abgehoben

Eine kleine Verstimmung, Unlust zu arbeiten und schon brechen sie Wahlen vom Zaun. Die Rechnung bekommt der Buerger. Ich wuerde mich krumm Lachen wenn Herr Kurz auch eins vor den Latz bekommt. Gerade seine Partei neigt zu Diven und ringt eigentlich damit nicht vom Tisch zu fallen.

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SoundofThunder
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Re: May hat übrigens dazugewonnen

Sie hat die absolute Mehrheit leichtfertig und unnötigerweise verspielt.Das wird ihr den Job kosten. Warum hat sie es nicht bei dem regulären Wahltermin 2020!! belassen? Jetzt braucht sie einen Koalitionspartner der auch seinen Preis haben will.

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voit60
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wäre wohl das Mindeste,

dass diese Frau verschwindet, nach dem Fiasko, welches sie angerichtet hat.

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