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Bodrum

Mit dem Schlauchboot in die ersehnte Freiheit

Schlauchboote starten aus Buchten rund um den türkischen Urlauberort Bodrum. Eine Reportage von Fulya Ozerkan.

Flüchtlinge in Bodrum
Flüchtlinge in Bodrum © AP
 

Es ist kurz nach Mitternacht in Bodrum, dem als "türkisches Saint-Tropez" beworbenen Hafenstädtchen am Mittelmeer. An Tischen mit Blick auf die Ägäis entspannen noch viele Urlauber, als aus dem nahen Wald mehrere Gruppen von Flüchtlingen zum Strand eilen.

Die Erwachsenen tragen Schlauchboote und Paddel, die Kinder laufen nebenher. Ihr Ziel präsentiert sich am Horizont als bunte Lichterkette: die Küste der griechischen Insel Kos, das Eintrittsportal in die ersehnte Europäische Union.

Während sich in der Dunkelheit jeweils ein Dutzend Flüchtlinge mit roten Rettungswesten in die Boote quetscht, ruft eine Stimme "Macht schnell!" Das erste Schlauchboot entfernt sich, zehn Minuten später legt das zweite ab, kurz darauf ein drittes. Schlepper dirigieren das minutiös vorbereitete Manöver mit ihren Taschenlampen. Seit Jahresbeginn haben auf diese Weise zahlreiche Menschen, die vor dem Krieg in Syrien oder dem Chaos in Afghanistan geflohen sind, die nächtliche Überfahrt nach Griechenland angetreten.

Bodrum, bisher eher bekannt für sein quirliges Nachtleben, im Sommer gut besuchte Bars und ausgebuchte Hotels, ist seit Monaten auch Schauplatz der Seepassagen des Elends. Denn nur fünf Kilometer entfernt von den idyllischen türkischen Buchten liegt Kos, das Ziel derjenigen, die in der EU auf ein friedliches Leben hoffen.

Küstenwache

Trotz der Risiken, denen überfüllte Schlauchboote auch auf kurzen Meeresüberquerungen ausgesetzt sind, ziehen die Schlepper seit einem Jahr diesen Weg vor. Denn die türkische Küstenwache inspiziert seitdem schärfer die Frachtschiffe, die bis dahin von den Menschenschmugglern Richtung Italien eingesetzt wurden, erklärt die Internationale Organisation für Migration. Innerhalb von sieben Monaten seien auf diesem Wege 124.000 Flüchtlinge in Griechenland eingetroffen, berichtet die UNO - eine Steigerung um 750 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum.

Sehnsüchtig schauen drei Flüchtlinge, die am Strand zurückbleiben, auf die Lichter von Kos. "So Gott will, bin ich beim nächsten Transport dabei", seufzt einer - seinen Namen will er wie seine Schicksalsgenossen lieber nicht nennen.

Ein 38-jähriger Mann aus der syrischen Hafenstadt Tartus seufzt: "Wir wollen doch nur ein normales Leben führen". Er selbst wisse immerhin, was "leben" bedeute, "aber das Kind hier weiß nicht mal das". Er zeigt auf einen Buben, der nichts als den syrischen Bürgerkrieg und die Flucht kennt.

Dann verliert der Mann die Geduld mit den Schleppern, auf die er nun schon die halbe Nacht wartet. Er ruft sie an und schimpft auf Arabisch: "Schämt ihr Euch nicht? Die Kinder schlafen auf der Straße. Wo bleibt ihr?" Die Schmuggler schicken kurz darauf Taxis, welche die Gruppe abholen, um sie zu einem anderen Strand zu bringen.

Nach Angaben von türkischer Seite gibt es in den Buchten bei Bodrum mindestens acht verschiedene Startpunkte für die Überfahrt auf die nahen griechischen Inseln. "Sind die Wetterbedingungen gut, gibt es also keinen Nebel, wagen pro Nacht rund zweihundert Flüchtlinge die Passage", berichtet ein Behördenvertreter gegen Zusicherung von Anonymität.

Als die Sonne aufgeht und die ersten Urlauber am Strand joggen, ziehen sich die Flüchtlinge nach und nach ins Hinterland zurück. Sie müssen sich in Geduld üben und wollen in einer der nächsten Nächte erneut versuchen, per Schlauchboot das Portal nach Europa zu erreichen.

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mejer
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Warum kommen alle nach Mitteleuropa!

Was bewegt die islamischen Massen, gerade nach Mitteleuropa zu kommen? Glauben die, dass sie hier wegen ihres kulturellen Hintergrundes so willkommen wären? Oder Glauben sie hier in Mitteleuropa wächst das Geld auf den Bäumen? Warum fliehen sie nicht an den Golf oder nach Saudi Arabien, zu Ihren Brüdern. Wir hier in Europa wollen sie nicht, also warum sollten wir sie auf unsere Kosten integrieren? Wie sich herausgestellt hat, bleiben auch kaum welche auf Dauer in der Türkei. Ein ebenfalls islamischer Staat.Es stellt sich auch die Frage, warum Europa zu schwach ist , um seine Grenzen zu sichern, aber es den Golfstaaten und Saudi Arabien keinerlei Probleme bereitet.

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Mufc
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...

Wir warten bereits mit offenen Armen auf euch.....

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gzz9n97msj53sdpk7mt01c89e5kalk4c
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6
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Mahlzeit Zensi😎

Wenn man nichts mehr posten kann oder darf,sperrt die Kommentarfunktion!

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n4a89pbtnb3yzh97owry84apnvne15zi
1
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Österreich sieht keinen Bedarf zu mehr Kontrollen an der Grenze! BRAVO!

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fredfeuerstein
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@Hako2013

Die Deutschen waren uns schon immer voraus.
Mikl Leitner wird dann die Grenzkontrollen nachkopieren und wieder abschreiben.
Selber kommt sie ja nicht drauf!

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heinz31
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Bodrum?

Na Super, wir fahren dort hina auf Urlaub und dieser Bericht will uns weismachen, daß dort nicht schon die "Freiheit" herrscht.

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Nahabidere
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Tja, bei uns dagegen ist es so dass ein Grossteil jeglichen Überlebensinstinkt verloren hat.

Jedes Vieh verteidigt sein Fressen, nur wir sind zu verweichlicht (zu blöd?) dafür!

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ChihuahuaWelpe55
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Vergleichen

sie uns jetzt mit einem Vieh? Das ist schon tief!

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z0tnhfa7ls1yhid9h8ssur51c8tsg85u
3
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Na

wunderbar !!

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