Ob Freund oder Feind: Ultimaten sind in der zweiten Amtszeit des US-Präsidenten Donald Trump Standardausstattung in dessen politischer Trickkiste. Auffallend: Sowohl, was die Dauer der Frist als auch die Konsequenzen des Nichteinlenkens betrifft, sind nur selten von Kohärenz geprägt. So verstrich am Freitag die Frist, bis zu deren Ablauf eine Waffenruhe zwischen Russland und der von Moskau angegriffenen Ukraine erreicht werden sollte. Ursprünglich betrug die Frist 50 Tage, dann waren es nur noch zehn. Im Raum standen Strafzölle für Öl-Abnehmer Russlands. Die sogenannten Sekundärzölle sollten zunächst 100 Prozent betragen, im Fall von Indien sprach Washington dann von 25 Prozent, bei China blieb er vage.
Ultimatum an Putin endet
Trumps Zolldrohungen verpuffen: Vor Fristende flogen wieder Bomben auf Ukraine
Weder der Kreml noch die von Trumps Zolldrohungen betroffenen Partner zeigten sich beeindruckt. Just zwischen der Ankündigung des Trump-Putin-Gipfels und dem Ablaufen eines US-Ultimatums gab es heftige russische Luftangriffe mit mindestens drei Toten.
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