Wenn Emmanuel Macron heute seinen Gast aus Österreich auf der Freitreppe vor dem Elysée-Palast begrüßt, wird er eine gute Figur machen. Es ist wahrscheinlich, dass er seinen Arm auf die Schulter von Christian Stocker legen wird, um Nähe und Freundschaft zu demonstrieren. Das ist ein Tick des Franzosen, dass er seinem Gesprächspartner immer das Gefühl zu vermitteln versucht, der derzeit wichtigste Mann überhaupt zu sein. Nach acht Jahren im Amt ist Macrons Charme immer noch intakt. Aber man muss darauf nicht allzu viel geben, das hat die „bromance“ mit US-Präsident Donald Trump bei seinem ersten Antrittsbesuch 2018 gezeigt. Männerfreundschaften existieren in der Politik nicht, sie dienen nur dazu, die eigenen Interessen durchzusetzen.
Warum es nicht gut läuft
Der Abstieg des Hoffnungsträgers Emmanuel Macron
Analyse.
Bundeskanzler Stocker trifft in Paris auf einen angeschlagenen Macron. Innenpolitisch entmachtet, außenpolitisch nur Statist.
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