Über Nacht hatte Israel Hunderte Ziele im Iran angegriffen. Dieser schickte prompt 100 Drohnen in Richtung Israel und, „man kann davon ausgehen, dass die Abwehr der Iraner zunehmen wird.“ Auch Israel wird jetzt versuchen, das Angriffsmomentum weiter aufrechtzuerhalten, glaubt der Experte. Er geht davon aus, dass der Iran empfindlich getroffen wurde. Nicht nur militärisch, auch die nuklearen Anlagen wurden zum Teil zerstört.
Ist das die große Eskalation in Nahost? Die Situation hatte sich in den letzten Tagen zugespitzt und die Folgen sind massiv, sagt Reisner. Doch wie es weitergehen wird, das hängt von vielen Faktoren ab. Reisner erwartet, dass der Iran wohl auch mit asymmetrischen Mitteln antworten wird. Etwa durch den Einsatz von eigenen Agenten in anderen Ländern oder über Proxys (Verbündete), wie die Houthis im Jemen, die auch anderen Nationen schaden können, die aus Sicht des Irans hier unterstützend wirken. Markus Reisner spricht damit die USA an, die – auch wenn sie eine Beteiligung am Angriff dementieren – zum Ziel werden könnten.
„Der Angriff zeigt, was in der Zukunft der Kriegsführung zu erwarten ist. Man kann auch in ihrer Abwehr potente Staaten empfindlich treffen“, fasst Militärexperte Markus Reisner im Podcast-Gespräch mit der Kleinen Zeitung die jüngsten Ereignisse im Nahen Osten zusammen.