In Brüssel ist man im täglichen Umgang mit den 27 EU-Mitgliedsländern einiges gewohnt. Die letzten Tage waren aber selbst für die EU-Metropole ungewöhnlich. Zunächst kam der österreichische Interimskanzler und Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) in Hinblick auf eine künftige Regierung, der er selbst nicht mehr angehören wird, um im Parlament (Roberta Metsola), der Kommission (Kaja Kallas) und schließlich bei Ratspräsident Antonio Costa „Schadensbegrenzung“ (Politico) zu betreiben. Am Dienstag reiste Interims-Finanzminister Gunter Mayr an, um bei Kommission und Rat einen Budget-Sanierungsvorschlag zu deponieren, dessen Details die Öffentlichkeit noch nicht kennt und der von den Verhandlungspartnern FPÖ und ÖVP in Hinblick auf eine Regierung verfasst wurde, die es noch gar nicht gibt.