Es beginnt mit einem Gipfel vor dem Gipfel: Wenn die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder am Donnerstag und Freitag zu ihrem routinemäßigen Dezembergipfel in Brüssel zusammenkommen, liegt ein „Vorausgipfel“ bereits hinter ihnen. Am Mittwoch steht ein eigenes Treffen im Zeichen des Westbalkans auf der Tagesordnung, dessen Länder in unterschiedlichen Positionen seit Langem in der Warteschleife für einen EU-Beitritt stehen. Vor wenigen Tagen erst hatte Europaministerin Karoline Edtstadler bei einem Arbeitsbesuch in Bosnien-Herzegowina gesagt, die Annäherung des Landes, das seit einem Jahr den Kandidatenstatus hat, sei „geopolitisch notwendig“. Das gilt im Grunde für den gesamten Westbalkan, doch Länder wie Serbien scheinen sich zuletzt eher wieder abgewendet zu haben. Der Einfluss Russlands, Chinas, Saudi-Arabiens oder der Türkei sei im gesamten Westbalkan spürbar, berichteten Diplomaten. Österreich tritt für eine „graduelle Integration“ ein, die den üblichen, langjährigen Aufnahmeprozess erleichtern soll.