Erneut 3515 Neuinfektionen"Wir sind in der dritten Welle": Anschober kündigt neue Corona-Maßnahmen an

Die Zahl der Corona-Infizierten steige - noch nicht exponentiell, aber linear, und in besorgniserregendem Ausmaß. Im Osten Österreichs drohe bereits eine Auslastung der Intensivstationen, warnt Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne).

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CORONA: PULS 24 BueRGERFORUM 'FAHRPLAN AUS DER KRISE': ANSCHOBER
© APA/GEORG HOCHMUTH
 

Innerhalb der letzten 24 Stunden wurden 3515 Neuinfektionen in Österreich verzeichnet. Nach der konstituierenden Sitzung des neuen Obersten Sanitätsrats informierten heute Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Katharina Reich (Direktorin für die Öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium).

Anschober betonte: Das Wiederansteigen der Infektionszahlen bereite ihm Sorgen. "Es ist noch nicht exponentiell, aber linear, Tag für Tag um 400 bis 500 Neuinfektionen mehr." Der Gesundheitsminister betonte: "Ganz Europa ist in der dritten Welle, wir auch."

Insbesondere in Ostösterreich dramatisiere sich die Lage. Das britische Virus sei dort bereits in 80 bis 93 Prozent der Fälle nachweisbar. Und diese Mutante sei "dynamischer, aggressiver und verursacht mehr schwere Fälle". Die intensivmedizinischen Abteilungen in Ostösterreich näherten sich bereits der Belastungsgrenze, ähnlich wie im Herbst. Man werde regional gegensteuern. Am Montag würden die neuen Maßnahmen kommuniziert.

Es gebe auch eine spürbare Veränderung in der Altersstruktur: Immer jüngere Menschen landeten auf Intensivstationen. Der oberösterreichische FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner, 42 Jahre alt, sei ein aktuelles Beispiel.

Wie geht es weiter mit AstraZeneca?

Nach der Empfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) gehe es mit den Impfungen voll weiter, Österreich liege im internationalen Vergleich gut. 1,2 Millionen Impfungen seien bereits durchgeführt, 11,5 Prozent der in Frage kommenden Bevölkerung über 18 seien bereits mindestens einmal geimpft.

Der AstraZeneca-Impfstoff sei sicher und wirksam, das Verhältnis des Risikos zum Nutzen eindeutig, aber auf das "Signal in einem Teilbereich" müsse man in den Beratungen und bei den Impfungen verstärkt hinweisen. Folgende Empfehlungen formulierten Anschober und Reich:

  • Betroffen von dieser "sehr seltenen Gerinnungsstörung" (das Risiko betrage 1 zu 100.000) seien vor allem Frauen unter 55. Eine genetische Disposition im Zusammenhang mit komplexen Immunreaktionen führe in diesen Fällen zu Thrombosen.
  • Diese sollten sich, wenn sie Sorgen haben, vor der Impfung an ihren Vertrauensarzt wenden, um das Risiko abzuklären. Den Impfstoff könne man sich auch künftig nicht "aussuchen", außer bei Ausnahmen.
  • Es gebe keine Hinweise auf vermehrte Probleme bei bestimmten Chargen oder in Bezug auf bestimmte Herstellungszeitpunkte.
  • Vom vorbeugenden Einsatz gerinnungshemmender oder aktivierender Medikamente wird abgeraten, die bestehende Medikation soll in jedem Fall beibehalten werden.
  • Nach der Impfung soll man sich selbst beobachten und bei Auffälligkeiten, die über die üblichen Impfreaktionen (leichtes Fieber, Müdigkeit, Gliederschmerzen) hinausgehen, den Arzt konsultieren.
  • Es sei sichergestellt, dass sofort ein Blutbild gemacht werden könne, wenn aufgrund der Selbstbeobachtung entsprechende Sorge besteht.
  • Impfschäden würden direkt vom Gesundheitsministerium "abgewickelt", allfällige Entschädigungen seien sichergestellt, antwortete Anschober auf eine entsprechende Frage.

In den Altersheimen wirke die Impfung bereits, die Zahl der Todesfälle sei massiv zurückgegangen, über eine Lockerung der Besuchsregelungen werde gerade nachgedacht. "Kontrollierte Besuche" sollen wieder möglich sein.

Der Oberste Sanitätsrat, das gesetzlich verankerte, unabhängige Beratungsgremium des Gesundheitsministers, für Fragen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, wurde nach Ablauf der dreijährigen Funktionsperiode nicht neu bestellt – und das ausgerechnet während der wohl größten Gesundheitskrise, in die das Coronavirus Österreich und die ganze Welt gestürzt hat.

Katharina Reich betonte, sie sei noch keine 100 Tage im Amt. Die Wiederkonstituierung des Obersten Sanitätsrates, noch vor Ablauf dieser ersten Phase sei ein wichtiger Meilenstein für sie. Sie freue sich vor allem darüber, dass auch die pflegenden Angehörigen und Vertreter der Plattform Patientensicherheit im Obersten Sanitätsrat vertreten seien.

Der OSR wurde 1870 gegründet, "um zur Bekämpfung von Epidemien die fachliche Beratung sicherzustellen", schrieben im Herbst 2020, Public-Health-Experten der Med-Uni Wien, in einem Brief an Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Die im Herbst 2019 anstehende Wiederernennung sei unterblieben: Damals war die Beamtenregierung im Amt, die bewusst keine personellen Fakten schaffen wollte.

Der letzte Oberste Sanitätsrat hatte sich am 24. Juni 2017 konstituiert, damals war Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) Gesundheitsministerin. Das Gremium berät den Gesundheitsminister bei grundsätzlichen medizinischen Fragestellungen und gibt Empfehlungen ab.  Zu seinem Präsidenten wurde Markus Müller gewählt, Leiter der Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie der Med-Uni Wien im AKH Wien, der auch im seinerzeitigen Gremium den Vorsitz hatte.

Kommentare (99+)
Civium
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Seinen

Job wünsche ich niemanden und der BK redet von so viel Freiheit wie möglich.
Ja eh klar der fängt schon an sein Schinakl in den sicheren Hafen zu rudern, dass er zum Schluss als Bester da stehn kann und die Schuldigen sie alle anderen!!

ARadkohl
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Vor einigen Wochen

Die Zahlen steigen, aber dafür wird auch viel mehr getestet.
Heute : wir müssen wieder zusperren, die Zahlen sind zu hoch.

DavidgegenGoliath
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Wir sind in keiner dritten Welle!

Die Infektionszahlen liegen konstant unter 1%

wischi_waschi
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Krankenhäuser , Therapien

Ja , es ist richtig, viele sind in Kurzarbeit und die Betten sind bei weitem nicht voll, ich weiß von was ich spreche, bin leider auch ein Opfer dieser ganzen dummen Strategie!!!!!!!
Hatte kein Corona , bin aber leider ein Opfer von Corona, da ich nicht behandelt wurde in der der Corona Zeit.
Es muss einfach einmal gesagt werden......

ad3e92cf5dd6a2d60747d52be6aa21ed
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1? … Das kann jetzt wohl nur …

autobiographisch sein und offenbar ein Quotient – gell David …

Quaste001
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Belastungsgrenze Spitäler

Angstschober spricht von einer bevorstehenden Belastungsgrenze der Spitäler und die 2 Tauernspitäler sind in Kurzarbeit???

Leop
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LKA

Der Osten ist wieder einmal an der Spitze.Und das ist leicht zu erklären die Nachbarn ob Ungarn,Slowaken oder Tschechen die Parkplätze ind SCS und Wien zu 2 Drittel Fahrzeuge dieser Länder und man weiß ja wie es in diesen Ländern aussieht.Wenn die Politiker vom Bund und Ländern weiterhin so blöd agieren werden wir auch im diesen Jahr in den Fänger von Corona sein

vandiemen
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Blablabla...

..die nächsten 14 Tage sind entscheidend....blablabla.....blablabla....Licht am Ende des Tunnels...blablabla.....Danke lieber Rudi für deine Weisheiten! Wir wüssten nicht was wir ohne dich tun sollten und danke der Regierung dass sie so toll auf uns schaut.

styrianprawda
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@vandiemen

Na klar, an den steigenden Infektionszahlen sind nicht die Menschen schuld, die sich nicht um die Regeln scheren, sondern die Regierung (en).

pescador
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Danke für ihren erhellenden Kommentar

Jetzt sind alle Unklarheiten beseitigt, die Regierung und Bevölkerung weiß wo es jetzt lang geht. Was würde Österreich nur ohne sie machen?

bam313
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Müssen sie nun die Impfseren loswerden?

Ich war heute Lebensmittel einkaufen und alles lief ganz gesittet ab.
Mir ist es egal was diese Regierungsclowns noch alles verordnen werden.
Basti will unbedingt seinen grünen Pass durchbringen, bloß wird dabei übersehen:
Den Verfassungsgerichtshof hat noch niemand gefragt.
Sollen doch machen was wollen.
Beispiel: 4 Personen im Freien sind eine Versammlung und sind verboten.
Letztendlich werden sie alle selbst vor Gericht landen!
Darauf freue ich mich schon ...

Stony8762
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bam313

Freue dich, so lange du kannst! Vielleicht wird Haimbuchner dein Bettnachbar!

sugarless
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bam313

Ja schade, dass der Haimbuchner mit einem Schnupfen auf der Intensivstation liegt, er und sein Chef hätten sicher tolle Lösungen anzubieten, lieber bam313 wechseln sie bitte zu Facebook, dort ist ihr Klientel.

bam313
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Was soll der Blödsinn?

Hätten sie bei der Garagenparty Masken getragen wäre vielleicht gar nichts passiert.
Und hören sie gefälligst auf mich in eine politische Ecke zu schieben!
Ich war Grünwähler, aber die bekommen keine Stimme mehr von mir.
Zum Glück haben wir in Graz die KPÖ!

DannyHanny
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Bam313

" Ich war Grünwähler" .......wieder eine Bam313 Wahrheit!
Nach Ihrer " zuvorkommenden, höflichen, NIE aggressiven NIE beleidigenden, NIE untergriffigen Art....sind Sie ein lupenreiner Blauer!

styrianprawda
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@bam313

Sie meinen, bei den paar KPÖ-Mandatar*innen ist der Abstand voneinander immer groß genug, damit sie sich nicht gegenseitig infizieren können? ;-)

pescador
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Zum Glück haben wir in Graz die KPÖ!

Sie retten meinen Tag, vielen Dank! Der war gut!!! :-))

bam313
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Ein Wunder,

dass der Fischer dies versteht.
Ist er doch ein türkiser Troll!

hbratschi
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und der irrsinn geht...

...in die dritte runde. aber nicht der virale infekt ist der irrsinn sondern unser umgang damit...

Bobby_01
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Ja man

hat lange genug mit Gegenmaßnahmen, welche schon längst erforderlich wären, gewartet.
Die Öffnungen waren auch zuviel und zu früh.
Jetzt ist Ostern wieder alles dicht. Gut gemacht liebe Regierung.
Und es ist schwierig von den nun wieder hohen Zahlen runter zukommen.

Gabi68p
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Dritte Welle

Ein Gedankenspiel: Wenn - für einen überschaubaren Zeitraum - Österreichs Grenzen geschlossen sowie zusätzlich alle Gemeinde abgeriegelt werden - ohne Ausnahme und ohne Freitesten jedoch unter Aufrechterhaltung der Versorgung - bestünde dann nicht die Möglichkeit das Virus auszuhungern?
Innerhalb der Gemeinden könnte mit Abstand, Maske, Hygiene, Test/Impfung alles geöffnet werden.
Dadurch wäre das Infektionsgeschehen jeweils auf (Gemeinde) Einheiten beschränkt und könnte - durch fehlende Mobilität- nicht weiter getragen werden und müsste dadurch doch zum Stillstand kommen, oder?

mtttt
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Über den Tellerrand blicken

ich habe vor Monaten den Südkoreanischen und chinesischen Ansatz gepostet, Sie haben gemeint, chinesische Zustände seien bei uns nicht erwünscht. Zumindest waren sie erfolgreich, die Asiaten. Vielleicht wäre es am Anfang gegangen, aber heute undenkbar. Ist auch in der Form nicht mehr notwendig, wir haben viel mehr an Instrumentarien zu Verfügung um zu reagieren. Eine Mischung aus Belohnung, Ahndung der Egoisten und Aus dem Verkehr ziehen der Idioten Brecher kann uns bis zum Wirken der Impfungen helfen.

styrianprawda
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@Gabi68p

Wenn sich alle an "mit Abstand, Maske, Hygiene, Test" halten würden, gäbe es keine 3. Welle.

Gabi68p
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@styrianprawda

Ja, meine Worte ....
Aber nun sind wir mitten drin .... man macht sich halt Gedanken wie wir da wieder raus kommen können ohne einen digitalen grünen Impfpass

styrianprawda
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@Gabi68p

Den Impfpass sehe ich als das geringste Problem.
Da Jede*r, der geimpft ist, bereits in einer Impfdatenbank gespeichert ist.

hbratschi
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einfache antwort,...

...auf eine vermeintlich komplizierte frage, gabi, NEIN...

 
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