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"Absurd"Kanzler Kurz relativiert Vorwurf an Balkan-Rückkehrer

Vizekanzler Kogler kritisierte Kanzler Kurz für dessen Aussagen zu Reiserückkehrern vom Balkan. Die Zahlen geben Kurz nur zum Teil recht. Heute relativierte er seinen Vorwurf: Nicht nur Menschen mit Migrationshintergrund, die ihre Familien besuchen, seien schuld.

Sonst sind sich Kanzler und Vizekanzler recht einig. Bei den Äußerungen des Kanzler zu Menschen mit Verbindungen zu den "Westbalkanstaaten" wurde es Werner Kogler (Grüne) zu viel
Sonst sind sich Kanzler und Vizekanzler recht einig. Bei den Äußerungen des Kanzler zu Menschen mit Verbindungen zu den "Westbalkanstaaten" wurde es Werner Kogler (Grüne) zu viel © APA/Herbert Neubauer
 

Nach einer Welle der Empörung relativierte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) seine Äußerungen zum Westbalkan. Gleichzeitig wies er den Vorwurf "mangelnder Sensibilität" beim Kommunizieren der Reisebeschränkungen zurück, den ihm Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) gemacht hatte. "Jeder, der mich kennt weiß, wie eng ich mit dem West-Balkan verbunden bin", sagt der Bundeskanzler im Interview mit den Vorarlberger Nachrichten.

Der Vorwurf sei "absurd", zumal er seit seiner Zeit als Außenminister für den EU-Beitritt der Westbalkanstaaten kämpfe, argumentierte Kurz. Zudem sei der Westbalkan die Region, "die ich am häufigsten besucht habe", betonte er: "Ich habe viele Freunde mit Wurzeln dort, ich hab ein freundschaftliches Verhältnis zu den Regierungschefs dort." Überhaupt sei er über die "enge Verwobenheit" mit dieser Region froh.

Aber so wie man im Winter in Ischgl gesehen habe, dass Après-Ski problematisch sei, so habe man auch im Sommer gesehen, dass ein Drittel des Infektionsgeschehens auf Reiserückkehrer zurückzuführen sei, ein "Großteil davon auf den Westbalkan und Kroatien", erklärte Kurz. Daraus habe man seine Lehren gezogen und die Reisebeschränkungen für die Weihnachtszeit erlassen. Es dürften nicht die Bemühungen im Inland durch Reiserückkehrer zunichtegemacht werden.

Dabei gehe es aber "genauso" auch um Auslandsösterreicher, die nach Österreich zurückkehren, oder Menschen, die gern auf Urlaub fahren, sagte der Kanzler: "Das müssen wir in diesem Jahr einschränken."

"Aus dem Ausland eingeschleppt"

Wenn wir in den Sommer zurückblicken, dann wissen wir, dass wir ein Drittel unserer Neuinfektionen (...) aus dem Ausland eingeschleppt haben. (...) Es war ein wesentlicher Beitrag dazu, dass die Infektionen ab September kontinuierlich gestiegen sind.“

Diese Aussage von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im Gespräch mit Armin Wolf in der ZiB 2 vom Mittwochabend sorgt weiter für Aufregung, nicht zuletzt beim Koalitionspartner. Schon zuvor hatte Kurz gesagt, dass Reiserückkehrer und insbesondere auch „Menschen, die in ihren Herkunftsländern den Sommer verbracht haben“, das Virus wieder nach Österreich „hereingeschleppt“ hätten.

Der Schweizer "Tages-Anzeiger" kommentiert:

"Man kann für Sebastian Kurz nur hoffen, dass die meisten 'Personen mit Wurzeln am Balkan und der Türkei' nicht zugehört haben. Seit Beginn der Pandemie sind sie es, die raus müssen in die Supermärkte und Großküchen. Sie sind es, die unterbezahlt und überarbeitet Krankenhäuser putzen und Infizierte pflegen. Viele haben sich genau deswegen angesteckt, nicht wegen Verwandtenbesuchen im Sommer.

Nein, diese Menschen brauchen kein Mitleid, aber sie verdienen Respekt. Sebastian Kurz verhöhnt sie öffentlich, um von seinem eigenen Versagen abzulenken. Das ist feige und betrifft nicht nur die, die er zu Sündenböcken macht. Er zersetzt damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt, der während der Pandemie so wichtig wäre."

"Virus macht keinen Unterschied"

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) kritisierte am nächsten Tag die Art der Kommunikation, diese sei „einseitig“ gewesen und zeuge von „mangelnder Sensibilität“. „Das Virus macht keinen Unterschied, wo in großen Gruppen gefeiert wird. Ich bedaure sehr, dass das viele Menschen als verletzend erlebt haben“, betonte Kogler. Er denke da vor allem an die „vielen Frauen und Männer, die sich bei uns seit vielen Monaten in Heimen, Spitälern und anderen wichtigen Bereichen voll einsetzen“. Viele von ihnen hätten ihre Wurzeln in der Balkanregion.

Empörung groß

Im Internet war die Empörung über die Worte des Kanzlers teils groß, viele störten sich vor allem an seinen Formulierungen. Kurz stützt seine Bestandsaufnahme auf Zahlen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages), die eine entsprechende Auswertung nach der Urlaubssaison im Sommer veröffentlicht hatte. Daraus geht hervor, dass in den Kalenderwochen 33 bis 35, im August, die Zahl der Neuinfektionen sprunghaft anstieg – auch bei Rückkehrern aus dem Westbalkan. In Kalenderwoche 34 kamen demnach 555 der insgesamt 1882 Corona-Infizierten aus dieser Region. In der Woche davor waren es 504 von 1441 Neuinfizierten.

Nicht nur Familienbesuche

Auf Nachfrage der Kleinen Zeitung legt man bei der Ages Wert darauf, dass es sich dabei lediglich um eine geografische Einordnung handelt. Hier wird übrigens auch das in Österreich so beliebte Urlaubsland Kroatien dem Westbalkan zugerechnet. „Die Darstellung bezieht sich nicht auf die Nationalität der infizierten Personen“, betont Werner Windhager von der Ages.

Es ist also zulässig, in dieser Zeit auf eine relativ hohe Infektionsrate unter Reiserückkehrern hinzuweisen. Ob es sich dabei um Menschen mit Migrationshintergrund handelte, die ihre Verwandten besuchten, oder ob es Inländer waren, die sich womöglich bei unvorsichtigen Aktivitäten im Urlaub infiziert haben, lässt sich daraus aber nicht ableiten. Das ließ Kurz unerwähnt.

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Danke für Ihr Verständnis.

niki24
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Chaos

Nicht nur bei uns, sondern auf dem ganzen Welt haben alle Politiker mit Covid Maßnahmen Problem. Es ist fast wie 3 Welt Krieg.Kampf gegen etwas. Und was Balkan betrifft, kann mich erinnern auf Sommer 2020,die alle Meldungen von Ignoranten welche mit Gewalt nach Kroatien gegangen sind. Ignoranten gibt's noch bis jetzt genug,aber es stimmt. Seit Balkan Urlaub, Virus sich verbreitet hat und noch immer verbreitet von den Pendler. Es ist schwere Situation. Deswegen, hätte keinem Schuld geben.

Hako2020
0
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In

zurück rudern ist er Spitze.

tannenbaum
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Wir

brauchen keine Identitäre, wir brauchen keine FPÖ, wir haben eh den Kurz!

Hiasenbichler
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Komment narren

90 Prozent der hier veröffentlichten Kommentare ergehen sich in Kurz Beschimpfungen .Bitte um andere Lösungsvorschläge bezüglich Heimkehre egal woher auch immer

Mein Graz
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@Hiasenbichler

Ich hätte lieber einen Lösungsvorschlag wie man Kurz dazu bringen könnte, nicht ständig zu spalten, andere anzupatzen, die Schuld anderen zuzuschieben, Behauptungen aufzustellen die er nicht beweisen kann, Zahlen zu verdrehen und den Rechten Rand zu bedienen.

duerni
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Bei diesen Kommentaren kommt so richtig der Frust heraus, den alle angesammelt haben, ....

während der Covid19-Zeit. Wie man Entscheidungen eines Herrn Kurz - Bundeskanzler - gut bis sehr gut bewerten kann, habe ich und werde ich nie verstehen. Seine Umfragewerte sinken zwar aber noch nicht tief genug, um seine Marketingstrategen auf den Plan zu rufen. Soll heißen, wir müssen die unvermeidbaren Neuwahlen richtig timen, um die Wiederwahl von Kurz nicht zu gefährden. Seine guten Umfragewerte sind ohnehin nur als Vergleichszahlen zu etwaigen Alternativen zu sehen - die gibt es leider zur Zeit nicht.
Dass die SPÖ mit Dr. Rendi Wagner keine Wahlkämpferin hat, weiß die SPÖ und auch Frau Doktor. SPÖ - erlöst eure Vorsitzende endlich von ihrem Amt - sie kann es nicht und mag es auch gar nicht. Sucht einen erprobten Wahlkämpfer aus gegen Kurz. Die Neuwahlen kommen - je eher desto besser. Die Wirtschaft in Österreich hält diese Dilettanten nicht mehr lange aus.

Lodengrün
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Macht das jemand von uns

dann sagen seine Mitmenschen: „entweder ist er so unintelligent oder er ist so präpotent“. In diesem Fall kommt noch ein Aspekt dazu. Es handelt sich um ein ganz schäbiges, sehr gut durchdachtes Kalkül. Wir dürfen es uns aussuchen.

harri156
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Nicht mehr lange

und Kurz arbeitet mit Grasser wieder in einem Haus.

scionescio
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@harri156: angeblich gibt es in diesem Haus schon viele Insassen, die sich auf den "zu schönen" Neuzugang so richtig freuen ...

... ich möchte da nicht in seiner Haut stecken!

voit60
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Der Grasser

Wäre auch fast övp Obmann geworden.

MaMe
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Alles nur Show...

Ein Schelm wer hier Böses denkt.... Einfach nur zum Kotzen wie verantwortungslos und arrogant hier regiert wird. Und täglich sterben Menschen und die Regierung hat keinen Plan. Nach 9 Monaten Pandemie ist es noch immer nicht gelungen, die Altenheime zu schützen...

Expat
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Über die Weihnachten

wird es dieser Chaotenhaufen wohl noch schaffen.
Neuwahlen können sie dann im Januar ausrufen.
Fraglich wird dann nur, mit wem der Gesalbte eine Regierung bilden will, oder vertschüsst er sich gleich nach Brüssel und erlöst damit Österreich.

duesentrieb1
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Erlösung?

es wäre ein Traum, wenn Deine Worte zuträfen. Aber Träume sind nur Schäume, wie der Valentin Karl zu sagen pflegte. Dennoch: die Hoffnung stirbt zuletzt.

Irgendeiner
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Religiöse Betrachtung eines Agnostikers

Will der Herrgott Menschen strafen,
läßt sich das mit Wasser schaffen,
auch Heuschrecken und Pestilenz,
zeigen sehr viel Effizienz,
will der Alte wirklich Brösel,
schickt er einen Haufen Schnösel.

harakari
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SUPER...

... Danke!

Mein Graz
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@Irgendeiner

👍

Natur56
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Anpatzen

Die Logik ausgeschaltet kein gesunder Menschenverstand keine Zusammenarbeit nur schauen was machen die Anderen nachmachen und Anpatzen von allen Parteien.

Hardy1
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Schon vergessen...?

Türken Hochzeit in NÖ, 700 Teilnehmer, nichts angemeldet, keinerlei Schutzmaßnahmen, dadurch eigene Clusterbildung. Aber wehe, jemand spricht so etwas an! Freundschaft!!

DukeNude
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die pösen türken

da waren aber auch einige österr. hochzeiten ;)
eine kenne ich sogar persönlich
und vorigen samstag feierte eine kontaktperson mit einigen arbeitskollegen, wo die firma extra drauf schaut, dass die teams keinen kontakt haben, eine riesen privatparty. aber pssst. waren voitsberger...

rouge
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Almabtrieb in Körnten

Waren auch alles Türken. So wie bei der FPÖ-Wahlkampffeier in Wien. Alles Türken. Grüß Gott, Herr Hardy1.

bam313
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Wissen Sie etwas näheres?

Ich empfehle ihnen zur Kronenzeitung zu wechseln, denn dort stimmen beinahe 80% der User Hrn. Kurz bei.
Eine Schande ist das - ich schäme mich jetzt schon dafür Österreicher zu sein.
Aber das konnte der Kurze schon immer gut - einen Keil zwischen die Bevölkerung zu treiben.
Ich würde mir so sehr wünschen Politiker rechtlich belangen zu können.
Vielleicht könnte man dann den Heiligen zur Vernunft bringen.

Anndrea
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@bam313

Zu Usern in der Kronenzeitung: Sie können davon ausgehen, dass die nicht so dumm sind. Vielmehr erzeugen die "Fleischmänner" (59 davon gibts in der PR-Abteilung des Kurz) in einer Regierungszeitung eine falsche Stimmung.

bam313
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Huch - daran habe ich noch gar nicht gedacht.

Scheinbar habe ich diese Entwicklung verschlafen.
Für mich war die Krone eigentlich stets eine rot angehauchte Zeitung, so wie die Kleine eher türkis angehaucht ist.
Scheinbar haben sich hierbei die Grenzen auch verschoben, nicht zuletzt wegen dieser riesigen Mediensubventionen der Türkisen.

Ganz extrem war das noch vor 37 Jahren, als ich am Gymnasium maturiert hatte.
Wenn wir Maturanten etwas aus der Krone zitierten, zuckte unser Deutschprofessor stets aus.
Damit konnten wir ihn auf die Palme bringen - das war vielleicht lustig.
Heute tue ich mir bei der Differenzierung der politischen Einstellung der Tageszeiten immer schwerer.

scionescio
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@Bam313: mittlerweile gehört die Krone dem Herrn Benko ...

... der ein so guter Freund des Herrn Kurz ist, dass der persönlich ein Grundbuchamt am Wochenende um Mitternacht aufsperren lässt, damit der Herr Benko einen fragwürdigen Millionendeal noch fristgerecht über die Bühne bringt.
Ohne Herrschaft über die Krone kannst im Land der vielen Hämmer als Politiker nichts werden...

bam313
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Na wusch!

Da siehst was ich alles verpennt habe.
Ich muss wirklich einmal die Impressen (ist das die Mehrzahl von Impressum) sämtlicher Tageszeitungen durchforsten.
Das interessiert mich nun brennend.

Mein Graz
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@Hardy1

Jaja, die Hochzeit!
1. Die Hochzeit war angemeldet. Sie wurde von der Gemeinde mit der Teilnehmerzahl von 350 Personen bewilligt - obwohl zum damaligen Zeitpunkt eine Beschränkung von 200 Personen gesetzlich vorgeschrieben war. Der Schremser Bürgermeister hielt dazu fest, die Feier sei eine Privatveranstaltung gewesen und deshalb täfe das Veranstaltungsgesetzt nicht zu (er hat sich einfach aus der Verantwortung gestohlen)
2. Die Angaben über Anzahl der Teilnehmer schwankt. Es wurde eine Gästeliste übergeben, auf der m.W. ca. 200 Personen standen. Die Zahl von 700 konnte nie verifiziert werden.
3. Es wurde von den Veranstaltern sehr wohl ein Sicherheitskonzeot vorgelegt, das eingehalten wurde, dazu gibt es Videoaufnahmen.

Erst informieren, dann posten. Sonst könnte ich annehmen, du willst hier gegen unsere Nicht-Österreich-Stämmigen Mitbürger hetzen, was ganz bestimmt nicht deine Intention ist.

 
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