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Anschober in PressekonferenzNur ein Viertel der Fälle rückverfolgbar, vorerst keine Schulschließungen

Gesundheitsminister Rudolf Anschober erläuterte, wie es zur Farbe Rot für ganz Österreich kam. Aktuell sind es 6.464 Neuinfektionen, alarmierend sei die starke Steigerung der Todesfälle. In 72 Prozent der Fälle sei die Infektionsquelle unklar. Vorerst keine Schulschließungen.

PRESSEKONFERENZ 'AKTUELLE LAGE NACH ERNEUTEM LOCKDOWN': ANSCHOBER
Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Daniela Schmid, Sprecherin der Ampelkommission © APA/HERBERT NEUBAUER
 

Ab heute, Freitag, sind alle Bezirke und Regionen in Österreich auf der Corona-Ampel auf Rot geschaltet. Bei der Donnerstagssitzung der Corona-Kommission wurde entschieden, dass das Infektionsrisiko mit dem Coronavirus in ganz Österreich sehr hoch ist. Die zuletzt ohnehin nur mehr sehr spärlichen gelben und orangen Flecken sind nun verschwunden.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) erläuterte bei einer Pressekonferenz die Hintergründe dieser Entscheidung. Außerdem wird er einen Ausblick auf den weiteren Umgang mit der Pandemie geben.

Aktuell sind es 6.464 Neuinfektionen, etwas weniger als am Tag zuvor (7.400). Der Grund dafür sei, dass am Donnerstag auch etliche Nachmeldungen in die Zahlen eingegangen waren. Die Gesamtzahl sei jedenfalls nach wie vor stark steigend und alarmierend, so Anschober. In 72 Prozent der Fälle sei die Infektionsquelle inzwischen unklar. In der Woche davor lag die Zahl noch bei 50 Prozent.

Insbesondere besorgniserregend sei auch die Gesamtzahl der Todesfälle: "Da haben wir erstmals starke Zuwächse auch in Österreich." Binnen 24 Stunden gab es 72 Corona-Tote in Österreich.

Die Sieben-Tages-Inzidenz habe sich innerhalb einer Woche von 260 auf 405 fast verdoppelt, so Daniela Schmid, Leiterin der Ampel-Kommission.

Anschobers Appell:

  • Tragen Sie die Maske und schenken Sie den fake news keinen Glauben, wonach diese nicht wirke.
  • Bleiben Sie tatsächlich allein, wenn Sie einen Isolationsbescheid haben.
  • Sagen Sie beim Kontaktmanagement die Wahrheit.

Der Minister ist optimistisch, dass es nächste Woche eine "spürbare Stabilisierung" gebe, mit einer wirklichen Senkung der Zahlen sei ja frühestens zehn Tage nach Inkrafttreten der jüngsten Maßnahmen zu rechnen. Ende der kommenden Woche würden diese Maßnahmen evaluiert, und zwar von der Ampel-Kommission. Davon werde auch das weitere Vorgehen in den Schulen abhängen. Gerade die Altersgruppe der bis zu 25-Jährigen werde intensiv beobachtet, um das Infektionsgeschehen beurteilen zu können.

Die Kinder bis zum Alter von 14 Jahren seien nach wie vor geringer betroffen, und Ansteckung finde zunehmend im Familienbereich statt, so Schmid. Schulcluster bei 10 bis 14-Jährigen würden von Erwachsenen in die Schulen hineingetragen.Es stelle sich die Frage, ob eine Schließung von Schulen überhaupt den gewünschten Effekt hätte. Vorerst sind keine Schulschließungen geplant.

Anschober ergänzte, dass auch täglich beobachtet und evaluiert werde. Bei einer alarmierenden Entwicklung würde selbstverständlich früher reagiert werden. Beide betonten, die Maßnahmen seien wichtig, aber noch mehr könne jeder einzelne für die Einbremsung der Entwicklung tun:

  • Jeder kann für sich entscheiden, wie hoch das Risiko ist, dass er selbst allenfalls das Virus weitergibt.
  • Das Contact Tracing gebe Österreich "sicher nicht auf", auch wenn es ständig anderslautende Meldungen gebe: Aber jeder sei gefordert, dort die Wahrheit zu sagen und alle Kontakte anzugeben.

Plus 64 Prozent bei Intensivbetten

Man habe die Zahl der Intensivbetten, auch die Personalreserve, gut im Blick. Die Auslastung der Intensivbetten sei innerhalb der letzten sieben Tage um 64 Prozent gestiegen. Anschober wiederholte die Befürchtung, dass es Mitte, Ende November zu einem Engpass in den Intensivstationen kommen könnte und die Ärzte dann entscheiden müssten, wer noch behandelt werde und wer nicht. In einzelnen Teilregionen Europas gebe es diese Situation bereits.

Die Alten- und Pflegeheime seien ebenfalls im Fokus - man habe schon sehr viele Antigentests verteilt, da gebe es "Gott sei Dank" keinen Engpass.

Die Ernsthaftigkeit der Situation komme langsam an bei der Bevölkerung, die Beschränkungen würden zunehmend eingehalten. Wichtig sind Anschober insbesondere die Bezirkshauptleute, die - nachdem ganz Österreich nun auf Rot geschaltet sei - praktisch vollzählig bei den Freitags-Besprechungen dabei seien. Diese hätten das Ohr an der Bevölkerung und seien wichtige Multiplikatoren.

Am Donnerstag waren einige Gerüchte über eine weitere Verschärfung der Maßnahmen im Umlauf, etwa im Schulbereich. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) schloss Schulschließungen aber aus.

 

 

 

Kommentare (58)
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tannenbaum
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Leider

hat offensichtlich die verschärfte Maskenpflicht, die wir jetzt doch schon länger haben, nicht wirklich etwas gebracht. Hoffentlich zeigt die Ausgangsbeschränkung die gewünschte Wirkung. Aber ich zweifle auch an der Vernunft der Bevölkerung. Meine Beobachtung heute. EZW. Bärnbach: keine „Segier i di“ weit und breit! Leute ohne Maske im Sparmarkt, Maronibrater vorm Eingang ohne Maske! Merkurmarkt Köflach. Anscheinend gibt es dort keinen Coronabeauftragten. Es werden zwei Fertiggerichte zum mitnehmen angeboten. Die Vitrine steht genau im Abgangbereich der Kassen. Es ist kein Abstandhalten möglich. Leute, die sich dort anstellen, blockieren den Abgang von den Kassen. Vor dem Geschäft betätigt sich ein Stadtbekannter Bettler als vermeintlicher Wagerldesinfektionierer, in der Hoffnung, ein paar Euro zu bekommen. Er wischt ständig mit den gleichen Blatt Putzpapier über das Wagerl. Manche glauben tatsächlich, sie bekommen ein desinfiziertes Einkaufswagerl in die Hände.

brody1977
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Da läuft iel schief

Sind K1 Personen und seit einer Woche zu Hause, bis jetzt hats ichdie Behörde noch nicht gemeldet. Sie kommen mit der Arbeit nicht mal mehr nach. Aber wenn man hört das Leute mit Symptomen einen Test abgegeben haben und bis zum Ergebnis weiter arbeiten müssen wird das Ganze immer weiter gehen. Herr Kurz und seine Mjtstreiter, ihr habt im Sommer versagt Vorkehrungen zu treffen. Natürlich sind die Leute auch selber schuld, aber Grenzen aufmachen war galt nicht sinnvoll und man hätte bezüglich Intensivbetten und Testvorgänge sicher vorherkehrungen treffen können. Der jetzige Lockdown wird nicht viel helfen,ausser das einige Gasthäuser ums Überleben kämpfen werden

SANDOKAN13
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so ist es brody

ganz Kärnten isst jetzt in Tarvis, da passiert ein gewaltiger Kaufkraftabfluss gastronomisch nach Italien. Ganze Firmen verlegen jetzt ihre Weihnachtsfeiern in den Süden. Unfassbar, was die Regierung hier vollzieht

SoundofThunder
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🤔

Viele verheimlichen (un)bewusst ihre Erkrankung weil sie Beruflichen und Gesellschaftlichen Schaden befürchten. Denen ist es wurscht ob sie andere anstecken.

hansi01
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Dank Corona ist die Grippe ausgestorben!

Jahr für Jahr begann zu dieser Zeit die Grippewelle. Und Heuer? Man hört null davon, dass jemand an Grippe erkrankt ist.
Es gibt nur mehr COVID Infizierte.

checker43
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@hansi

Plapperns keine Falschmeldungen wie viele andere Schlafschafe nach und suchen Sie vorher selber nach der Grippezahlen in Österreich auf Google. Sie werden fündig werden. Und ja, es sind weniger als sonst, weil social distancing auch die Grippeausbreitung behindert. Und sowieso: welche Relevanz sollen die auf die Covid-Betten haben?

SoundofThunder
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Hansi

Ja,jetzt auf einmal vertragen alle die Grippeschutzimpfung😏

Mein Graz
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@hansi01

Ist dir noch nicht in den Sinn gekommen, dass es wesentlich weniger Grippe-Erkrankungen gibt, da die (meisten) Menschen Maske tragen, Abstand halten und es mit der Hygiene genauer nehmen?

Genau diese Maßnahmen vermindern nicht nur Übertragung des Corona-Virus sondern aller Viren!

hansi01
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@Mein Graz

Ja das ist mir auch in den Sinn gekommen. Und sollte ich schon durch die Medien und Sonstiges verblödet sein, so behaupte ich noch eine HAUSVERSTAND zu besitzen. Oder glaubst du, wenn wir alle Maske tragen gibt es keine Grippe mehr? Warum ruf die Pharma-Industrie all die Jahre zur Grippeimpfung auf, wenn schon eine billige Maske ausgereicht hätte. @Mein Graz: bitte unbedingt eine FFB3 Maske verwenden.

Mein Graz
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@hansi01

Eben weil es eine Impfung gegen Grippe gibt konnte man sich schützen.
Gegen Corona gibt es (noch) keine Impfung, da muss man sich anders schützen.

Stell dir vor, eine Regierung hätte bei Influenza, gegen die man sich schützen könnte, eine Maske oder Abstand gefordert. Wie viele hätten das getan, wäre so eine Vorsichtsmaßnahme ernst genommen worden?

Eine FFB3-Maske kenne ich nicht. Ich kenn nur FFP3.

tupper10
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"Die Sieben-Tages-Inzidenz habe sich innerhalb einer Woche von 260 auf 405 verdoppelt"

Mit Verlaub, aber das ist keine Verdoppelung (+ 100 %), sondern eine Steigerung von knapp 56 Prozent.

hfg
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Ja so ist es Hr. Anschober

Aber die Politiker sollten den Mut haben wirksame technische Mittel zwingend vorzuschreiben. Das halbherzige herumlamentieren mit dem Contact Tracing angesichts der hochansteckenden Pantemie kostet Tote, Arbeitslose, Konkurse und viele Milliarden.
Nur mit modernen technischen Mitteln können Ansteckungen wirksam und dauerhaft unterbunden werden - ohne das alles immer wieder zugesperrt wird.

Mein Graz
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@hfg

"Nur mit modernen technischen Mitteln ..."

Und ich behaupte: wenn sich alle Menschen an die Vorgaben hielten (Maske, Abstand, Hände waschen, Ansammlungen meiden, enge Kontakte unterlassen usw.) ginge es auch.
Aber da gibt es leider genügend (sogar Mediziner wie jetzt in Villach!) die das nicht tun - und nicht einmal Einsicht zeigen.

hansi01
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@Mein Graz

Ich gebe dir recht mit Villach. Es macht einen schlechten Eindruck, und Verantwortliche sollten sich zu 100% an den Vorgaben halten. Aber vielleicht wissen gerade diese Mediziner mehr als uns gesagt wird!
Zu deiner Beruhigung, auch ich halte mich an den Vorgaben, werde dabei aber nicht verrückt. Auch dir kann ich das empfehlen.
PS. Laut Statistik lebst du mit Corona ca. 1 Jahr länger als ohne.

samro
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oho

gibt es eine neue studie?
ich kennen nur die:
''Eine neue Studie aus Glasgow kommt zu einem ganz anderen Ergebnis. Forscher der Universität Glasgow haben gemeinsam mit der schottischen Gesundheitsbehörde die Annahme untersucht und herausgefunden, dass männliche Coronavirus-Opfer im Schnitt 13 Jahre Lebenszeit verloren haben. Bei Frauen seien es elf Jahre. Miteinbezogen haben die Forscher in ihrer Rechnung auch die Vorerkrankungen und das Alter der Verstorbenen. ''

und uerigens der satz ist aeussrst geschmacklos!

Mein Graz
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@hansi01

Mit deinem PS beweist du, dass du
a) keine Ahnung hast, oder
b) mich verhöhnen willst

hansi01
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@Mein Graz

Ich will dich auf keine Fall verhöhnen. Aber mit dem Tod sollte jede(r) sich auseinandersetzen. Und bei der Sterblichkeit an Corona sind wir Gott sei Dank noch in einem Alter welches dem natürlichen Sterben nicht besorgniserregend ist.

Mein Graz
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@hansi01

Du willst mich nicht verhöhnen? Du tust es aber.

Ob und wie ich mich mit dem Tod auseinander setze entzieht sich deiner Kenntnis. Ebenso, ob ich zu den Alten bzw. Menschen mit Vorerkrankungen zähle.
Und trotzdem schreibst du hier über das Sterben durch/mit Corona, als ob du das wüsstest.

Anmaßend.

ilselampl
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an UHBP

Unser " Basti " hätte schon 3 Wochen vorher den Lockdown wollen, aber der "Medienliebling " Anschober hatte da noch gesagt;..... er sieht die Gefahr nicht ...... Warum fragt den Gesundheitsminister heute keiner mehr, was er damit gemeint hat ?????
Recht hätte der Basti gehabt - soooo recht.......

UHBP
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@ils...

"Drei Wochen vorher ..."
Das wäre dann wohl so um den 10 Oktober gewesen, oder?
Seltsam, dass er erst vor rund zwei Wochen davon gesprochen hat, dass er einen zweiten Lockdown nicht möchte. Keine Rede, dass er schon lange zugesperrt hätte.
Das hat er erst im nachhinein erzählt, für seine Fans, die ihm sowieso alles glauben.

hkgerhard
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Schon interressant, man wußte es vom ersten Lockdown,

dass Alten-und Pflegeheime zu schützen sind. Man hat es weitgehend negiert, nicht genug dafür getan und jetzt sind dort die meisten Infizierten und Erkrankten. Traurig!

scionescio
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@hkgerhard: das stimmt nicht ganz, man hat doch eh schon vor einer Woche mehr Tests für die Alten- und Pflegeheime bestellt ...

... und die sechs Monate davor ungenützt verschlafen - obwohl sich die SChweden schon vor Monaten öffentlich dafür entschuldigt haben, dass sie bei ihrer Strategie den verstärkten Schutz eben dieser Alten- und Pflegeheime nicht ausreichend stark berücksichtigt haben und deshalb leider viele unnötige Tote aus diesem Bereich zu beklagen haben ... kluge Menschen lernen aus den Fehlern anderer, unsere dauergecoachten Schauspieler in der Regierung, lernen nichts und wiederholen noch dazu ihre Fehler - auf KOsten der Österreicher!

stern000
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Homeoffice

Wer ist verantwortlich dafür, wenn Unternehmen ihren Mitarbeitern homeoffice verweigern , obwohl es auf Grund der Tätigkeit möglich wäre und es dadurch zu Erkrankungen kommt ( mehrere Mitarbeiter in 1 Raum)?
Weshalb wird die Empfehlung zum homeoffice noch immer ignoriert?
Ich wundere mich über den Mut mancher Unternehmer!

ichsags
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Leider...

... gibt es auch unter Führungskräften a) Coronaleugner und b) unfähige Führungskräfte, die ihren Mitarbeitern misstrauen, wenn diese im Homeoffice wären...

UHBP
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Nur mehr ein Viertel der Fälle rückverfolgbar, vorerst keine Schulschließungen

Hat jemand den Basti gesehen?
Ach ja, der kommt erst wieder, wenn alles "gut" gelaufen ist (wir machen immer alles richtig) oder um zu verkünden, dass er es schon immer anders wollte, aber die bösen Grünen ihm nicht gelassen haben.

niederlh
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Bei aller Tragik,

Die Zahlen, von Gestern sind also nicht richtig, da wird jeden Tag geschrieben von Rekordwerten, dann steht da jetzt es waren Nachmeldungen dabei, einen Tag hats gegeben wo die Zahlen ohne Niederösterreich waren. Traurig, dass wir es in Österreich nicht schaffen diese Zahlen tagesaktuell zu halten. Ich möchte also nicht wissen, was da sonst noch im Argen ist mit den Zahlen.

 
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