Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) hat nach dem Terroranschlag in Wien auch uneingeschränkte Kooperation mit den Sicherheitsbehörden angeboten. Man wisse über den oder die Täter auch nicht mehr, als das Innenministerium am Dienstag bekannt gegeben hat, sagte eine Sprecherin zur APA. Die Polizei könne auch jederzeit in Kontakt mit den Extremismus-Präventionsexperten der Glaubensgemeinschaft treten.

Die IGGÖ werde noch am Dienstag mehrere Gremiensitzungen einberufen, kündigte die Glaubensgemeinschaft an. Dabei werde es auch darum gehen, ob der Täter überhaupt in die Gemeinschaft eingebunden gewesen oder aufgefallen sei. "Für uns ist es auch wichtig, ob es ein Zufall war, dass der Anschlag vor der Synagoge stattgefunden hat", sagte die Sprecherin zudem. Seit dem Abend des Anschlags sei man in ständigem Kontakt mit der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG).

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Tief betroffen: Auch die Islamische Glaubensgemeinschaft
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Gebet für Opfer und Einsatzkräfte

Der katholische Kardinal Christoph Schönborn hat dazu aufgerufen, auf den Terroranschlag vom Montag nicht mit Hass zu antworten. "Der Hass kann auf keinen Fall die Antwort sein. Hass schürt Hass", sagte Schönborn im ORF. Man müsse weiter den Weg der Solidarität, der Gemeinschaft und der Rücksichtnahme gehen. Für den heutigen Dienstag überlegt die katholische Kirche seinen Angaben zufolge einen Trauergottesdienst im Stephansdom.

Schönborn, der Grazer Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl und der St. Pöltner Bischof Alois Schwarz versicherten laut Kathpress, für die Opfer und die im Einsatz stehenden Sicherheitskräfte zu beten. "In diesen dramatischen Stunden bete ich mit vielen anderen, die über die Medien die tragischen Ereignisse im Herzen unserer Stadt mitverfolgen, für die Opfer, die Einsatzkräfte und dass es zu keinem weiteren Blutvergießen kommt", sagte der Wiener Erzbischof noch Montag Nacht.

Schönborn zeigte sich "tief betroffen" von den Ereignissen und sagte: "Dass jetzt wieder Schüsse unmittelbar vor dem Stadttempel der Israelitischen Glaubensgemeinschaft gefallen sind, erinnert mich an das blutige Attentat auf die Synagoge im Jahr 1981. Was auch immer die Hintergründe für den Anschlag heute sein mögen, klar muss sein, dass blinde Gewalt durch nichts zu rechtfertigen ist."

"Wien hält zusammen"

"Tiefe Betroffenheit" haben auch Vertreter der Evangelischen Kirche in Österreich nach dem Terroranschlag in der Wiener Innenstadt geäußert. "Wenn die Worte versagen, bleibt mir nur das stille Gebet für die Opfer und ihre Angehörigen und die Helferinnen und Helfer", äußerte sich der evangelisch-lutherische Bischof Michael Chalupka in sozialen Medien. "Wien hält zusammen für das Leben in dieser Stadt. Terror darf den Zusammenhalt nicht spalten!"