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80 Jahre zweiter WeltkriegDeutsche und polnische Bischöfe mahnen zur Einheit

Die Versöhnung, die nach dem Krieg stattgefunden hat, dürfte nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden, erklärten die Bischöfe.

Kinder bei ihrer Ankunft in Auschwitz
Kinder bei ihrer Ankunft in Auschwitz © APA/AFP/INTERFOTO/-
 

Die katholischen Kirchen in Deutschland und Polen haben gemeinsam an den deutschen Angriff auf Polen und damit den Beginn des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren erinnert. In einer am Samstag verbreiteten Erklärung mahnten beide Bischofskonferenzen, die erreichte Versöhnung nicht aus politischen Interessen zu gefährden und die Einheit Europas zu vertiefen.

"Am 80. Jahrestag des Kriegsbeginns erinnern wir uns an sechs Millionen Polen, darunter drei Millionen Juden, die Opfer des verbrecherischen Nazisystems wurden. Wir sind uns des Schmerzes bewusst, den die Opfer und ihre Angehörigen erlitten haben und der bis heute zu spüren ist", heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Darin wird auch daran erinnert, dass der Krieg "weiteres großes Unheil und menschliches Leid, insbesondere hervorgerufen durch Umsiedlungsmaßnahmen" nach sich zog: "Millionen von Polen und dann auch von Deutschen wurden gezwungen, ihre Häuser zu verlassen und eine neue Heimat zu suchen."

Einheit Europas festigen

Längst hätten beide Seiten den Weg der Versöhnung bestritten. "Wir sind uns jedoch bewusst, dass mit den Früchten der Versöhnung verantwortungsbewusst umgegangen werden muss; sie dürfen nicht leichtfertig in politischem Interesse preisgegeben werden", hieß es. "Es liegt heute an uns, die Einheit Europas, das auf christlichen Fundamenten errichtet ist, zu festigen und zu vertiefen, trotz der historischen Unterschiede zwischen einzelnen Nationen und Staaten."

Das Verhältnis zwischen Deutschland und Polen hatte sich seit dem Regierungsantritt der nationalkonservativen Regierung in Warschau in den vergangenen Jahren abgekühlt. Derzeit gibt es neue Zwistigkeiten, seit Warschau Reparationszahlungen beansprucht, was Berlin aber mit Blick auf bisherige Leistungen und frühere Vereinbarungen ablehnt. Zudem liegt Warschau mit der EU-Kommission in Brüssel überkreuz, vor allem im Streit um die Aufnahme von Flüchtlingen und in Fragen der Rechtsstaatlichkeit.

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