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Pressestunde zur EU-WahlWerner Kogler: "Dem Kanzler ist nichts mehr heilig"

Werner Kogler sprach von einer Schicksalswahl für die Grünen und kritisierte Sebastian Kurz stark.

Werner Kogler
Werner Kogler © APA/ORF
 

Er sei "der letzte Mohikaner" der Grünen, nannte ORF-Journalistin Helma Poschner den grünen Spitzenkandidaten für die EU-Wahl, Werner Kogler, zu Beginn der Pressestunde am Sonntag. Kogler widersprach: "Es gibt eine starke Bewegung zurück zu den Grünen." Aber die Niederlage bei den Nationalratswahlen schmerze natürlich immer noch: "Ich lasse mich von guten Umfragen sicher nicht mehr täuschen."

Als Ziel für die EU-Wahl haben sich die Grünen zwei Mandate vorgenommen: "Die Grünen müssen wieder rein. Das ist eine Schicksalswahl für uns." Presse-Chefredakteur Rainer Nowak fragte, warum die Grünen dafür auch auf Sarah Wiener setzen: "Eine Seitenblicke-TV-Köchin hätten die Grünen früher nie aufgestellt."

Sarah Wiener ist eine Riesenverstärkung und hat enorm viel Fachkompetenz

Kogler verteidigte seine Listenzweite: "Ihr Thema ist eine Agrarrevolution in Europa. Solche Leute hätten wir viel früher zu uns holen. Sie ist eine Riesenverstärkung und hat enorm viel Fachkompetenz und Leidenschaft."

Maßnahmen gegen den Klimawandel

Eigentlich müssten die Grünen in den Umfragen ja abheben, der Klimawandel sei schließlich Thema Nr. 1 - warum die Grünen sich dann nicht mehr bei den Klimademos der Schüler engagieren, wollte Nowak wissen. Kogler argumentierte, dass die Grünen die streikenden Schüler nicht vereinnahmen wolle: "Aber wir helfen und unterstützen, wo wir können."

Er führe aber ohnehin einen "Klimawahlkampf" sagte Kogler. Bis 2030 sollen nur noch emissionsfreie Pkw zugelassen werden, in das Eisenbahnnetz müsse mehr investiert werden, das Fliegen teurer werden. Ob er die Menschen damit nicht überfordere, wollten die Journalisten wissen. "Die Menschen können das selbst entscheiden. Es braucht aber eine Ökologisierung der Wirtschaft", darauf Kogler.

Kogler stockte kurz in seinem Redefluss, als er gefragt wurde, ob Europa Klimaflüchtlinge aufnehmen solle. "Da und dort wird es das natürlich brauchen, nicht nur in Europa", meint er dann. Doch deshalb müssten Fluchtursachen bekämpft und in den Klimaschutz investiert werden. Österreich müsse auch mehr in Entwicklungszusammenarbeit investieren: "Andere Länder tun da viel mehr."

"Unter einem Schüssel wäre das nie passiert"

Kogler kritisierte Kanzler Sebastian Kurz heftig. Er warf ihm "Rückgratlosigkeit" vor. Beim Kanzler stehe der blanke Populismus im Vordergrund: "Die ÖVP war einmal eine pro-europäische Partei. Davon ist nichts mehr übrig. Dem Kanzler ist überhaupt nichts mehr heilig. Unter einem Schüssel wär das nie passiert." Übereinstimmen würde er aber mit Kurz, das Österreich nicht unbedingt einen Kommissar brauche.

Seine Vision für Europa sehe die Bürger und das Parlament im Zentrum einer "Republik Europa", sagte Kogler. Die EU solle friedensstiftend und eine Sozialunion sein, dafür müsse sie aber demokratischer werden.

"Von Voggenhuber kann man viel lernen"

Anders als zu Kurz kam Kogler zu Johannes Voggenhuber von "1 Europa" kein böses Wort über die Lippe. Er habe immer noch ein sehr gutes Verhältnis zu dem ehemaligen grünen EU-Abgeordneten: "Von ihm kann man viel lernen. Ich glaube aber, dass er falsch beraten war. Das tut ihm jetzt wahrscheinlich auch schon leid."

Zu seiner Nachfolge als grüner Bundessprecher wollte sich Kogler nicht festlegen: "Es gibt viele Optionen." Entscheiden werde sich die Nachfolge erst in zwei Jahren. Er hoffe aber, dass sich Menschen wie Sigrid Maurer weiter stark bei den Grünen engagieren.

 

 

Kommentare (17)

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weinsteirer
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jetzt werden die grünen

heilig?

jeder ist für gute umweltpolitik!

fakt ist aber auch das zum beispiel der der massive ausbau der biogas/strom produktion die maismonokulturenexplodieren ließen und damit das artensterben massiv vorangetrieben haben!

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schteirischprovessa
0
1
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Biogasanlage bzw. der Bazillus subtilus

wird nicht nur mit Mais gefüttert, da werden ua landwirtschaftliche Abfälle, Hühner- und Kuhmist, Altbrot etc. sinnvoll verwertet.

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Irgendeiner
11
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Wie der Glyphosat-Basti,nicht,

der Co2 Steuern nicht mag,nicht,der mit dem seal of approval der IV, nicht, erzähl mehr.

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Irgendeiner
8
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Addendum:Kalligraphisches hilft nicht,

ich will es syntaktisch,man lacht.

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wahlnuss
3
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Die Frage von Frau Poschner,

ob die Forderungen des Herrn Kogler nicht zu schnell oder zu radikal wären? Ob ich grün denke oder nicht, Fakt ist, dass die ökologischen Fragen brennend sind. Auf Jahre hinaus zu schieben, wäre fatal. Umwelt- und Klimaschutz ist keine Frage der passionierten Kleingärtner, sondern eine verbindliche Forderung an die Politik und an die Industrie und an die Konsumenten, also an uns alle.

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Irgendeiner
27
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Meine Stimme haben Sie, Herr Kogler,

aber ich erwarte daß jetzt eine härtere Gangart eingelegt wird, sowohl in Umweltfragen, man darf bei richtiger Formulierung naturwissenschaftlliche Trotteln auch als solche bezeichnen,und bei dem turbokapistalistischen Irrsinn auch, denn auch für nationalökonomische Trotteln gilt desgleichen.Und da Identitätspolitik immer schwachsinnig ist,außer man ist auch sozialpsychologisch unbedarft,könnte man die Genderei vielleicht eine Zeitlang nach hinten rücken,ich mein,es stört den Focus auf Vernunft immer ein bißchen.Und es brennt,viel Glück.

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Irgendeiner
15
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Addendum:Soviel rotes Unglück, man

lächelt,möchte wer plaudern,man lacht.

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mejer
42
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Kogler.

Es wird sich bald herausstellen, was der Wähler von der Politik Koglers hält. Ich glaube nicht, dass Kogler auch nur annähernd Erfolge, wie Kurz sie hat, erreichen wird, trotz der von Kogler verurteilten populistischen Politik, von Kurz. Kurz will eine Politik für Österreich und Kogler eine Politik für Brüssel. Das macht den Unterschied.

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Irgendeiner
18
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Den Unterschied macht Kompetenz, intelligenz,Wahrheit und

Wahrhaftigkeit die hat nur einer von den beiden und kleiner Tipp,es ist nicht Kurz.Plauderma drüber.

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carpe diem
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Es ist halt eine Europawahl.

Kurz nimmt der FPÖ Sprache und Themen weg..Leider reicht das für Österreich. Aber es macht's nicht besser.

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Lodengrün
16
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Kurz

hat Erfolge? Die sind mir nicht bekannt. Doch, Verhinderung Rauchverbot und 12/60 Stundenwoche.

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Balrog206
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Das

Rauchverbot war ein Fehler , 12h bring viele in die Legalität zurück die es nur mit Tricksereien am std Zettel bis jetzt gemacht haben ! Also gute Entscheidung und für die Masse ist er null Problem sonst würden die akler und Gewerkschafter schon Feuer schreien , aber sie sind gaaaaanz ruhig !

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SoundofThunder
14
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Doch!

Sich selbst!

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carpe diem
39
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Man kann nur Grün wählen, wenn man an die Zukunft denkt.

Wir wählen nicht Bundespolitik, wir wählen für Europa, und was anderes sollte uns beschäftigen als die Klimakrise?

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Balrog206
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Carpe

Ich bin teilweise weit weg von grün , aber nur Umwelt Themen wo man sie ernst nehmen kann ist mir zu wenig ! Sie würden am gesamt System leider auch nichts ändern !

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X22
9
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Landespolitik in mehreren Bundesländern sagen, dass es mehr als nur Umweltthemen sind

und genauer betrachtet, fällt eines auf, dort gehts zivilisierter zu als bei manch anderer Koaliation und es geht auch was weiter

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carpe diem
13
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Das wichtigste Thema bleibt es trotzdem.

.

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