AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Interview nach BabypauseMeinl-Reisinger: "Riege von alten, grantigen Kandidaten" bei EU-Wahl

Die NEOS-Chefin kritisiert Türkis-Blau: "Diese FPÖ hat in der Regierung nichts verloren".

Beate Meinl-Reisinger
Beate Meinl-Reisinger © APA
 

NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger kehrt nach einer kurzen Babypause kommende Woche wieder auf die politische Bühne zurück. Im APA-Comeback-Interview zeigte sie sich der Regierung gegenüber sehr kritisch und wünschte sich ein baldiges Ende der türkis-blauen Koalition: "Ich wünsche, dass die FPÖ aus der Regierung geht."

"Ich bin der Meinung, dass diese FPÖ nichts in der Regierung verloren hat. Ich mache mir ernsthafte Sorgen um die Zukunft des Landes und die Zukunft Europas und dass wir das gleiche Schicksal erleben wie in Ungarn", sagte Meinl-Reisinger, die sechs Wochen nach der Geburt ihrer dritten Tochter in die Politik zurückkehrt.

Der ÖVP-FPÖ-Regierung gehe es nur darum, ob die Botschaft stimmt. "Es wird alles kontrolliert und dabei die liberale Demokratie scheibchenweise abgebaut. "Die FPÖ setzt sich auf der ganzen Linie durch und die ÖVP spielt mit, weil es ihr nur darum geht, an der Macht zu bleiben." Als Beispiele nannte Meinl-Reisinger die Mindestsicherung, Tempoerhöhungen auf Autobahnen, Rauchen in der Gastronomie, Grenzkontrollen und vieles mehr.

Der ach so junge Kanzler sieht ganz schön alt aus.

Die ÖVP sei von der FPÖ nicht mehr unterscheidbar. Die nicht präzise Abgrenzung von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sei eigentlich bedenklicher als die täglichen Einzelfälle der FPÖ. Durch die ständigen Diskussionen um rechtsextreme Vorfälle rund um die FPÖ würden die wirklichen Themen nicht mehr diskutiert, ärgert sich die NEOS-Chefin. "Es fehlt dem ganzen die Substanz. Die wesentlichen Fragen bleiben auf der Strecke." ÖVP-Chef Kurz gehe es nur um Kalkül und Überschriften.

Die Vorschläge von Kurz für Europa sind nach Meinung von Meinl-Reisinger "sehr alt". "Der ach so junge Kanzler sieht ganz schön alt aus." Dass Kurz die Klima-Initiative von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nicht unterstützt, sei ein "fataler Fehler". Überhaupt sei das, was Kurz im EU-Wahlkampf predige, mit der FPÖ nicht machbar. "Das geht sich mit der FPÖ nicht aus." Die ÖVP sei mit ihrer Doppelgleisigkeit unglaubwürdig. "Wasch mich, aber mach mich nicht nass - das geht nicht." Die ÖVP sage nicht, wofür sie stehe, das sei nicht verlässlich. Der Volkspartei gehe es nur darum, an der Macht zu bleiben, kritisiert Meinl-Reisinger.

"Eine Riege von alten grantigen Kandidaten"

Dass die NEOS mit ihrer Spitzenkandidatin Claudia Gamon nur eine sehr enge Wählerschicht ansprechen, glaubt Meinl-Reisinger nicht. Wenn die NEOS hinter den Erwartungen bleiben sollten, "freut es mich nicht, aber Claudia Gamon ist eine hervorragende Kandidatin und es ist eine Freude, ihr neben einer Riege von alten grantigen Kandidaten zuzuhören". Die pinke Kandidatin steche durch klaren Ansagen hervor. "Wir sind die einzigen, die europapolitische Diskussionen anstoßen. Die anderen tragen alte Konzepte wie eine Mantra vor sich her, als würde sich die Welt nicht verändern, nur weil sie Angst vor den Umfragen haben", so Meinl-Reisinger.

Kommentare (8)

Kommentieren
Lodengrün
6
2
Lesenswert?

Chapeau

das hätte ich von ihr nicht erwartet, trifft aber den Kern auf Punkt und Komma. Wenn unser BK das von Kogler und ihr liest, und er liest alles in seiner Eitelkeit, muss ihm das Kipferl doch im Hals stecken bleiben. Was macht er dann anschließend um seine Welt wieder für Bussi zu erklären. Herr Kurz diese Opposition saugt sich das nicht aus den Fingern und ein wenig Selbstreflexion/Mediation wäre nicht die schlechteste aller Ideen.

Antworten
picciona1
7
10
Lesenswert?

Meinl reisinger:..."Ich wünsche, dass die FPÖ aus der Regierung geht."


natürlich wünscht sie sich das. betont ja bei (gefühlt) jedem fernsehauftritt dass die neos in die regierung wollen. also fpö raus, neos rein. oder so.
ich persönlich halte die EU extremistin gamon für eher unwählbar. da bin ich eher bei vilimsky. sorry.
und bevor jetzt wieder du debiler neonazi kommt.. ich wähle den voggenhuber. wegen dem parteienspektrum. und weil er nicht gegen nordstream ist, und weil pilz so nett asyl für assange gemeint hat.

Antworten
helga.zuschrott
4
1
Lesenswert?

eher bei vilimsky sein und voggenhuber wählen!

gehts noch?

Antworten
SoundofThunder
3
1
Lesenswert?

Der FPÖ Wähler ist kein Na.i

Eher Protestwähler. Aber wir haben genügend Na.is in Österreich. Und die wählen die FPÖ. Schon allein deswegen will ich mit dieser "Täglich Einzelfall - Partei" nichts zu tun haben. Ich will nicht im gleichen F-Boot sitzen mit denen. Die tun genau so wenig für den Arbeitnehmer wie die anderen. Wenn man die Arbeitszeitflexibilisierung mal außen vor lässt 😏!

Antworten
weinsteirer
2
12
Lesenswert?

nicht jeder

schwanz ist kurz!

soviel zum niveau unserer neos

Antworten
pesosope
1
3
Lesenswert?

Also mehr als bei jeder Gelegenheit über alle anderen Parteien zu schimpfen, Österreich abzuschaffen und eine Armee aufzustellen

habe ich noch nichts von dieser Partei gehört. Wenn sie nicht da wären, würde das Leben exakt gleich weitergehen, nur die Protestwähler müssten sich der nächsten 0815 Partei zuwenden

Antworten
tomtitan
4
17
Lesenswert?

Ja, ich tät mir auch viel wünschen...

Das einzige hinter dem ich voll stehen würde wäre ein Weisenrat bzw eine Regierung der hellsten Köpfe weitab jeglicher Ideologien und Parteien, die nur das Wohl unseres Staates und seiner Bevölkerung im Auge haben!

Antworten
weinsteirer
6
4
Lesenswert?

ja a

gütiger kaiser

Antworten