Österreich hat ein enormes Problem mit männlicher Gewalt gegen Frauen. Fünf ermordete Frauen seit Jahresbeginn, in allen Fällen waren es Beziehungstaten. Was geht Ihnen dabei durch den Kopf?
ALICE SCHWARZER: Das ist ja nicht neu. Manche Männer scheinen Frauen immer noch als ihren Besitz zu betrachten – und ehe sie sie gehen lassen, bringen sie sie um. Nicht zuletzt aus den Frauenhäusern wissen wir seit Jahrzehnten: Der gefährlichste Moment für eine Frau ist, wenn sie geht. Da können auch Lämmer zu Wölfen werden. Übrigens: Die Polizei erkennt Beziehungsmorde auch daran, dass sie oft besonders grausam verlaufen. Statt ein, zwei, drei Messerstichen eben zehn, zwanzig, dreißig.
Alice Schwarzer im Interview
"Manche Männer scheinen Frauen immer noch als ihren Besitz zu betrachten"
Die Serie der Morde an Frauen in
Österreich reißt nicht ab. Für Alice Schwarzer
hat das auch damit zu tun, dass wir jahrelang
zugesehen haben, „wie sich Parallelgesellschaften mitten unter uns“ durch „islamistische Agitation“ gebildet haben.
© AP