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Besuch in Yad VashemKurz betont Holocaust-Verantwortung der Österreicher

"Österreich und die Österreicher tragen die schwere Verantwortung für die schrecklichen und beschämenden Verbrechen, die in der Shoah begangen wurden", sagte Kurz in einer Ansprache. Kritik an FPÖ von israelischer Seite.

Sebastian Kurz in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem © APA/ROBERT JAEGER
 

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat bei einem Besuch der Holocaust-Gedenkstätte die Verantwortung Österreichs für den Holocaust betont. "Österreich und die Österreicher tragen die schwere Verantwortung für die schrecklichen und beschämenden Verbrechen, die in der Shoah begangen wurden", sagte Kurz in einer Ansprache am Sonntagvormittag.

"Wir Österreicher wissen, dass wir für unsere Geschichte verantwortlich sind", sagte der Bundeskanzler weiter. Er betonte die Verpflichtung, dass die Shoah nie wieder geschehen dürfe und dass die künftigen Generationen diese schrecklichen Verbrechen nicht vergessen.

Drei-Tage-Besuch: Kanzler Kurz in Israel

Ziel der Reise ist die Intensivierung der bilateralen Beziehungen.

 

Der israelische Boykott von FPÖ-Ministern wirft einen Schatten auf sie.  Am Sonntag stand der Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem auf dem Programm.

Am Montag tritt der Kanzler Premier Benjamin Netanyahu, am Dienstag Präsident Reuven Rivlin.

Die Reise steht im Zeichen des Gedenkjahrs 1938/2018 und der Betonung der historischen Verantwortung Österreichs, teilte das Bundeskanzleramt mit.

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Anlass für den Besuch von Kurz in Israel ist das Gedenkjahr 1938/2018, er wird von Bildungsminister Heinz Faßmann (ebenfalls ÖVP) begleitet. Die erste Station der gemeinsamen Reise war Yad Vashem. Die Republik Österreich will sich mit einer Million Euro am geplanten Bau eines neuen Shoah Heritage Collections Centers beteiligen. Dieses neue Zentrum, das zusätzliche Lager- und Konservierungslabors für Artefakte, Kunstwerke und Dokumentationen aus der Zeit des Holocausts bieten wird, soll einen wichtigen Beitrag zur fortgesetzten Erforschung des Holocausts leisten.

Kurz und der Yad Vashem-Vorsitzende Avner Shalev unterzeichneten ein Grundsatzabkommen, das Yad Vashem den Zugang zum Österreichischen Staatsarchiv und der Mauthausen-Gedenkstätte ermöglicht. Shalev und Faßmann unterzeichneten ein Abkommen, das Hunderten Lehrenden die Möglichkeit bieten soll, an Schulungen in Yad Vashem teilzunehmen.

Kritik an FPÖ

Deborah Hartmann von der International School of Holocaust-Studies, die Kurz und seine Delegation, durch Yad Vashem führte, erinnerte den Bundeskanzler auch an seine Verantwortung für die Zukunft. Sie kritisierte, dass es in Kurz' Koalitionspartner FPÖ noch immer Politiker gebe, "denen man erklären muss, was die Shoah war, von welcher Katastrophe wir eigentlich sprechen." Sie sprach von 30 antisemitistischen Vorfällen der FPÖ.

Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), Oskar Deutsch, sprang zur Verteidigung von Kurz ein. Der Bundeskanzler sei "der Garant dafür", gegen alles, was mit Antisemitismus zu tun habe, zu arbeiten, betonte Deutsch.

Der Besuch von Kurz in Yad Vashem wurde nun doch von österreichischen Gedenkdienstleistenden begleitet. Der Verein "Gedenkdienst" hatte zuvor mit einem Boykott gedroht, um darauf aufmerksam zu machen, dass der Verein "ausgehungert" werde, wie die Organisation mitgeteilt hatte. Nach diesem Aufruf wurde am Sonntag angekündigt, dass es nun Gespräche mit der Regierung gebe.

Im Anschluss an Yad Vashem besichtigte Kurz das Herzl-Museum zu Ehren des Begründers des politischen Zionismus, Theodor Herzl (1860-1904). Am Grab des ehemaligen Präsidenten Shimon Peres wurde ein Kranz niedergelegt. Auch die Besichtigung der Max Rayne Hand-in-Hand School der Jerusalem Foundation stand auf dem Programm. Die 1998 gegründete Schule ist die einzige weltweit, in der Hebräisch und Arabisch sprechende Kinder vom Kindergarten bis zum Schulabschluss gemeinsam unterrichtet werden.

 

 

 

Kommentare (6)

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Giuseppe08
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Keine Schuld

Wie kann Kurz sagen, dass die Österreicher die schwere Verantwortung tragen. Ich bin mir keiner Schuld bewusst, habe nichts begangen, habe keine Juden ermordet.
Mich bitte nicht falsch verstehen. Es ist extrem schrecklich was im zweiten Weltkrieg passiert ist und soll/darf niemals mehr vorkommen. Aber ich lasse mir nicht die Schuld meiner Vor-Vor-Generation aufs Auge drücken!

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Irgendeiner
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Ach weißt,zu der Zeit als die taten was sie taten waren wir

wohl beide nicht auf der Welt, aber daß es bis Vranitzky brauchte das ansatzweise zu schultern fällt wohl schon in die Zeit vieler Lebenden.Aber da ist halt später noch Menschenrechtswidriges passiert und einer ist dafür Kanzler geworden und einer Vizekanzler und ich weiß nicht ob Du da ohne Schuld bist, die meisten wohl nicht.

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SoundofThunder
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Ich verstehe Sie schon richtig

Aber meinen Sie nicht auch dass die Geschichte wiederholt wird wenn man aus der Vergangenheit nichts gelernt,beziehungsweise vergessen hat? Die Frage ist nicht Böse gemeint,hoffentlich verstehen Sie mich nicht falsch.

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Giuseppe08
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Ich verstehe sie auch richtig, kein Problem

für mich ist es ein großer Unterschied zwischen nicht Vergessen was passiert ist und schwere Verantwortung tragen. Da hat das eine mit dem anderen nichts zu tun.
Genauso könnte man sagen wieso die Israelis nichts aus dem Holocaust gelernt haben und ihrerseits die Palästinenser ermorden

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Liemo
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Kurz:

"Österreich und die Österreicher tragen die schwere Verantwortung für die schrecklichen und beschämenden Verbrechen, die in der Shoah begangen wurden"
Naja: meint er die Österreicher, die das damals durchgeführt haben, sage ich "ja".
Ich persönlich fühle mich jedoch für die Taten, die jemand vor 80 Jahren begangen hat, nicht verantwortlich.
Also: Ja, die Österreicher von damals sind mitverantwortlich, das heutige Österreich aber nicht.

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Irgendeiner
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Ja, so ist das,

Kurz stellt sich mannhaft zur Schuld der Bürger dieses Staates, die dabei mittaten,daß ein Menschenleben nichts wert war,man sogar Flucht behinderte und Menschengruppen auch noch ihr Eigentum abnahm.Damit es niemals wieder passieren möge.

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