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Facebook-Artikel

Unternehmer Klaus Woltron hält Politik für eine "tödliche Maschine"

Der frühere Verstaatlichten-Manager Klaus Woltron rechnet mit der Politik ab: Sie sei eine "große Mühle" und habe noch jeden, der eingestiegen sei, zerrieben, verformt und zerfetzt.

© Leopold Nekula / VIENNAREPORT
 

Der Unternehmer Klaus Woltron (70) sorgt mit einem Facebook-Eintrag für Aufsehen: Er schreibt über seine Erfahrungen mit Politikern und mit guten Freunden, die in die Politik gegangen seien. "Noch alle" seien demnach "zerrieben und verformt, zerfetzt und bis zur Unkenntlichkeit deformiert" worden, da von ihrer Persönlichkeit in der "großen Mühle" der Politik nichts übrigblieb.

Woltron nennt keine Namen, sagt aber, dass er etwa von "Bundespräsidentenkandidaten, Vizebürgermeistern, Umweltstadträten oder Landwirtschaftsministern" der letzten Jahrzehnte rede. Nach zwei, drei scheinbar ermutigenden Jahren habe bei allen ein "unheimlicher Veränderungsprozeß" eingesetzt. Einige hätten zu trinken begonnen, andere seien in eine Scheinwelt oder in "unausstehliche" Selbstverliebtheit geflüchtet. "Und bei fast allen war es mir nicht mehr möglich, ihnen Freund zu bleiben, denn der Mensch, den ich noch vor ein paar Jahren gekannt hatte, existierte nicht mehr."

Das sei kein Vorwurf gegen die Personen, sondern gleichsam institutionell bedingt: "Die tödliche Mühle aus unlösbaren Zielkonflikten, dem Zwang zu ununterbrochener Präsenz, der Verlockung einer - scheinbaren - Macht und der nicht vorhandenen Zeit für sich selbst, seine Lieben und Freunde zerstörten in ganz kurzer Zeit das, was einmal Freund gewesen war." Fast jeden habe es erwischt: "Sie wollten ihre Träume von einer besseren Welt verwirklichen, einer großen Sache dienen, sind genauso in die Falle gegangen wie viele andere vorher."

Er, Woltron, sei sicher, dass auch er selbst in dieser Maschine "zum Unmenschen" würde, habe aber zum Glück immer abgelehnt, "obgleich es etliche Versuchungen gab". Um in der Politik wirklich etwas zu bewegen, so Woltron, müsse man "die gewaltige Statur eines Julius Caesar, Napoleon, Hitler, Stalin, Roosevelt, Mao oder de Gaulle haben - und man muss in die passende Zeit hineingeboren werden". Sie alle hätten zuerst dem Volk nach dem Mund geredet und ihre wahren Absichten erst aufgedeckt, als sie an der Macht saßen. Sie alle seien "auf geschichtlichen Wellen gesurft".

Woltron studierte an der Montanuni Leoben Metallurgie. Er war von 1981 bis 1988 Vorstandsmitglied und Generaldirektor der Simmering Graz Pauker AG, danach bis 1994 Generaldirektor der ABB Austria AG, bevor er selbstständiger Unternehmer und Publizist wurde.

 

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Danke für Ihr Verständnis.

hacklerNo1
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Die meisten der Geisterfahrer (jeder dritte) sind über 65 Jahre

Na, da verwechselt einer Demokratie mit Diktatur. Nur weil er als Diktator nicht eingesetzt wurde oder die anderen nicht Diktatoren wurden, sind nun alle schlecht geworden. Ich glaube dieser Mensch hat seine Jugend nach dem Krieg vergessen - seine Eltern waren aber auch reich. Auch die ganzen Toten hat er verdrängt. Eventuell gibt es aber die Möglichkeit für ihn, bei den Blauen ähnliches zu schaffen. Nur Freunde hat er keine mehr.

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helmutmayr
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2 von 3 Geisterfahrern

sind demnach jünger. Da hab ich was nicht verstanden ?

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Buero
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100 Prozent

richtig. Schon bis dich "deine" Partei in relevante Positionen (z.B. bezahlte Mandate) hievt, bist du nicht mehr, der du eigentlich sein willst.

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Parsec
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Fragwürdige Einstellung...

"Um in der Politik wirklich etwas zu bewegen, müsse man "die gewaltige Statur eines Julius Caesar, Napoleon, Hitler, Stalin, Roosevelt, Mao oder de Gaulle haben..."
Hitler, Stalin und Mao waren meiner Ansicht nach skrupellose Verbrecher die für das Leid und den Tod von Millionen Menschen verantwortlich waren.
Politik in einer Demokratie bedeutet immer auch Kompromiss. Auch wenn es manchen gegen den Strich geht. Ich wünsche mir keine "Führergestalten", die bereit wären zur Durchsetzung ihrer Ideologie notfalls über Leichen zu gehen! Da ist es besser, wenn manches zwar etwas zäh aber zivilisiert umgesetzt wird.

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2733ab1943c7ba300f7a27523001a660
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Nein...

...Politik in einer Demoktratie bedeutet auch nicht immer Kompromiss. Sie werden in vielen Fällen keinen Kompromiss erzielen. Demoktratie bedeutet auch Mehrheit (ob nun absolut oder relative mag dahingestellt sein). Demokratie bedeutet auch, dass ich mich dem Beschluss einer Mehrheit grundsätzlich unterordnen muss - ob es mir passt oder nicht.

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Parsec
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Re: Nein...

Ich gebe Ihnen Recht. Ich hatte mich etwas unklar ausgedrückt.

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Zongher
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Selbstdarsteller.

Jede Zeile Aufmerksamkeit für den, ist eine Zeile zu viel.

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2733ab1943c7ba300f7a27523001a660
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Dann haben sie wohl schon zu...

...viel geschrieben...

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