Beim Trauerfestakt im Wiener Rathaus, der Samstagmittag begann, hat auch Tschechiens Ex-Präsident Vaclav Havel dem verstorbenen Wiener Altbürgermeister Helmut Zilk gedacht: Er sei gekommen, um Abschied von einem Menschen zu nehmen, den er als Freund zu bezeichnen wage, so das frühere Staatsoberhaupt: "Aber viel wichtiger war, dass er der Freund unseres Landes war, der Tschechoslowakei und dann der tschechischen Republik."
"Ehrenbürger Prags". Zilk habe sich für die Kulturbeziehungen zwischen den beiden Ländern sehr engagiert, betonte Havel. "Er war der Vorsitzende der Tschechisch-Österreichischen Gesellschaft und ist Ehrenbürger Prags." Außerdem habe der Altbürgermeister in der Zeit des Kommunismus auf verschiedene Weise die inländische Opposition der CSSR unterstützt. "Der Eiserne Vorhang konnte fallen, weil er von beiden Seiten angebohrt wurde", unterstrich der frühere Präsident. Zilk habe sich um das freie Leben von vielen Europäern verdient gemacht.
Entschuldigung. Zum Abschluss seiner Rede spielte Havel auf Spionagevorwürfe seitens Tschechiens an, mit denen Zilk im Jahr 1998 konfrontiert gewesen war: "Vielleicht haben wir ihm aufgrund unserer Unkenntnis auch Unrecht getan, vielleicht haben wir ihn verletzt und ich möchte mich im Namen der Tschechen bei ihm entschuldigen." Damals wurden Gerüchte laut, Zilk habe in den 1960er Jahren für den Geheimdienst gearbeitet. Die Prager Regierung entlastete Zilk offiziell von den Vorwürfen. Der damalige tschechische Präsident Vaclav Havel hat sich bereits damals in einem persönlichen Gespräch bei Helmut Zilk entschuldigt.
Havel gedachte "Freund der Tschechoslowakei"
Der ehemalige tschechische Präsident entschuldigte sich bei der Gedenkfeier für Spionagevorwürfe.
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