Der britische Thronfolger Prinz Charles wird nicht zu den Olympischen Spielen nach Peking reisen. Das kündigte der britische Thronfolger und langjährige Unterstützer der Tibeter nach Angaben einer Menschenrechts-
organisation in einem Brief an die Gruppe an. Ein Sprecher von "Free Tibet" begrüßte die Entscheidung und forderte Politiker und andere bekannte Persönlichkeiten auf, dem Beispiel des Prinzen zu folgen. Dessen Büro bestätigte, dass Charles keine Pläne für einen Besuch der Spiele habe, äußerte sich aber nicht zu den Hintergründen.
Unfairer Boykott. Das Organisationskomitee der Olympischen Spiele in Peking verurteilte jede Art von Boykott als unfair. Prinz Charles setzt sich seit langem für die Tibeter und deren geistliches und weltliches Oberhaupt, den Dalai Lama, ein. 2004 empfing er den Buddhisten in seiner Residenz im St.-James-Palast in London.
Das lange Warten. Der "ewige Anwärter" Prinz Charles hat indes den Warte-Rekord als britischer Thronfolger gebrochen. Seit Montag ist der 59-Jährige jener Prinz, der sich so lange wie noch kein anderer in der britischen Geschichte gedulden muss. Bisheriger Rekordhalter war Edward VI., der mit 59 Jahren und 74 Tagen im Jahre 1901 seiner Mutter Victoria auf den Thron folgte. Ob Prinz Charles allerdings jemals König wird, ist durchaus ungewiss.
Aufruf zum Verzicht. Während seine Mutter, Queen Elizabeth II., sich mit 81 Jahren einer robusten Gesundheit erfreut, sind besonders junge Briten der Meinung, Charles sollte verzichten. Sie plädieren dafür, dass der Thron eines Tages gleich an die Nummer zwei in der Erbfolge, Charles' ältesten Sohn Prinz William (25), übergeben wird. Derweil verlautete vom Hof, Prinz Charles sehe seiner Rolle als König keineswegs mit Ungeduld entgegen, denn dies setze bekanntlich das Ableben seiner verehrten Mutter voraus.
"Free Tibet": Prinz Charles boykottiert die Olympischen Spielen
Der britische Thronfolger gibt sich mutig und fährt nicht nach Peking. Prince Charles setzt sich seit langem für die Belange der Tibeter ein. Der 59-Jährige brach am Montag den Warte-Rekord als britischer Thronfolger.
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