"Da gehört viel böser Wille dazu, das zu unterstellen", reagierte am Donnerstag der Doktorvater von Wissenschaftsminister Johannes Hahn (V), Peter Kampits, Dekan der Philosophie-Fakultät der Universität Wien auf die Vorwürfe des Salzburger Medienwissenschafters Stefan Weber. In der Gesamtbeurteilung ist das für Kampits, der sich nochmals die Dissertation Hahns angeschaut hat, "Beckmesserei", wie er gegenüber der APA sagte.

Zitate. Hahn habe, bevor er Leopold Kohr paraphrasiert habe, zwei Mal auf diesen hingewiesen und auch am Ende dieser Paraphrasierung ein Resümee Kohrs gezogen. Hätte er das nicht getan, "läge die Sache anders", so Kampits. Zudem habe Hahn diese Passagen mit einer Einrückung begonnen, "und nach unserer Zitationsordnung gelten eingerückte Passagen auch ohne Anführungszeichen als Zitate".

"Nicht gravierend". Kampits räumt ein, dass diese Einrückung "bei einigen Abschnitten etwas verloren gegangen" sei, das ist "vielleicht eine gewisse Schlampigkeit, die ich aber nicht für gravierend halte". Der Philosophie-Professor verweist auch darauf, dass die "damaligen Zitationsregeln noch lockerer gehandhabt wurden", schließlich habe es damals noch keine Computerisierung gegeben.