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Jourova soll tschechische EU-Kommissarin werden

 

Offizielle Kandidatin für das Amt des künftigen tschechischen EU-Kommissars wird die Ministerin für regionale Entwicklung Vera Jourova, die dasselbe Ressort, das bisher der österreichische EU-Kommissar Johannes Hahn (V) innehatte, auch in Brüssel ausüben möchte. Dies berichteten tschechische Medien am Samstag.

Der wochenlange Streit innerhalb der Prager Regierungskoalition wurde gelöst, nachdem die engste Führung der Sozialdemokraten (CSSD) von Premier Bohuslav Sobotka nachgegeben und der Entsendung Jourovas aus der Bewegung ANO des Finanzministers und Milliardärs Andrej Babis nach Brüssel zugestimmt hatte. Die CSSD beharrte bisher auf ihrem Kandidaten, Ex-Finanzminister Pavel Mertlik, der jedoch für die ANO unannehmbar war.

"Wir werden die Interessen der Tschechischen Republik vor jene der CSSD stellen. So sieht es auch der Herr Premier, und die Öffentlichkeit wird es bestimmt schätzen", sagte nach der Sitzung Innenminister Milan Chovanec (CSSD). "Eine Frau ist ein Vorteil, alle nehmen es so wahr", fügte die Senats-Vizechefin Alena Gajduskova (CSSD) in Anspielung darauf hinzu, dass der künftige Chef der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker, den Wunsch äußerte, mehrere Frauen in seinem Team zu haben.

Die CSSD ist zwar die stärkste Regierungspartei, allerdings landete sie bei der EU-Wahl im Mai erst auf Platz drei. Als Sieger ging ANO aus der Abstimmung hervor, womit Babis den Anspruch seiner Partei für das Amt des EU-Kommissars begründete. Offiziell soll die Nominierung Jourovas am Montag bekannt gegeben werden, hieß es.

Die 49-jährige studierte Juristin Jourova ist seit Jänner 2004 Ministerin für regionale Entwicklung. Zuvor übte sie mehrere Ämter auf regionaler Ebene im Kreis "Vysocina" aus. In den Jahren 2004 bis 2006 war sie Stellvertreterin des Ministers für regionale Entwicklung, zuständig für EU-Angelegenheiten. Von 2003 bis 2006 war sie CSSD-Mitglied.

Jourova verließ die CSSD, nachdem sie 2006 der angeblichen Beteiligung an einer Korruptionsaffäre im Zusammenhang mit den EU-Fonds beschuldigt worden war und deswegen einen Monat in Untersuchungshaft verbracht hatte. Die Vorwürfe erwiesen sich jedoch als falsch, wofür Jourova später vom Staat 3,6 Mio. Kronen (rund 130.000 Euro) als Entschädigung erhielt.

Jourova schloss sich im Jahr 2013 der Partei ANO an, wo sie die Position der ersten Vizechefin innehat. Sie spricht nach eigenen Angaben Englisch und Russisch. Sie ist geschiedene Mutter von zwei erwachsenen Kindern - Sohn Adam (29) und Tochter Marketa (25).

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