Im Burgenland ist es am Mittwoch erneut zu einem schweren Unfall mit Schlepperfahrzeugen gekommen. Drei Schlepper dürften sich mit ihren Autos eine Verfolgungsjagd mit der ungarischen Polizei bis über die Grenze geliefert haben, hieß es auf APA-Anfrage von der Polizei. Im Zuge dessen krachte ein Schlepper in einem Kreisverkehr bei Mönchhof (Bezirk Neusiedl am See) in einen Lkw, ein zweiter fuhr auf, der dritte konnte flüchten. Der Lenker des ersten Pkw wurde verletzt.

Der 31-jährige mutmaßliche Schlepper wurde ins Spital gebracht, mittlerweile aber bereits wieder entlassen und festgenommen. In seinem Auto befanden sich laut Polizei keine Flüchtlinge. Der zweite Schlepper, der in die Unfallfahrzeuge krachte, fuhr nach dem Crash weiter und wollte flüchten. Er wurde schließlich in Gols (Bezirk Neusiedl am See) angehalten und festgenommen. In seinem Auto waren sechs Migranten. Nach dem dritten mutmaßlichen Schlepper wurde am Mittwochnachmittag noch gefahndet. Er ließ fünf Flüchtlinge aussteigen und flüchtete.

Die drei Schlepperfahrzeuge waren laut Polizei kurz nach 10.00 Uhr einer Streife in Ungarn aufgefallen, die sie über den Grenzübergang Andau verfolgte. Auch eine österreichische Polizeistreife nahm daraufhin die Verfolgung auf, ehe es in Mönchhof zum Unfall kam.

SPÖ-Landesgeschäftsführer Roland Fürst forderte aus diesem Anlass Maßnahmen gegen Schlepperei von der Bundesregierung. Im Burgenland seien bis Juli im Vergleich zum Vorjahr doppelt so viele Schlepper festgenommen worden, nämlich 145. Rhetorik und "Anti-Marketing-Kampagnen" würden dieses Problem nicht lösen.

 

Involviert war auch die ungarische Polizei im Rahmen des sogenannten grenzüberschreitenden Nacheilens: Einsatzkräfte können die Staatsgrenzen bei Einsätzen überschreiten und unterstützend agieren. "Das ist zwar nicht alltäglich, aber möglich. Dieses Instrument funktioniert sehr gut, auch mit allen anderen Nachbarstaaten", erklärt Helmut Marban, Sprecher der Polizei Burgenland.

Erst Mitte August hatte ein Schlepper bei Kittsee auf der Flucht vor der Polizei einen Unfall verursacht. Damals starben drei Flüchtlinge, 17 wurden verletzt.

„Der tragische Vorfall zeigt einmal mehr die Skrupellosigkeit und Brutalität der international agierenden Schleppermafia. Die bisherige Kooperation mit den ungarischen Behörden wird durch den flexiblen Einsatz von österreichischen Polizisten in Ungarn noch weiter intensiviert werden“, so Gerhard Karner.