Von Jänner bis März 2022 kamen 77 Personen bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben. Damit war die Zahl der Verkehrstoten nicht nur um 60 Prozent höher als im ersten Quartal 2021 (48 Getötete), sondern auch um 20 Prozent höher als im Vor-Pandemiequartal 2019 (64 Getötete). Besonders auffallend war der hohe Anteil der Alkoholunfälle an den Gesamtunfällen, der mit 8,5 Prozent den höchsten Wert seit Beginn der digitalen Aufzeichnung 1992 darstellt.

650 Personen verunglückten laut Statistik Austria in den ersten drei Monaten 2022 bei insgesamt 469 Alkoholunfällen. Sieben Personen verloren dabei ihr Leben, das entspricht somit jedem elften Verkehrstoten. Die Zahl der Verunglückten bei Alkoholunfällen stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal (384) um 69 Prozent und erreichte damit den höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Hauptunfallverursacher waren bei 67 Prozent der Alkoholunfälle (313) alkoholisierte Pkw-Lenkerinnen oder -Lenker, wobei 47 Prozent dieser Alkoholunfälle Pkw-Alleinunfälle (148) waren.

Einen starken Anstieg der Verkehrstoten gab es im ersten Quartal 2022 in der Steiermark, nämlich um mehr als das Dreifache von sechs auf 19. Das ist der zweithöchste Wert an Verkehrstoten in der Steiermark von Jänner bis März seit 2008. Deutliche Steigerungen im Vorjahresvergleich wurden ebenfalls in Wien, Tirol (jeweils von zwei auf sieben) und Niederösterreich (von zwölf auf 19) registriert.

Radfahrer besonders gefährdet

Bei fast allen Verkehrsarten stieg - im Vergleich zum durch einen Lockdown geprägten ersten Quartal 2021 - die Zahl der Verunglückten. Ein besonders hoher Anstieg wurde im ersten Quartal 2022 bei der Zahl der verunglückten Radfahrerinnen und Radfahrer (1.093) verzeichnet: Im Vergleich zum Vorjahresquartal kamen damit um 22 Prozent mehr Radfahrer auf Österreichs Straßen zu Schaden und damit so viele wie noch nie seit Beginn der digitalen Aufzeichnungen 1992.

Seit 2018 verdoppelte sich die Zahl verunglückter Radler (2018: 530). Die Zahl der verunglückten E-Bike-Fahrer erhöhte sich in diesem Zeitraum von 37 auf 318 sogar um mehr als das Achtfache.

Die Zahl der verunglückten Fußgängerinnen und Fußgänger lag im ersten Quartal 2022 mit 662 auf dem zweitniedrigsten Wert seit 1992, nur im Vorjahr war dieser mit 548 noch geringer. 32 Prozent der verletzten oder getöteten Fußgängerinnen und Fußgänger verunglückten in der Dämmerung bzw. bei Dunkelheit, wobei der Anteil bei den getöteten Passanten mit 57 Prozent deutlich höher war (acht von 14 Getöteten).

Ein besonders hoher Anstieg der Getöteten wurde - mit einem Plus von 69 Prozent - bei den Pkw-Insassen von 26 auf 44 im Vorjahresvergleich verzeichnet. 13 getötete Pkw-Insassen (30 Prozent) waren während des Unfalls nicht angegurtet. Im Vergleich zu den Vorjahren fiel außerdem die hohe Zahl getöteter Pkw-Mitfahrer (16) auf, welche in den vergangenen zehn Jahren im ersten Quartal jeweils niedriger war. Zwei der getöteten Pkw-Mitfahrer waren Kinder im Alter von zwei Jahren