In mehreren BundesländernNaturschutzbund will Moore, Wiesen und Wälder freikaufen

Um Überlebensinseln für Flora und Fauna in Österreich dauerhaft zu erhalten, stellt sie der Naturschutzbund mittels Pacht oder Kauf unter seine Obhut. Ganz aktuell konnte ein 12.700 Quadratmeter großer Moorwaldkomplex in Schrems (NÖ) angekauft werden. Doch weitere schützenwerte Naturflächen stehen auf der Wunschliste.

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© Naturschutzbund/Robl
 

Das baumbestandene Hochmoor mit Spirke und Rotföhre ist eines der am besten erhaltenen Moorwälder im nördlichen Waldviertel. Es ist vom streng geschützten weiß blühenden Sumpfporst bewachsen, beherbergt 23 Brutvogelarten, 53 Schmetterlingsarten sowie die Bergeidechse. Nun konnte es dank großzügiger Spenden im Wert von 18.400 Euro „freigekauft“ werden, betont Carina Graf, Sprecherin des Naturschutzbundes Österreich.

Um dem Bodenverbrauch von rund 11,5 Hektar pro Tag durch Bau von Verkehrswegen, Parkplätzen oder Gebäuden in Österreich etwas entgegenzusetzen und der Natur Raum zurück zu geben, startete der Naturschutzbund die Freikaufaktion - und das schon vor mehreren Jahrzehnten.

Im Laufe seiner über 100-jährigen Geschichte konnte der Naturschutzbund bereits mehr als 2100 schutzwürdige Lebensräume im Ausmaß von über 16,5 Millionen Quadratmeter in seine Obhut nehmen. Derzeit laufen wieder mehrere Projekte in der Steiermark, im Burgenland und eben in Niederösterreich, für die noch Spender gesucht werden.

Die aktuellen Projekte

Burgenland:
Wiese mit Hundszahnlilien in Neuhaus (benötigte Spendenmittel 1265 Euro)
Naturnahe Wälder in Neustift (16.500 Euro)

Niederösterreich:
Moorwald in Schrems (18.400 Euro)

Steiermark:
Iriswiese in Wörth (10.825 Euro)
Blaurackenwiese bei Stainz (6000 Euro)

 

Aus erstem Projekt wurde Nationalpark

Schon das Geburtsjahr des Naturschutzbundes ist eng verknüpft mit einem Grundstückserwerb: 1913 kaufte der Verein Naturschutzpark, der Vorläuferverein des Naturschutzbundes, in den Hohen Tauern elf Quadratkilometer Grund im Stubachtal für einen „Alpenschutzpark“ an – aus ihm sollte später der Nationalpark Hohe Tauern entstehen.

1936 pachtete der Naturschutzbund im Burgenland die erste Salzlacke am Neusiedler See. 1951 kaufte er mit der „Brunnlust“, einem Quellniedermoor in der Feuchten Ebene, die erste Fläche in Niederösterreich frei. 1965 startete der Naturfreikauf in Kärnten mit dem Erwerb des Höflein-Moores. Das erste steirische Projekt folgte 1974, das spektakulärste steirische war der Ankauf des elf Kilometer langen Dammes der Sulmtalbahn.

Freigekaufte Flächen

Heute liegen die meisten Grundstücke – 666 an der Zahl – in der Steiermark, während sich von der Fläche her die meiste „freigekaufte Natur“ in Oberösterreich (415 Hektar) und Kärnten (388 Hektar) findet. Auch die Naturschutzjugend (önj) konnte bereits 163 Hektar wertvollen Naturraum retten.

Nach dem Ankauf kommt die Arbeit

Mit Kauf oder Pacht des bedrohten Gebietes ist es aber noch lange nicht getan. "Viele der Naturparadiese müssen regelmäßig gepflegt werden. Zahllose Helferinnen und Helfer unterstützen den Naturschutzbund ehrenamtlich beim Entbuschen von Mooren, beim Anlegen von Amphibientümpeln oder beim Mähen von Streuwiesen", betont der Naturschutzbund.

Welche Flächen freigekauft werden, darüber entscheiden dezentral die Biologen in den Orts-, Bezirks- und Landesgruppen des Naturschutzbundes. Eine Regel herrscht dabei vor: Es darf nur so viel Fläche erworben werden, wie auch im Sinne der Natur gepflegt werden kann.

Kommentare (2)
Georgies
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Lebensraum erhalten

Tolle Aktion! Meine Spende ist euch sicher!

zweigerl
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Nachfragen

Drei Aspekte machen diesen Beitrag suspekt: 1. Kein Verfasser ist angegeben, 2. Kein Einzahlungskonto für die mehrmals erwähnte "Spendersuche" ist angegeben, 3. Der Passus über die Pflege des naturbelassenen Biotops lässt fragen, ob die Natur nicht soich selbst überlassen werden kann, um jene Kreisläufe auszubilden, die ein ökologisches Gleichgewicht herstellen. Sonst ist natürlich diese Aktion mustergültig.