Infektionsquellen-SucheContact Tracing verläuft immer öfter im Sand

In der Vorwoche konnte die Ages nur mehr 36,5 Prozent der Fälle klären. Haushalte gelten als Übertragunsquelle Nummer eins. Wenig Ansteckungen bei Sport oder Kunst und Kultur. Anteil der Neuinfektionen im Bildungsbereich ist zurückgegangen.

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++ THEMENBILD ++ CORONAVIRUS: 'CONTACT TRACING IN WIEN'
Mittels Contact Tracing lassen sich immer seltener Infektionsquellen klären © APA/ROBERT JAEGER
 

Immer seltener lässt sich bei den Corona-Fällen die Infektionsquelle klären. Wie die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) am Freitag bekanntgab, ist die Erfolgsquote beim Contact Tracing in der Kalenderwoche 44 (1. bis 7. November) in einer ersten Auswertung auf - durchaus alarmierende - 36,5 Prozent gesunken. Experten halten im Kampf gegen die Pandemie eine Klärungsrate von zumindest 60 bis 70 Prozent für erstrebenswert.

Ende September hatten sich noch fast zwei Drittel aller Neuinfektionen klären lassen. Die wöchentlich aktualisierte AGES-Auswertung bezieht sich auf alle Bundesländer mit Ausnahme von Fällen mit dem Wohnort Wien.

Asymtomatische Verläufe rückläufig

Österreichweit weiter rückläufig sind die Infektionen, die mit einem asymptomatischen und somit vergleichsweise harmlosen Verlauf einhergehen. Während deren Anteil in der letzten Septemberwoche noch bei knapp 29 Prozent lag, fiel er laut AGES in der ersten Novemberwoche auf 20,8 Prozent. Das bedeutet, dass zuletzt rund vier von fünf Infektionen mit SARS-CoV-2 zu einem symptomatischen Verlauf geführt haben.

Haushalte sind Übertragungsquelle Nummer eins

Die Epidemiologische Abklärung der AGES macht weiters deutlich, dass es wesentlich häufiger als in den Wochen und Monaten zuvor in Haushalten zu Übertragungen kommt. Der Anteil der geklärten Fälle, die in der Vorwoche dem familiären Bereich zugeordnet werden konnten, machte 77,1 Prozent aus. Im September lag er noch deutlich unter zwei Drittel aus. Der Freizeit-Bereich trug in der vergangenen Woche mit 11,6 Prozent zum Infektionsgeschehen bei.

Gesunken sind die geklärten SARS-CoV-2-Übertragungen in der Arbeit (von 3,8 Prozent in der letzten Oktoberwoche auf 2,2 Prozent), leicht gestiegen sind sie in der Hotellerie und Gastronomie (von 2,1 auf 2,7 Prozent). Deutlich zurück gegangen - nämlich von 8,5 auf 1,6 Prozent innerhalb einer Woche - ist der Anteil der Neuinfektionen im Bildungsbereich. Reiseassoziiert waren zuletzt zwei Prozent der neuen Fälle. Kaum zu Übertragungen kommt es im Sport (0,3 Prozent), sowie im Handel und in der Kunst und Kultur (jeweils 0,1 Prozent).

Kommentare (3)
Hawkeye2209
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Wozu genau ist das Contact Tracing?

Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft schon Kinder in der Klasse meiner Kinder (bestätigt) positiv getestet wurden. Noch nie in diesem Schuljahr hat mich persönlich jemand informiert, dass es so ist. Ab und an ein allgemeines E-Mail(nicht immer!) . Natürlich kontrollieren wir ständig selbst unseren Gesundheitszustand, aber wozu ist ein Contact Tracing noch gut?
Ebenso wird man erst nach einem positiven Selbsttest zum PCR Test „geladen“ obwohl nan mit einer bestätigt positiven Person im selben Haushalt lebt.
Symptomfrei kann man als KP1 weiter arbeiten, einkaufen und flanieren gehen. Und wenn die Inkubationszeit vorbei ist und man doch positiv war/ist, gilt man als Spreader…

pehe99
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aus eben oben nachlesbaren Gründen..

um zb nachzuschauen wo die die meisten Übertragungen geschehen und diese Erkenntnis in Überlegungen miteinzubeziehen.
Auch wenn es keine direkten Konsequenzen für einen selbst hat können diese Daten zb Hotspots (s.o.) aufzeigen.
Und wenn manche Maßnahmen nicht sofort Sinn ergeben und man den Sinn nicht sofort erfasst, sollte man doch mitspielen, es gibt Leute, die können damit etwas anfangen..... zu unser aller Vorteil...à la longue...

Leopias
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Es wird aber nicht betrieben

Also kann es auch nur im Sand verlaufen. Wenn ich nicht angerufen werde weil mein Kind Kontakt zu einem positivem Fall in der Klasse hatte dann wird die folgende Infektion meines Kindes nicht dem Kontakt zuordenbar sein. So einfach isses.
Das Contacttracing ist am Ende, das ist zu akzeptieren. Leider.